Scan 568
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 564. See the scan on archive.org.
1Wörl (Wöhrl, Wehrll, Werl), Johann. — Wien. 1756. 1785
2Sohn und Nachfolger von Conrad W. Er wohnte anfangs im Stubenviertel und legte am 23. Dezember 1768 den Bürgereid ab. Er kam aber sehr zurück, und schon 1776 heißt es im Steuerbuch von ihm: »Treibet Armuths wegen kein Gewerb«, weshalb er auch der Wiener Geigenmacherzunft nicht bis zu seinem Tode angehörte. Er war nicht ungeschickt, und seine Geigen sind denen von Christ. Partl ziemlich ähnlich. Nur wenige davon sind als gute Orchesterinstrumente höheren Wertes.
3Geigenzettel: Johann Werll Lauten / und Gei / genmacher in Wien 1756 (gedruckt).
5Wörle (Vörle, Wörlin, Woellern), Georg. — Augsburg. Geb. um 1620 in Vils, † nach 1674
6Seine Lehrzeit dürfte er in der Heimat durchgemacht haben; er ließ sich in Augsburg nieder, wo er die »Krämergerechtigkeit« erwarb und am 7. Juli 1647 die Catharina Negler heiratete. Im Hochzeitsamts-Protokoll heißt es darüber: »Georg Wöhrlin von Fils, Lautenmacher, hat die Cramer gerechtigkeit, & Catharina Negerlerin von Wettenweiler unter Gotteshauß Wettenhausen, bede ledig« usw. usw. Er war ein geschickter Meister, der außer Lauten u. a. auch recht hübsche Taschengeigen gemacht hat. Eine solche von 1672 besitzt das Musikhistorische Museum von W. Heyer in Köln (hier lautet der Name, den er sehr verschieden schrieb, »Wöllern«), eine andere, von 1674, bewahrt das Germanische Museum in Nürnberg.
7Geigenzettel: Georgius Vörle Lauten- / und Geigenmacher in / Augsburg 1674 (gedruckt).
9Wörle, Johann Paul. — Nürnberg, Preßburg, Tyrnau. 1799. 1827
10Er war erst in Nürnberg ansässig, dann taucht er in Tyrnau auf und ließ sich zuletzt in Preßburg nieder. Seine Arbeit steht zwischen der Wiener und Prager Schule. Er ist nicht ungeschickt gewesen und verwendete gutes Holz, gelben Lack und bevorzugte eine flache Wölbung.
11Geigenzettel: Joh. Paul Wörle Lauten- / und Geigenmacher in Tyrnau 1804 (gedruckt). — Joh. Paul Wörle / Lautten und (Greif mit Laute) Geigenmacher / in Nürnberg A 1799 (geschrieben) und Abb. 822.
13Wörle (Vörle, Wöhrlin), Mathias (Matthäus). — Augsburg. Geb. um 1650, † vor 1695
14Er stammt wie Georg Wörle (Vörle) aus Vils und heiratete am 3. Mai 1676 Ursula Schnitzler von Augsburg; im Hochzeitsprotokoll wird er ausdrücklich als Lautenmacher bezeichnet. Nach Dr. Waldners freundlicher Mitteilung wurden in Vils um die angegebene Zeit zwei Mathias W. geboren. Einer am 3. Februar 1649 als Sohn des Jakob und der Maria W., der andere am 15. Februar 1651 als Sohn von Adam und Maria W. Mit einem dieser beiden müßte der Augsburger Meister identisch sein. Daß er vor 1695 schon gestorben sein muß, geht daraus hervor, daß in diesem Jahre am 13. Februar seine Witwe den Geigenmacher Gg. Aman aus Vils (geb. 28. März 1671) heiratete. Eine Taschengeige von ihm ist in Berlin aus der Sammlung Snoeck (Nr. 429).
15Geigenzettel: Mathias Wörle / Augspurg 1689 (gedruckt).
17Wörnle, Anton. — München. Geb. 1858 in Mittenwald, † 1906
18Sohn von Matthias W., Schüler von Johann Kriner. Von 1871 an besuchte er durch drei Jahre die Geigenbauschule in Mittenwald und arbeitete dann bis 1897 für die großen Mittenwalder »Verleger«. Um sich zu vervollkommnen, ging er hierauf in die Fremde, arbeitete bei Geißer in Petersburg und trat 1899 als Gehilfe bei O. Möckel (Berlin-Charlottenburg) ein, wo er Gelegenheit hatte, sich vorzüglich auszubilden. Er blieb hier vier Jahre lang und machte sich 1903 in München selbständig. Seine Arbeit fand Anerkennung, da er sowohl im Neubau als auch in der Wiederherstellung alter Geigen sehr tüchtig war. Er ahmte die Modelle von Stradivari und Guarneri nach und verwendete einen Öllack.
19Geigenzettel: Anton Wörnle / Geigenmacher in München 19 . . (gedruckt).
21Wörnle, Christoph. — Mittenwald. Geb. 1784, † 1876
22Ein braver Geigenmacher, der hauptsächlich für die großen Mittenwalder Verleger tätig war, aber auch bessere Geigen machte, die er mit seinem handschriftlichen Zettel versah. Auch sein Vater und Großvater waren schon Geigenmacher.
24Wörnle (Werndle, Werendle), Franz. — Mittenwald, Freising. 1751. 1760
25Die Mittenwalder Familie Wörnle scheint eigentlich Wörle geheißen zu haben; doch herrscht die Schreibart Wörnle so sehr vor, daß sie zuletzt allein Geltung erlangte. Franz W. war ein angesehener, wohlhabender Mann, der später nach Freising zog und dort zum Bürgermeister erwählt wurde. Seine Geigen haben mittlere und flache Wölbung, gelben Lack und sind recht gut ausgearbeitet. Bei solchen mit hoher Wölbung bemerkte er ausdrücklich auf dem Zettel, daß sie nach Jacob Stainer gemacht seien.
27Wörnle (Wörnlein, Wörle), Franz Sales. — Mittenwald. Geb. 17. August 1758, lebte noch 1819
28Sohn von Georg W. Es gibt gute, aber auch sehr flüchtig gearbeitete Geigen von ihm.
29Geigenzettel: Franz Wörnlein / Mittenwald äo 1796 (geschrieben) und Abb. 841.
31Wörnle, Georg. — Mittenwald. 1757. 1770
32Ein guter Mittenwalder Meister der Klotzschule.
33Geigenzettel: Georgius Wörnle in Mitten- / Wald An der Isar Ao 1758 (gedruckt).
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.