Scan 547
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
36 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 543. See the scan on archive.org.
1Voigt, Johann Christian III. — Geb. 2. Okt. 1781, † 16. Okt. 1849
2Voigt, Johann Friedrich I. — Geb. 1732, † 28. Juli 1818
3Er wurde am 5. Oktober 1751 Meister und hat in seinem langen Leben sehr viele Geigen gemacht, von denen einzelne recht lobenswerte Eigenschaften besitzen. Er wurde 85 Jahre 9 Monate und 4 Tage alt. Auch er schrieb gerne auf seine Zettel »aus Prag«.
4Geigenzettel: Iohann Friedrich Voigt / aus Prag 1769 (gedruckt).
5Voigt, Johann Friedrich II. — Geb. 17. Dez. 1778, † 4. Okt. 1840
6Voigt, Johann Georg I. — Geb. 1748, † 27. Mai 1802
7Sohn und Schüler von Johann Adam V. Er wurde am 1. Mai 1769 Meister und gehörte zu den Besten seiner Familie. Auf seinem Zettel erscheint der sonst übliche lateinische Unsinn in den deutschen Text eingesprengt. Er verwendete auch eine Brandmarke: I. G. V.
8Geigenzettel: Iohann Georg Voigt / Brobe Violinmacher in Neukirchen / bey Adorf im Voigtlande, Corresponent / Cremona 1798 (gedruckt). — Iohann Georg Voigt / brobe Violinmacher in Neu- / kirchen bei Adorf im Voigtland (gedruckt).
9Voigt, Johann Georg II. — Geb. 14. Februar 1752, † 16. September 1842
10Sohn von Simeon V. Neben Reichel und Hamm der erste Geigenmacher, der sich in Neukirchen ausschließlich der Bogenmacherei zuwendete. Die Geigen, die er in jüngeren Jahren machte, sind höher gewölbt als die von Johann Georg I V.
11Geigenzettel: Iohann Georg Voigt, / erfunden von Jacob Stainer in / Absam brobe ocnibuntum. 1775 (gedruckt).
12Voigt, Johann Georg III. — Geb. 13. April 1776, † 25. Januar 1829
13Weniger geschickt als Johann Georg I V.
14Geigenzettel: Johann Georg Voigt / Violinmacher in Neukirchen 1796 (gedruckt).
15Voigt, Johann Georg IV. — Geb. 14. Oktober 1785, † 5. Januar 1851
16Nachdem er die Geigenmacherei erlernt hatte, mußte er Soldat werden und machte am 5. und 6. Juli 1809 die Schlacht bei Wagram mit, wo er verwundet wurde. Er war mit einer geborenen Roth († 1866) verheiratet und bezog eine kleine Pension als ausgedienter Soldat. Er machte sowohl Geigen als auch Gitarren und galt als tüchtiger Meister.
17Voigt, Johann Gottfried. — Geb. 1748, † 6. März 1812
18Dritter Sohn und Schüler von Simeon V. Er wurde am 10. Juni 1772 Meister und starb in einem Alter von 64 Jahren 1 Monat und 2 Tagen.
19Voigt, Louis Gottwalt. — Geb. 3. Juli 1866
20Voigt, Paul. — Manchester. 1910
21Guter Reparateur und Händler.
22Voigt, Richard August. — Geb. 6. April 1876
23Schüler von R. O. Glier, bei dem er von 1890—1894 war. Am 26. November 1894 trat er bei G. R. Schmidt & Co. ein, wo er 1897 Werkführer wurde. Am 4. Okt. 1902 machte er sich selbständig und eröffnete seine eigene Werkstatt.
24Voigt, Simeon (Simon). — Geb. 1710, † 8. Jan. 1781
25Vermutlich der Sohn Adam I V.s. Er wurde am 16. April 1732 Meister und war sehr fleißig und geschickt. Seine Geigen gelten als gute Orchesterinstrumente. Auch seine Söhne erzog er zu tüchtigen Geigenmachern. Er erreichte ein Alter von 70 Jahren 7 Monaten und 10 Tagen.
26Geigenzettel: Simon Voigt, Violinmacher / in Neukirchen. Ao. 1770 (gedruckt).
27Voigt, Wilhelm. — Geb. um 1815, † nach 1860
28Sohn und Schüler von Johann Georg IV V. Er verlegte sich später ausschließlich auf das Gitarrenmachen.
29Voigt. — Quittenbach. 18. Jahrhundert
30Seine Geigen zeigen gewöhnliche Vogtländer Arbeit; das Holz ist weder schön noch schlecht, der Lack, über einer Beize aufgetragen, ohne Durchsichtigkeit. Der Ton weich, aber klein.
31Geigenzettel: Voigt Violinmacher in Quiddenbach (geschrieben).
32Voirin, François-Nicolas. — Paris. Geb. 1. Okt. 1833 in Mirecourt, † 4. Juni 1885 in Paris
33Bruder von Joseph V. Nachdem er in seiner Heimat das Geigenmachen erlernt hatte, kam er 1855 zu J. B. Vuillaume nach Paris und blieb bei diesem über 15 Jahre. Hier vervollkommnete er sich namentlich als Bogenmacher und eröffnete als solcher 1870 in der Rue du Bouloi seine eigene Werkstatt. Er war nach Tourte der beste Bogenmacher Frankreichs, und wenn man ihn mit der Bezeichnung »Tourte moderne« ehrte, so hat er dies vollauf verdient. Englische Händler und Geigenbauer sollen ihm glänzende Anerbietungen gemacht haben, wenn er in ihren Dienst treten wollte, er lehnte aber ab mit der Bemerkung, daß seine Arbeit seinem Lande gehöre. Als er eben ein neues Meisterwerk abliefern wollte, traf ihn auf der Straße ein Schlaganfall, an dessen Folgen er, noch nicht 52 Jahre alt, verschied. Seine Bogen tragen den Brandstempel: »F. N. Voirin«, den allerdings auch seine Witwe noch benutzen ließ. Sein Schüler ist A. Lamy.
34Voirin, Josef. — Paris, Château-Thierry. Geb. 1830 in Mirecourt
35Er erlernte das Bogenmachen in seiner Vaterstadt und arbeitete einige Jahre in Paris als Gehilfe, bevor er sich 1855 in der Rue Sainte Marguerite selbständig machte.
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