Scan 553
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
32 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 549. See the scan on archive.org.
1Wagner, Ernst Victor. — † 1903 in Lissabon
2Er besaß eine Geigenmacherwerkstatt; sein Sohn Daniel († 7. Januar 1905) war sein Nachfolger. Der jetzige Inhaber des Geschäftes, Daniels Bruder Hermann W., verlegte sich hauptsächlich auf den Handel mit Klavieren.
4Wagner, Henri. — Paris. 1911. 1914
5Er nennt sich »Violinist-Luthier«. Die Geigen mit seinem Namen zeigen dunkelroten Lack und klingen gut.
7Wagner, Johann. — Borstendorf. Geb. 1703, † 3. Mai 1762
8Schüler seines Bruders Christian W. Eine fünfsaitige Kniegeige im Museum zu Lübeck von ihm hat folgende Maße: Korpus 48 cm, Gesamtlänge 77 cm, Zargenhöhe mit Boden und Decke gemessen 9 cm. Der Lack ist glanzlos, dagegen das Holz recht gut.
9Geigenzettel: Johann Wagner / in Borstendorff (gedruckt).
11Wagner, Josef. — München. 1730
12Er scheint nicht immer Zettel eingeklebt zu haben, und wenn er es tat, ließ er die Angabe des Wohnorts meistens fehlen; daher kommt es auch, daß man nur wenig von ihm kennt und auch nicht weiß, wie lange er in München gearbeitet hat, oder wo er sonst noch lebte.
14Wagner, Joseph. — Konstanz. Geb. 1729 (1735?), † um 1781
15Wahrscheinlich ein Sohn von Thomas Wagner aus Oberammergau, der sich 1728 in Konstanz verheiratete. Im Konstanzer Zählungsregister von 1774 heißt es von ihm: »Josephus Wagner virtuosus in cheli (sic) und Geigenmacher, lebet hiervon, das Haus ist eigen, Alter: 46 Jahre. Ehefrau: Maria Josepha, geb. Hauberin, alt: 38 Jahre.« Sein Haus hat er nach dem Grundbuch im Jahre 1774 gekauft, wo es am 14. Juni heißt: »Johs. Hotz verkauft dem Joseph Wagner fürstl. Musico und Beisassen sein Haus in der Neugasse zu Konstanz.« Seine Violinen und Violen erinnern an die Tiroler Schule, doch soll er eine Amatigeige besessen haben, die er zum Vorbild nahm. Seine Arbeit ist gut und das Holz mit Verständnis gewählt. Charakteristisch für ihn ist, daß er, wie allerdings viele seiner Zeitgenossen, die Schnecke seiner sämtlichen Geigen aus Birnbaumholz schnitzte. Daran kann man seine Arbeiten sicher erkennen, auch wenn gewissenlose Händler seinen Zettel durch einen »klangvoller« ersetzt haben. — Da ich keine Violinen von ihm kenne, die eine Jahreszahl nach 1781 tragen, und am 22. März 1781 sein Haus in der Neugasse gerichtlich verkauft wurde, ist anzunehmen, daß er vor dem März dieses Jahres gestorben ist. Eine Violine, deren Umrisse im Rokokogeschmack angeordnet sind, besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln.
16Geigenzettel: Me Fecit Joseph Wagner / Constantiae 1768 (gedruckt) und Abb. 828.
18Wagner, Sebastian. — Meersburg a. B. 1788. 1799
19Bruder von Jos. W. in Konstanz. Seine Geigen sind weniger gut, klingen ein wenig dumpf und sind oberflächlicher in der Arbeit als die seines Bruders. Sie erinnern an die gleichzeitigen Mittenwalder, der Lack ist braungelb und nicht schlecht, die F-Löcher kurz, nach Stainer geschnitten, die Schnecke etwas schwerfällig, meist aus Birnbaumholz. Außer einem Brandstempel mit seinem Namen, den er am Boden anbrachte, findet man auch öfters an den Unterzargen Mörsburg eingebrannt. Eine Geige von ihm besitzt Stadtrat Leiner in Konstanz.
20Geigenzettel: Abb. 842.
22Wagner, Xaveri. — Ellwangen. 1802. 1822
23Wahrscheinlich Sohn, Schüler und Nachfolger von Benedict W. Es ist anzunehmen, daß er nicht in Ellwangen geboren und gestorben ist, da die dortigen Kirchenbücher keinen auf ihn bezüglichen Eintrag enthalten sollen.
24Geigenzettel: Abb. 843.
26Wahl, Eugen. — Karlsruhe i. B. Geb. 18. Dez. 1877 zu Heilbronn a. N.
27Er erlernte in seiner Vaterstadt die Holzbildhauerei, arbeitete in Zürich usw. und besuchte von 1896—1902 das Missionsseminar in Basel und war dann bis 1909 als Stadtmissionar in Karlsruhe tätig. Als tüchtiger Geiger hatte er frühzeitig großes Interesse für den Geigenbau, im Jahre 1908 begann er dann selbst Geigen zu bauen, wobei ihm seine Kunstfertigkeit als Holzbildhauer sehr zustatten kam. Durch eifriges Studium der einschlägigen Literatur und ihm zugänglicher Meisterwerke vervollkommnete er sich bald so, daß er Anfang 1910 eine Geigenmacherwerkstatt eröffnen konnte. Er hat bisher über 30 neue Geigen gebaut, denen große Vorzüge nachgerühmt werden. Er arbeitet nach Stradivari, Guarneri und nach einem eigenen Modell, verwendet Spiritus- und Öllack und sehr schönes Holz. Er stimmt nach einem selbst erfundenen System Decke und Boden ab. Gewöhnlich braucht er zur Herstellung einer Geige, an der er alles, mit der bei einem Holzbildhauer bemerkenswerten Ausnahme der Schnecke, selbst macht, 14 Tage.
28Geigenzettel: Op. / (Handelszeichen) Eugen Wahl / fec. Karlsruhe, B. 1910 (gedruckt).
30Wainert (Weinert, Vainert), Antoni. — Warschau. 1806
31Wahrscheinlich ein Sohn des in jungen Jahren aus Böhmen nach Polen eingewanderten Kapellmeisters, Komponisten und Professors Anton Weinert, der im Jahre 1850 hundertjährig starb und 16 Kinder hinterließ, von denen einige als Sänger, Virtuosen usw. her vorgetreten sind. Der Instrumentenmacher Antoni Weinert scheint schon in jungen Jahren gestorben zu sein. Er schrieb seinen Namen manchmal auch in polnischer Schreibweise mit V. Seine Arbeit war ungewöhnlich sauber. Leider war in Warschau nichts über ihn
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.