Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 61

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 57. See the scan on archive.org.

1Brandner, Johann. — Mittenwald. Geb. 1835, † 1916
2Ein braver Geigenmacher, der selbständig wenig hervorgetreten ist, aber seines unversieglichen Humors halber sehr beliebt war, und der als Hochzeitlader und Brautführer bei allen Familienfesten seines Ortes eine gewichtige Rolle spielte.
4Brandner, Kaspar. — Mittenwald. Geb. 18. Nov. 1883 in Mittenwald
5Schüler der Mittenwalder Geigenbauschule unter Franz Baader. Als Gehilfe arbeitete er zwei Jahre lang bei G. Kriner in Landshut und drei Jahre in München bei Gius. Fiorini, Zunterer und zuletzt bei Sim. Rieger, nachdem er vorher in seinem Heimatort noch das Lauten- und Gitarrenmachen erlernt hatte. Im Jahre 1904 machte er sich selbständig, baut nach Stradivari und Guarneri gute Konzertgeigen und nach italienischen und Wiener Modellen Lauten und Gitarren. Er ist auch in der Wiederherstellung aller Saiteninstrumente geschickt und wurde 1896 auf der Nürnberger Ausstellung für seine Geigen prämiert.
6Geigenzettel: Kaspar Brandner / Instrumentenmacher und Reparateur / Mittenwald Nr. 125 (Bayern) [Rechts und links Medaille Prämiiert Nürnberg 1906].
8Brandstätter, Ignaz. — Wien. Geb. um 1757, † 10. März 1791
9Da er nur ein Alter von 34 Jahren erreicht hat, dürfte es nur wenige Geigen von ihm geben. Er scheint übrigens hauptsächlich Gitarren gemacht zu haben, die aber nur von mittelmäßiger Arbeit sind. Boden und Zargen zeigen denselben schwarzbraunen Lack, der zu seiner Zeit in Wien beliebt war.
10Geigenzettel: Abb. 46.
12Brandstätter, Matthäus Ignaz. — Wien. Geb. um 1791, † 6. März 1851
13Er wohnte Stadt Nr. 994 und legte am 3. Oktober 1817 als Lautenmacher den Bürgereid ab. Er baute sehr sauber gearbeitete Violinen nach Stradivari und verwendete einen gelben Lack mit rötlicher Schattierung. Leider ist der Ton seiner Geigen nicht so schön wie ihr Aussehen. Er war sehr fleißig, soll aber in den letzten Lebensjahren nicht zu bewegen gewesen sein, eine seiner neuen Geigen zu verkaufen. Nach seinem Tode fanden sich in seiner Werkstatt mehrere Schubladen voll Violinen, die bis zum Lackieren fertig waren. Anton Hoffmann kaufte den ganzen Nachlaß, machte die Geigen fertig, versah sie mit Brandstätters Zettel und brachte sie in den Handel. Diese nachgelassenen Geigen sind leicht an ihrem minderwertigen Lack zu erkennen und nur halb so viel wert als diejenigen, die er selbst noch fertig gemacht hat und die jetzt recht gut bezahlt werden. Er stand als Reparateur in großem Ansehen. Ein Reparaturzettel von ihm in Brüssel (Mus. d. Cons. Nr. 258), ein ebensolcher in einer theorbierten Laute von Pradter, die sich in der Sammlung alter Musikinstrumente in Wien, Burgring 5, befindet. Ein Johann Brandstätter, der von 1840 bis 1855 in Wien gelebt haben soll, hat nicht existiert.
14Geigenzettel: Mathäus Brandstätter in Viennae / reparavit Anno 1817 (gedruckt) und Abb. 47.
16Branzo, Francesco Barbaro. — Padua. 1620. 1660
17Das Wort »Barbaro« dürfte die Heimat dieses Meisters andeuten. Ein Calascione (beliebtes neap. Volksinstrument) in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin, Nr. 723 (von 1620), s. Abbildung Bd. I Seite 54. Bei Vidal wird nur der Name mit der Jahreszahl 1660 erwähnt. Er scheint also nur die aus diesem Jahre stammende Gamba von ihm in der Sammlung Correr gekannt zu haben. Valdrighi nennt ihn Bronzo-Barbaro (3693).
19Brater s. Pradter
21Bratti, Cesare. — Florenz. 1882
22Er soll nicht ungeschickt gewesen sein; da er aber in seine Geigen gerne fremde Zettel geklebt hat, findet man seinen Namen sehr selten.
24Braun, Adam. — (Mark-)Neukirchen. 1697
25Sein Name wird als der eines Stiefsohnes und Schülers von Kornelius Kretzschmar überliefert. Da er keines Meisters Sohn war und die vorgeschriebene Wanderzeit nicht erledigt hatte, wurde er erst auf ein an den Landesherrn gerichtetes Gnadengesuch hin am 17. Okt. 1697 als Meister in die Zunft aufgenommen. Er ist wahrscheinlich der Ahnherr der noch bestehenden Familie, seine Söhne und Enkel scheinen jedoch nicht Geigenmacher gewesen zu sein.
27Braun, Anton. — Budapest, Szegedin, Belgrad. Geb. 1847, † 5. Okt. 1901
28Schüler von Placht in Wien und Ferd. Jos. Homolka in Kuttenberg. Er hielt sich nur kurze Zeit in Budapest auf, ging dann nach Szegedin und ließ sich um 1887 in Belgrad nieder, wo er Königl. Serbischer Hofinstrumentenmacher wurde. Er war auch ein tüchtiger Musiker und wahrscheinlich der Vater von Johann und Michael Braun.
29Geigenzettel: Antonius Braun / fecit Belgradi 1890 (gedruckt). — Reparavit / Ant. Braun Belgradi / 1882 (gedruckt).
31Braun, August Hermann. — Markneukirchen. Geb. 11. Dez. 1868
32Schüler von Karl Wilhelm Keßler, bei dem er seit 1882 lernte. Als Gehilfe arbeitete er bei verschiedenen Meistern und machte sich 1892 selbständig. Im Jahre 1896 trat er bei der Firma Karl Gottlob Schuster ein und gründete deren Werkstatt für Kunstgeigenbau, die er durch 22 Jahre leitete. Im Jahre 1918 richtete er seine eigene Werkstatt ein und baut sehr sorgfältig ausgeführte Violinen und Violoncelli nach italienischen und Tiroler Meistern, die sich sehr schnell Eingang in Künstlerkreisen verschafften. Er verwendet einen guten ätherischen Öllack. Besonders wird auch seine Geschicklichkeit im Wiederherstellen alter Meistergeigen gelobt.
33Geigenzettel: Gebaut im Jahre 19… von Aug. Hermann Braun / Lauten- und Geigenbaumeister / Markneukirchen i./S. No. 855.

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.