Scan 563
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
47 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 559. See the scan on archive.org.
1Widhalm (Withalm), Mathias. — Salzburg, Nürnberg. 1716
2Vielleicht ein älterer Bruder von Leopold W., wenn nicht dessen Vater. Da sich in der Familie Widhalm lange die Sage erhalten hat, daß ihr Ahnherr durch Religionsverfolgungen gezwungen aus dem Süden nach Nürnberg gekommen sei, wäre es denkbar, daß er zu den vertriebenen Protestanten gehörte. Sein Salzburger Aufenthalt ist freilich nicht einwandfrei belegt. Ich fand bisher nur ein einziges aus Salzburg datiertes Instrument, ein Violoncello, das aber eher an die böhmische, als an die tiroler Schule erinnerte. Der kgl. Opernsänger Gustav Sjöberg in Stockholm besitzt eine sauber gearbeitete, mittelhoch gewölbte Violine von ihm mit gelbbraunem Lack und edlem, festem und doch weichem Ton. Die Schnecke erinnert an die Amatischule, die F-Löcher mehr an Stainer. Gutes Deckenholz, der wenig geflammte Boden ist aus einem Stück. Körperlänge 335 mm, obere Breite 162 mm, untere 204 mm, zwischen den ) ( 111 mm, Zargenhöhe überall 28 mm. Der Zettel sieht seiner Schrift nach nicht unecht aus, aber daß das Wort Salzburg nicht mit tz gedruckt ist, was im 18. Jahrhundert sehr gebräuchlich war, ist auffällig.
3Geigenzettel: Mathias Withalm, Hof Lauten- und Geigenmacher / in Salzburg 1716 (gedruckt). — Mathias Withalm / Lauten- und Geigenmacher in / Nürnberg A. 1739 (gedruckt).
5Widhalm, Veit Anton. — Nürnberg, Stadtamhof bei Regensburg. Geb. 16. Januar 1756, † nach 1788
6Dritter Sohn von Leopold W. und wohl auch dessen Schüler. Sicheres über ihn ist nicht bekannt und in Nürnberg ist nur seine Geburtsurkunde zu finden. Es liegt daher nahe, ihn mit dem Stadtamhofer Meister zu identifizieren. Er scheint bei Buchstetter gearbeitet zu haben und ließ sich nach dem Tode Buchstetters in Stadtamhof nieder. In der Arbeit steht er diesem Meister nahe und gehört wie dieser zu den besseren deutschen Geigenmachern seiner Zeit. Sein Modell ist elegant in der Form und gut im Holz; er ahmte das mittlere Stainermodell, aber auch Stradivari nach, und namentlich die Geigen der letzteren Art gehören zu seinen Meisterwerken. Auffällig an seinen Geigen, die stark im Holz sind, ist es, daß er manchmal die Zargen höher nahm, als üblich. Wie schon Buchstetter beizte er seine Geigen vor dem Lackieren; sein Lack ist dick aufgetragen, meist dunkelrot, durchsichtig und hat sehr lobenswerte Eigenschaften. Viele seiner Arbeiten dürften jetzt als echte »Stainer« im Handel vorkommen.
7Geigenzettel: Antonius Widhalm / fecit Pedeponi prope Ratisbonam 1781 (gedruckt). — Antonius Widhalm / fecit ad Pedem Pontis / Ratisbonensis 1784 (gedruckt).
9Widmann, Conrad. — Nürnberg. 1459
10Ein urkundlich nachweisbarer Lautenmacher (Kreisarchiv Nürnberg).
12Wiedemann, A. — Halle. 1880
13Er soll eine Fabrik für billige Geigen und Gitarren besessen haben.
15Wiedenhofer s. Viedenhofer
16Wigand. — Lübeck. 1312. † vor 1348
17Ein Verfertiger der Rotte, also des harfen- oder psalterartigen Instruments, das im Mittelalter bei den Spielleuten so beliebt war. Er wird in den Urkunden ausdrücklich Wigandus Rottenmaker (Rottenmekere) genannt und kaufte im Jahre 1312 ein beim Rosengarten des Johannis-Jungfrauenklosters gelegenes Haus. Da seine Frau im Jahre 1348 als Witwe bezeichnet wird, war er damals bereits verstorben.
19Wightman, George — London. 1761
20Ein in der Wood Street wohnhaft gewesener, wenig bekannter Geigenmacher.
22Wilberger, Karl. — Mittenwald
23Ein Geigenmacher, der sich wohl nur vorübergehend in Mittenwald aufgehalten hat und mir nur durch seinen Zettel bekannt geworden ist.
24Geigenzettel: Karl Wilberger / in Mittenwald (gedruckt).
26Wilczek, Rudolf, lebt als Streichinstrumentenmacher in Wien
28Wild, Franz Anton. — Brünn. 1790. 1832
29Seine Geigen sind ziemlich hochgewölbt, mit tiefer Hohlkehle, sonst sauber gearbeitet, aber sie klingen ziemlich hart. Der braungelbe Lack ist über einem Leimgrund aufgetragen und daher wenig haltbar. F. A. Wild soll auch in Markneukirchen gelebt haben, doch fehlt dafür jeder Beweis, auch in den Kirchenbüchern wird er dort nie genannt.
30Geigenzettel: Franz Anton Wild, Bürgerl. / Lauten- und Geigenmacher / Brünn anno 1832 (gedruckt).
32Wild, Heinrich Adolf. — Markneukirchen. Geb. 15. März 1843
33Seine Arbeit wird gelobt, dasselbe gilt von:
35Wild, Heinrich Robert. — Erlbach. Geb. 2. Oktober 1845 in Markneukirchen
37Wild, Johann Georg. — Markneukirchen. Geb. 15. Januar 1780, † 25. Januar 1840
38Ein Vogtländer wie viele andere, ohne hervortretende Eigenschaften.
40Wild, Karl. — Markneukirchen. Geb. 1818, † 26. Januar 1897, machte auch Gitarren
42Wild, Ignaz. — Brünn. 1801
43Wahrscheinlich der Sohn von Franz A. W. Er erlangte im Jahre 1801 das Bürgerrecht in Brünn als Geigenmacher, doch gelang es mir nicht, Arbeiten von ihm zu sehen.
45Wilde, Johann. — St. Petersburg. Geb. in Bayern. — 1741, † 1770
46Seit 1741 kais. russ. Kammermusiker, 1764 altershalber pensioniert; ein trefflicher Geigenspieler, der als
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- Widhalm, Mathias
- Widhalm, Veit Anton
- Wild, Heinrich Adolf
- Wild, Heinrich Robert
- Wild, Ignaz
- Wilde, Johann
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