Scan 58
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Bott, Johann. — Wien. Geb. um 1810, † 10. März 1881
2Ein geschickter Geigenmacher, der nur wenig neue, aber sehr schöne Violinen gemacht hat, die nach Stradivari und Amati gebaut sind und guten gelbbraunen Lack haben. Er soll nach seiner eigenen Angabe nur ein einziges Violoncello gemacht haben. Als Reparateur war er vielbeschäftigt und wegen seiner Sorgfalt geschätzt. Er hatte seine Werkstatt in der Burggasse bei St. Ulrich, wo jedermann den originellen kleinen Mann mit dem großen grauen Künstlerhut kannte. Er verwendete nur geschriebene Zettel.
4Bottari, Ferdinando. — Pisa. 1849
5Ein Gitarrenmacher vom Anfang des 19. Jahrhunderts ohne bemerkenswerte Vorzüge.
7Botti, Antonio. — Sassuolo (Modena). 19. Jahrhundert
8Er wird bei Valdrighi (3689) erwähnt; man kennt nur einige Kontrabässe von ihm.
10Botze, Johannes. — Erfurt. 1687
11G. Siefert in Leipzig besitzt eine aus der Kirche einer Brüdergemeinde stammende Viola von ihm (Decke und Kopf sind neuere Arbeit) mit dem geschriebenen Zettel: Johannes Botze in Erffürth / 1687.
13Boucher. — London. 1764
14Ein in England ansässiger Franzose, der sich durch nichts hervorgetan hat.
16Bouillot, Jean François. — Mirecourt. 1778. 1787
17Nur dem Namen nach bekannt.
19Boul, Simon. — ? 1786
20Eine gute Geige mit seinem Zettel führt das Preisverzeichnis von G. Withers auf (16 £).
22Boulanger, Nicolas. — Mirecourt. 1727. 1758
23Nur von A. Jacquot erwähnter Luthier.
25Boullangier, Charles. — London. Geb. 1823 in Mirecourt, † Okt. 1888
26Nachdem er in Mirecourt ausgelernt hatte, ging er 1843 nach Paris, arbeitete drei Jahre bei Vuillaume und drei Jahre bei Gand & Bernardel und wandte sich 1849 nach London, wo er bis 1856 für Edw. Withers Geigen machte und dann seine eigene Werkstatt eröffnete. Er war sehr fleißig, baute viele Geigen nach Stradivari und Guarneri und verwendete einen schönen, roten Lack. Besonders geschätzt sind seine Violoncelli.
28Boullangier, C. — London. 1889. 1900
29Wohl der Sohn und Nachfolger von Charles B. Er erhielt für seine Violinen und Violoncelli 1889 auf der Invention Exhibition eine silberne Medaille.
31Boumeester (Bouwmeester), Jan. — Amsterdam. 1637. 1689
32Einer der besten holländischen Geigenmacher des 17. Jahrhunderts, der sich durch besonders saubere Arbeit und guten, gelben oder gelbroten Lack auszeichnet. Er bevorzugte ein großes Patron von mittlerer Wölbung und brachte am Wirbelkasten geschnitzte Köpfchen an. Er stand in hohem Ansehen, und das Selhofsche Auktionsverzeichnis führt Violinen, Gamben und Violoncelli von ihm aus den Jahren von 1614(?) bis 1675 auf (versteigert im Haag 1759). In der Sammlung von Scheurleer sind zwei Violen von 1683 und 1689 und bei Snoeck eine Baßviola von 1667 (jetzt in Berlin). Auch auf der Ausstellung des Verbandes deutscher Geigenbauer in Leipzig im Jahre 1908 war eine Violine dieses Meisters zu sehen, die den Arbeiten von Petrus Guarneri (Mantuae) zum Verwechseln ähnlich war. Es ist daher wahrscheinlich, daß die meisten seiner Arbeiten jetzt unter italienischer Flagge segeln.
33Geigenzettel: Jean Boumeester / Amsterdam 1667 (gedruckt). — Abb. 76.
35Bourbon s. Borbon
37Bourbon, Nicolas. — Mirecourt. 1753. 1787
38Er galt als geschickter Meister und war mit Nicolas Vuillaume befreundet. Ein François Bourbon, der von 1775 bis 1789 nachweisbar ist, war dagegen nach Jacquot nur ein mittelmäßiger Geigenmacher.
40Bourdet, Jacques. — Paris. 1750. 1752
41Er stammt wahrscheinlich aus Mirecourt (vgl. Bourdet) und scheint Instrumente aller Art gebaut zu haben. Seine Violinen sollen von sehr gewöhnlicher Arbeit sein. Mir ist er nur als der Wiederhersteller eines Clavecins bekannt geworden. Von seinem Leben weiß man auch nur, daß er 1751 geschworener Meister der Pariser Lautenmacherzunft war.
43Bourdet (Bourdet), Jean-Sébastien. — Mirecourt. Geb. im Beginn des 18. Jahrhunderts, lebte noch 1766
44Ein sehr geschickter Meister. Über seine Lebenszeit gehen die Nachrichten weit auseinander. Während Jacquot und Vidal das 18. Jahrhundert als seine Zeit nachweisen, setzen ihn andere ein Jahrhundert zurück und lassen ihn 1620 leben, und wieder andere sagen, er sei 1530 geboren und habe 1555 in Paris gelebt. Man hat es da bestenfalls mit drei gleichnamigen Meistern zu tun. Andere Mitglieder der Familie waren: Claude-François B. (1738. 1745), Dominique B., der Bruder von Jean-Sébastien, der auch Orgelmacher war (1732. 1748), sowie zwei François B., die 1785 und 1786 in den Zunftlisten vorkommen.
46Bourgard, Jean. — Nancy. 1775. 1786
47Er stammte aus Prag und war der Sohn des Johann Burghardt und der Catharina, geb. Baumgarten. Er kam in jungen Jahren zu Charlotte nach Nancy, wo er seinen Namen französisierte und die Marianne Fanchon heiratete. Seine Geigen sind meist ohne Sorgfalt ausgeführt und haben braunen Lack, doch gibt es auch
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