Scan 60
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Geigenbau scheint er schon in seiner Heimat betrieben zu haben, und so verlegte er sich auch in Rußland sehr bald ausschließlich auf die Reparatur und den Handel mit alten italienischen Geigen. Er war als Kenner sehr geschätzt, lebte ungemein sparsam und hinterließ bei seinem Tode ein großes Vermögen. Sein schönes Lager italienischer Streichinstrumente erwarb Jul. Heinr. Zimmermann, während seine Werkstatt und seine reichen Geigenholzvorräte in den Besitz von A. J. Leman übergingen.
3Braglia, Antonio. — Modena. 1790. † um 1820
4Besonders als Bogenmacher geschätzt; seine Gitarren und Bässe sind dagegen weniger wertvoll.
6Brahi. — Lüttich. 1900
7Geigenmacher und -händler der Gegenwart.
9Braidi, Geminiano. — Modena. 1794
10Er baute Geigen und Bogeninstrumente aller Art. — Alles aber ohne besonderes Verdienst.
12Braidi, Giovanni. — Modena. 1766
13Mittelmäßiger Geigenmacher, von dem ich ein großes Violoncello und einen Baß gesehen habe. Vielleicht der Vater Geminianos.
14Geigenzettel: Johannes Braidi, protomagister / violae majoris (sic) in C. S.mi ducis / Mutinae fecit a. 1766 (gedruckt).
16Brandilioni (Brandiglioni), Filippo. — Brescia (?). 1790. 1800
17Er wird von mehreren in das 17. Jahrhundert versetzt und soll das Maggini-Modell nachgeahmt haben. Das erstere ist falsch und das letztere nicht bewiesen. Eine Violine von ihm aus dem Jahre 1795 hat braunroten Leimlack und eine scharfe, bestimmte Hohlkehle. Die Schnecke, durch deren Mitte ein Ebenholzstift geht, ist nach Amati geschnitten, mit vertiefter, schwarz gefärbter Mittellinie. Die Zargen sind hoch, die F-Löcher plump, aber die Wölbung ist schön. Die ganze Geige erinnerte an die Arbeit Leop. Widhalms und mehr an die Mittenwalder als an die italienische Schule; selbst das für Mittenwald charakteristische Merkmal für die Mitte der Unterzarge fehlt nicht. Da ihn Fenaroli gar nicht erwähnt, ist das »Brixiae« vielleicht auf Brixen statt auf Brescia zu deuten.
18Geigenzettel: Abb. 93.
20Brandini, Fausto. — Pisa. 1777
21Seine Geigen sind nicht ungeschickt gemacht. Valdrighi (3867) schreibt den Namen Prandini, doch scheint die Schreibweise mit B die vorherrschende zu sein.
23Brandini, Jacopo. — Pisa. 1789. 1807
24Gehört er auch nicht zu den hervorragenden Geigenmachern, so kennt man doch einige gut klingende Violinen von ihm. Sein Modell ist nicht besonders schön, er verwandte aber im allgemeinen gutes Holz und einen ziemlich guten Lack. Der Boden ist bei ihm oft nach der Schwarte geschnitten. Nach einer Mitteilung gelangte die Firma Herrmann & Söhne in Berlin in den Besitz seines zufällig erhaltenen Nachlasses, aus etwa 50 Geigen bestehend.
25Geigenzettel: Abb. 74.
27Brandini. — Pesaro. 1660
28Der älteste Geigenmacher dieses Namens, von dem es Geigen und Violoncelli gibt, die nicht ganz schlecht sind. Auch Valdrighi (3691) erwähnt ihn.
30Brandl, Karl. — Budapest. Geb. in Szombathely 1821, † 16. April 1864
31Schüler von Tischenant und Anton Hoffmann in Wien, bei dem er gleichzeitig mit Th. Gutermann arbeitete. Er hat mehrere sehr gute Geigen gemacht, auch die Londoner Ausstellung von 1862 enthielt zwei schöne Geigen von ihm, nach Stradivari und Guarneri del Gesù gebaut, von denen die letztere später in den Besitz von Louis van Waefelghem überging.
32Geigenzettel: Carolus Brandl fecit ad formam Gio. Pao. / Maggini Pestini 1863 (gedruckt).
34Brandner. — Schönbach b. Eger. Geb. 29. Jan. 1814, † 7. Febr. 1895
35Trat als Geigenmacherssohn frühzeitig in die Werkstatt seines Vaters ein und war ein fleißiger Geigenmacher, dessen Sohn Johann auch wieder das väterliche Geschäft fortsetzt.
37Brandner, Anton I. — Schönbach in B. Geb. um 1800
38Kommt 1826 bereits als Innungsmeister vor.
40Brandner, Anton II. — Schönbach in B. 1870. † 1898
41Ursprünglich Geigenmacher, verlegte er sich in der Folge fast ausschließlich auf das Schnitzen von Geigenhälsen und Schnecken.
43Brandner, Ignaz. — Schönbach in B. † um 1899
44Ein Geigenmacher, der nur billige Geigen und Schachteln machte.
46Brandner, Johann. — Schönbach in B. Geb. in Schönbach 1849
47Schüler von Anton Brandner. Durchwanderte als Gehilfe Deutschland und war von 1870—1875 bei Bausch in Leipzig, worauf er 1875 sein eigenes Geschäft begründete. Er baut Streichinstrumente nach allen Modellen und wendet verschiedene Lackierungen an. Auch treibt er Handel mit alten Instrumenten. Außer seinen eigenen Zetteln klebt er auch solche nach dem Modell ein.
49Brandner, Josef
50 » Karl Schönbach
51 » Wenzel
53In der Geigenindustrie ihrer Heimat noch gegenwärtig tätige Mitglieder der Familie B.
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