Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 545

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 541. See the scan on archive.org.

1Vogel (Vogl), Hanns. — Nürnberg. 1563. 1580
2Obwohl er nicht ungeschickt war, wie ein Kontrabass von ihm im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg noch jetzt beweist, so scheint er doch in Nürnberg selbst in keinem großen Ansehen gestanden zu haben, da er in den einschlägigen Werken, auch denen nürnbergischen Ursprungs, nirgends erwähnt wird. Dagegen scheint er auswärts besser geschätzt worden zu sein; wenigstens wurde er von der württembergischen Hofkapelle viel beschäftigt und mit seinem gleichnamigen Sohne wiederholt nach Stuttgart berufen, wo er allerlei Instrumente instand setzen mußte. Auch kaufte die Hofkapelle von ihm u. a. eine große Viola für 50 fl., ein Klavichord für 5 fl. und ein anderes Instrument sogar für 130 fl., also wohl eine Orgel, und im Verzeichnis der genannten Hofkapelle von 1589—1594 wird noch ein Doppelbass von ihm aufgezählt. Er scheint also ein vielseitiger Meister gewesen zu sein.
4Vogel, Michael. — Nürnberg. 1756
5Vielleicht ein Enkel von Wolf V. und vermutlich der Sohn jenes Anton, der seinen Namen auch »Vogler« schrieb. Arbeiten von ihm kenne ich noch nicht, doch findet sich laut freundlicher Mitteilung in einem Taufbüchlein des Nürnberger Stadtarchivs der Eintrag vom 18. März 1756: »Michael Vogel, Lauten- und Geigenmacher und seiner Ehewirtin Anna ein Sohn Johann Christoph getauft. Gevatter: Johann Christoph Ühle, Handlungs-Bedienter.«
7Vogel, Viktor. — Riga. Geb. 11./23. Dez, 1855 in Pilten (Kurland)
8Ein russischer Staatsrat und Direktor des statistischen Regierungsbureaus in Riga (der Erfinder der bekannten Rechenmaschine »Spira«), der als Autodidakt seit 1903 etwa ein Dutzend Violinen gebaut hat, wobei ihm Frau und Kinder eifrige Gehilfen waren.
10Vogel, Wolf (Wolfgang). — Nürnberg.
11† 18. Februar 1650
12Vielleicht ein Sohn von Hanns V. Andreas Gulden sagt (1660) in seiner Fortsetzung zu Neudörffers Nachrichten von Wolf Vogel: »War ein berühmter Instrumentenmacher, und bey den Liebhabern der Musik sehr in Ansehen. Er starb den 18. Febr. Ao. 1650.« In »Norischer Christen Freydhöfte Gedächtniß«, Nürnberg 1682, ist die Abschrift seines Epitaphs mitgeteilt, Th. 1 S. 114 Nr. 813: »Misericordias Domini cantabo in Aeternum. — Hier liegt begraben der Erbar Wolfgang Vogel, verschied — und Elisabethe, eine geborne Wahlin, sein eheliche Haußfrau, verschied den — auch ihrer Leibes-Erben, denen GOTT genaden wolle. Amen«. (Vgl. auch Neudörffers Nachrichten, ferner Doppelmayr S. 298.) Er machte Musikinstrumente aller Art, doch soll er besonders gute Blasinstrumente gemacht haben.
14Vogelhuber, Thomas. — Kremsmünster. 1693.
15† 1732
16Er erscheint zuerst 1693 und war viel für die Benediktinerabtei beschäftigt. Im Jahre 1714 nennt er sich »Tischler und Geigenmacher«.
18Vogl, Joh. Christ. — Eppendorf. Ende des 17. Jahrhunderts.
19Eine Lautentheorbe von ihm besitzt das Münchener Nationalmuseum. Ob das sächsische Eppendorf oder der gleichnamige Hamburger Vorort usw. gemeint ist, läßt sich nicht feststellen.
21Vogler, Anton. — Nürnberg. 1705
22Es wird zwar vermutet, daß er ein älterer Bruder Joh. Georg V.s in Würzburg gewesen sei, doch ist es wahrscheinlich, daß er der Vater des 1756 vorkommenden Michael Vogel (s. d.) gewesen ist.
23Geigenzettel: Anton Vogler me fecit / Nürnberg 1705 (gedruckt).
25Vogler, Johann Georg. — Würzburg. Geb. 22. April 1692 in Hopferau bei Füssen, † in Würzburg nach 1750
26Zweiter Sohn des Müllers Marquard V. Er kam in das nahegelegene Füssen zu einem der besten Geigenmacher in die Lehre und erlernte dort außer dem Geigenmachen auch das Geigen- und Violoncellospiel so gut, daß er als Musiker und Geigenmacher in die fürstbischöfliche Kapelle in Würzburg eintreten konnte und Hofgeigenmacher wurde. Er wohnte in der Vorstadt Pleichach, besaß sein eigenes Grundstück und war Würzburger Bürger; das jüngste von seinen neun Kindern war der nachmals so berühmte Abbé Vogler (geb. 1749, † 1814). Joh. G. V.s Geigen sind von guter Arbeit, wenn auch manchmal plump in der Form. Eine Arbeit von ihm aus dem Jahre 1745 besitzt das Darmstädter Museum (Inv. 1857/98 Nr. 22). Ein Violoncello von ihm aus dem Jahre 1731 besaß noch 1820 das Mannheimer Theaterorchester. Eine von Ed. Em. Homolka reparierte Geige von 1751 befindet sich in Segesvár.
27Geigenzettel: Abb. 818 und 819.
29Vogt, Albert. — Mannheim, Frankfurt a. M. Geb. 18. September 1845 in Fredeberg (Westfalen)
30Er begründete im Jahre 1875 sein Geschäft in Mannheim, von wo er 1885 nach Frankfurt a. M. überstieß. Seine Werkstatt ist 1907 in den Besitz von Alban Dick, geb. am 31. Oktober 1876 zu Wohlhausen, übergegangen und wird unter der Firma Albert Vogt Nachf. weitergeführt. Der jetzige Besitzer lernte bei Albin Wilfer und kam 1899 als Gehilfe zu seinem Geschäftsvorgänger.
32Vogt, Jakob. — Freiburg i. Schw. 1467
33Er stammte aus Luzern, wurde als Saitenmacher zum Bürger aufgenommen und hat wohl auch Lauten gemacht. Vgl. das Freiburger Bürgerbuch S. 85b (Pergamentband im Fr. Staatsarchiv).
35Voigt (Voight), Martin. — Hamburg. 1726
36Vielleicht ein Schüler von J. Tielke, in dessen Stil er arbeitete. Ich kenne von ihm nur eine reich mit Elfen-

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