Scan 69
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Burckholtzer (Burgkholzer) s. Purkholtzer
2Burghardt s. Bourgard
3Burkhardt, Emil. — Eisenach. Geb. 1871 zu Annaberg im Erzgeb.
4Er lernte bei Meisel in Klingenthal und arbeitete 1888 als Gehilfe bei Ernst Gläsel in Markneukirchen; von da ging er 1890 nach Dresden zu Hammig, 1892 zu Beyer nach Erfurt und 1895 nach Kötzschenbroda bei Dresden, wo er sich am 1. Juni selbständig machte. Er erfand ein Universalstreich- und Rupfinstrument, zu dessen fabrikmäßiger Herstellung er sich mit einem Kaufmann in Schleusingen verband. Seit 1898 widmete er sich wieder ausschließlich dem Geigenbau und siedelte 1901 nach Eisenach über, wo er durch gediegene Arbeit bald allgemeine Anerkennung fand. Er ist gleich tüchtig im Neubau wie in der künstlerischen Wiederherstellung alter Geigen.
5Geigenzettel: Emil Burkhardt, / Instrumentenmacher u. Reparateur, / Eisenach, anno 190 (gedruckt).
7Burnley, Arnold. — 1871
8Ein englischer Geigenmacher, dessen Öllack gelobt wird.
10Burzeński, Kasimir. — Uście-Solne. 1796
11In der Wiener Musik- und Theaterausstellung waren Arbeiten von ihm ausgestellt.
13Busan, Domenico. — Vicenza, Venedig. 1740. 1780
14Die Lesart BusaS ist seinen Zetteln nach falsch. Er ist wenig bekannt und soll nach de Piccolellis aus Vicenza stammen, schloß sich aber der Venezianer Schule an. Hauptsächlich sind einige gute Bässe von ihm bekannt.
15Geigenzettel: Dominicus Busan / Venetus Fecit / Anno 1746 (gedruckt). — Dominicus Busan / fecit Venetiis 1761 (gedruckt).
17Busch, Ernst. — Nürnberg. 1612. 1644
18Ein fleißiger und geschätzter Lauten- und Violenmacher, der in den Umrissen eine neue Form anstrebte. Arbeiten von ihm sind in verschiedenen Sammlungen zu finden. Zwei Gamben von ihm sind in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln und ferner eine Violine von 1644 im Germanischen Museum in Nürnberg. Eine aus der Sebalduskirche stammende Viola von ihm besitzt der 85jährige Nürnberger Musiker Auer seit 65 Jahren. Die Viola ist sehr groß und hat einen wundervollen Ton. C. Claudius in Kopenhagen hat eine sehr große Baßgamba mit Bogen von ihm aus dem Jahre 1638 und eine Diskantviola da Gamba.
19Geigenzettel: Ernst Busch, Nürnberg 1617 (gedruckt). — Ernst Busch / in Nürnberg 1638 (gedruckt). — Ernst Busch Nürnberg / 1641 (gedruckt).
21Buschmann, Gustav Adolf. — Hamburg. Geb. 1835 in Freiburg i. Br.
22Bekannter Piano- und Harmoniumfabrikant, der als Erfinder einer schätzenswerten Verbesserung am Kontrabass hier genannt werden darf. Er hat sich seit langen Jahren mit der Verbesserung des Kontrabasses beschäftigt, der bekanntlich an dem Mangel leidet, daß seine Töne nur bis zum Kontra-E hinuntergehen, daß also die Kontraoktave zu den tiefsten Cellotönen bis C fehlt. Schon 1856 baute er einen C-Kontrabass, der sich aber nicht praktisch erwies, weil er in Quinten gestimmt war. Um die gewohnte Mensur bestehen zu lassen und nur die tiefste Saite nach Bedürfnis bis zum Kontra-C benutzen zu können, ersann Buschmann verschiedene Systeme mit Anwendung von Wellen, Klappen oder Druckstäben, aber alle wollten den Ansprüchen an bequeme Spielart nicht genügen. Schließlich löste er das Problem durch Verwendung eines zweiten Sattels für die tiefste Saite und von vier Greifern, die durch Druckknöpfe vom Hals aus in Tätigkeit gesetzt werden. So kann die gewöhnliche Spielart des Instruments bestehen bleiben und doch nach Belieben die tiefste Saite nach Dis oder Es, D, Cis oder Des und C zu gestimmt werden. Damit ist nicht nur die Skala um diese Töne erweitert, sondern der Klang des Instruments vervollkommnet und die Tonarten, die sonst ohne Kraft sind, wirken freier. Eine ähnliche Erfindung hat allerdings Karl Pittrich in Dresden schon früher gemacht.
24Bussetto, Giovanni Maria del. — Cremona, Brescia. 1640. 1681
25Er wird stets, u. a. noch von Valdrighi, in die Zeit von 1540—1580 gesetzt und dann der Zeit nach als einer der ersten Geigenmacher Cremonas erklärt. Auf echten Zetteln ist jedoch die Zahl 16 bei der Angabe des Jahrhunderts ganz deutlich; einen solchen Zettel veröffentlicht auch Grillet. In einer Altviola der Sammlung Scheurleer mit der Ortsangabe Brescia wird die Jahreszahl 1576 gelesen, was offenbar falsch ist. Seine Geigen sind hochgewölbt, haben großes Patron, kurze, weite F-Löcher, und dunkelgelben oder braunen Lack. Er stammt wahrscheinlich aus Busseto und ist vielleicht der Meister der Violen mit dem Namen: Joannes Marius (gedruckt).
26Geigenzettel: Abb. 86.
28Bussolero, Luigi. — Riva-Nazzaro. 1817
29Guter Gitarren- und Mandolinenbauer vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
30Geigenzettel: Luigi Bussolero Rivanazzaro 1817 (gedruckt).
32Buthod. — Mirecourt. 1820. 1845
33Nachdem er eine Zeitlang unter Vuillaume gearbeitet hatte, gründete er in Mirecourt eine große Fabrik und verband sich später mit Husson; zuletzt hieß die Firma »Husson, Buthod et Thibouville«.
34Geigenzettel: Buthod. Luthier / Elève du Vuillaume, à Paris (gedruckt).
36Buti, Antonio. — Archi. 1756
37Mittelmäßiger Geigenmacher aus Albano.
38Geigenzettel: Antonio Buti d’Albano Archi / Fece l’anno 1756 (gedruckt).
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