Scan 558
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1über, wo er sich mit seinem Bruder Anton (Holzblasinstrumentenmacher) verband und selbständig machte. Er besitzt mehrere goldene Medaillen und war auf der Pariser Weltausstellung 1900 mit einem Streichquartett nach Stradivari gut vertreten.
3Weigel, Daniel. — Glatz. Geb. um 1824 in Glatz, † daselbst nach 1860
4Er erlangte im Jahre 1848 in Glatz als Instrumentenmacher das Bürgerrecht.
6Weigert (Weigerth), Johann Blasius. — Linz a. D. 1717. 1755
7Obwohl er schon seit 1717 in Linz nachweisbar ist, erlangte er die Geigenmachergerechtigkeit und das Bürgerrecht doch erst 1755. Er war ein fleißiger und vielbeschäftigter Meister, von dem sich u. a. viele Liebesgeigen erhalten haben. Zwei solche befinden sich im Museum Francisco-Carolinum in Linz, je eine im Stift St. Florian (Oberösterreich), in der Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und im städtischen Museum Carolino-Augusteum in Salzburg. Das genannte Stift besitzt ferner einen guten Baß von seiner Hand aus dem Jahre 1726. Daß er auch ein gesuchter Reparateur war, beweist seine 1732 erfolgte Berufung nach Kremsmünster, wo er eine Mandora und 26 Violinen ausbesserte.
8Geigenzettel: Joannes Blasius Weigert / in Linz Anno 1717 (gedruckt). — Joann Blasius Weigert / Lauden und Geigenmacher in Linz, Anno 1724 (gedruckt) und Abb. 834.
10Weigl, Franz. — Salzburg. 1867. 1895
11In seiner Gesellenzeit soll er zwar bei verschiedenen Geigenmachern gearbeitet haben, hat sich aber fast ausschließlich auf das Zithermachen verlegt.
13Weil, Christian. — Neuwied. Geb. 1804, † 5. Mai 1888 in Neuwied
14Er war eigentlich Orgelbauer und als solcher Schüler seines gleichfalls in Neuwied ansässigen Vaters. Selbst ein vorzüglicher Geiger, hat er sich viel mit dem Geigenbau beschäftigt und viele Geigen repariert, schwerlich aber versucht, neue Geigen zu machen.
15Geigenzettel: Reparirt von / Christian Weil — / in Neuwied 1832 (gedruckt).
17Weinbiller (Weibeler), Georg (Jerg). — Füssen. 1625
18Er wurde am 20. August 1625 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen. Dabei wurde ihm zur Pflicht gemacht, daß er die »Lauten und Trochen«, die er anfertigte, zuerst der Zunft zum Kauf anbieten solle. Wenn diese die Arbeiten nicht kaufe, dann sollte es ihm freistehen, sie einem »Ausländischen« zu überlassen.
20Weineisen, Mathias. — Mittenwald. Geb. 1860
21Sehr tüchtiger, sorgfältig arbeitender Mittenwalder Geigenmacher, dessen Geigen sowohl wegen ihres guten Tons als ihres goldgelben Lacks sehr gelobt werden. Er läßt, wie das in älterer Zeit vielfach üblich war, seine fertigen Decken und Böden vor dem Lackieren in der Sonne hängen und hält die Farbe, die das Holz dabei annimmt, als den besten Grund für den Lack.
23Weis, Cajetan. — 17./18. Jahrhundert
24Vinzenz Prießnitz in Gräfenberg besitzt eine gute Violine von ihm. Der schwer leserliche Zettel zeigt außer dem Namen usw. einen Wappenadler.
26Weis, Carl Mettus. — Kopenhagen. Geb. 1806, † 1872
27Ein hoher dänischer Beamter (Departementsdirektor im Kultusministerium), der als Liebhaber sehr gute Geigen gemacht hat. Sein Berater war der Geigenmacher E. Hjorth und seine Frau Angelika seine eifrige Gehilfin. Mehrere Geigen mit Widmungsinschriften werden im Instrumenten-Museum in Kopenhagen aufbewahrt. Er schrieb auch »Om Violiner og deres Bygning«. Kopenhagen 1861.
28Geigenzettel: C. Weis fec. / E. Hjorth cor. / Havniae (geschrieben). — Weis adjuvante / Angelica uxore / 8 (geschrieben). — Auribus, non oculis / Havniae. C. Weis 1867 (gedruckt).
30Weis, Markus. — Köln (?)
31Eine Laute des Darmstädter Museums (Nr. 484) trägt neben anderen kölnischen Namen auch den Namen Markus Weis.
33Weishaupt, Johann Caspar. — (?) 1829 (?)
34Die staatliche Sammlung in Berlin besitzt eine derb gemachte Viola da Gamba, die auf der Hinterseite des Schallkastens eine Inschrift mit diesem Namen und nicht ganz verständlichen Jahreszahlen aufgemalt trägt.
35Geigenzettel: 1726 Johann Casp. Weishaupt 1829 (gedruckt).
37Weiß, Claus. — Füssen. 1581
38Als Lautenmacher und Bürger erwähnt. (Vgl. Geiger, Arch. Zeitschr. N. F. 18, 1911, S. 282, Nr. 118.)
40Weiß, Eugenio. — Triest. 1880
41Ein tüchtiger Geiger und Violinlehrer, der sich seit 1880 auf das Geigenmachen verlegte und namentlich in bezug auf den Ton sehr beachtenswerte Ergebnisse erzielte. Sein Lack ist goldgelb.
43Weiß, Jakob. — Salzburg. 1714. 1740
44Ein fleißiger und geschickter Meister, von dem zwar nur selten noch Violinen vorkommen, dagegen ziemlich häufig Violen und Lauten. Seine Arbeit ist sorgfältig und der Lack gut. Am Wirbelkasten brachte er gerne Engelsköpfchen u. dgl. an. Eine Viola d’amore von ihm besitzt das Ferdinandeum in Innsbruck, eine Laute von 1714 das Stift Kremsmünster. Eine siebensaitige Viola mit geflügelten Engelsköpfen am Wirbelkasten befindet sich im Bach-Haus zu Eisenach. Eine sehr große, treffliche Bratsche (Armgeige) mit dunkelrotbraunem Lack und charaktervollem Löwenkopf am Wirbelkasten besitzt Fritz Wildhagen in Halensee bei Berlin.
45Geigenzettel: Abb. 826.
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