Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 98

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

42 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 94. See the scan on archive.org.

1italienischen Zetteln versehen worden sind. Der Lack ist dunkelrot und sehr dünn. Der Ton entsprach den damaligen Anforderungen, und diesem Umstand ist es wohl auch zuzuschreiben, daß sich die polnischen Geigen einer gewissen Beliebtheit bei den Musikern des 17. Jahrhunderts erfreuten. Bei einer Viola d’amore von ihm war sowohl der Boden als die Decke aus Ahornholz.
3Danner s. Thanner
5Darbey, G. — Bristol. 1882. 1910
6Ein Geigen- und Bogenmacher, der seine Werkstatt, die er »Cremona house« nennt, 1882 eröffnete. Er ist der Erfinder und Verfertiger eines Saiten-Mikrometers.
8Darche, Charles-François. — Brüssel. Geb. in Mirecourt um 1820, † 1874
9Jüngerer Bruder von Nicolas Darche. Er kam in jungen Jahren zu N. F. Vuillaume, als dessen Schüler er gelten kann, und machte sich 1845 in Brüssel selbständig. Seine Arbeit war im ganzen gut, der Lack aber mager und der Ton oft dumpf, was wohl hauptsächlich daher kam, daß er das Holz durch chemische Prozesse alt machen wollte und dadurch verdarb. Er verbrauchte überhaupt viel Zeit zu allerlei Versuchen und Erfindungen, dazu gehören auch Violoncelli mit fünf Saiten u. dgl. Als Reparateur war er jedoch wegen seiner sorgsamen und treuen Geduldsarbeit ungemäss geschätzt.
11Darche, Joseph. — Brüssel. Geb. um 1824 in Mirecourt, † 1867
12Jüngster Bruder von Nicolas D. Nachdem er in Mirecourt ausgelernt hatte, kam er zu N. Vuillaume nach Brüssel, machte sich da 1854 selbständig und galt als geschickter Geigenmacher.
14Darche, Hilaire. — Brüssel. Geb. in Brüssel 1862
15Sohn von Joseph D. Seine erste Lehrzeit machte er in Mirecourt durch und kam dann drei Jahre später nach Brüssel zurück, wo er unter der Leitung eines Geigenmachers, der 30 Jahre lang bei Vuillaume gearbeitet hatte, seine Ausbildung vollendete. Im Jahre 1886 eröffnete er seine eigene Werkstatt und führte sie allein bis 1894 fort; dann verband er sich mit seinem Bruder zu der Firma »Darche Frères«. (Der Bruder ist jedoch nicht Geigen-, sondern Klaviermacher usw.) Er baut nach Stradivari, Guarneri und Maggini und ist Geigenmacher des Konservatoriums.
16Geigenzettel: Hilaire Darche, Luthier / du Conservatoire Royal de Bruxelles. / L’An 19.. (gedruckt).
18Darche, Nicolas. — Aachen. Geb. um 1815, † 1873
19Er soll in seiner Vaterstadt Mirecourt gelernt haben und ließ sich, nachdem er in Brüssel eine Zeitlang gearbeitet hatte, gegen 1840 in Aachen nieder. In seiner ersten Zeit berechtigte er zu schönen Hoffnungen und baute nach den Modellen von Stradivari, Guarneri und Maggini mit Geschick und Verständnis. Damals verwendete er auch dicken, roten Öllack und erzielte eine bemerkenswerte Klangschönheit. Er verlangte 1844 für eine Geige 35 Taler, für ein Violoncello 70 Taler. Später ergab er sich dem Trunke, und seine Arbeiten aus den sechziger Jahren kommen höchstens noch der Mirecourter Durchschnittsware gleich; ja es ist wahrscheinlich, daß er nur noch Mirecourter Schachteln verarbeitete. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er überhaupt nichts mehr.
20Geigenzettel: N. Darche Luthier / à Aix la Chapelle / 1852 (gedruckt).
22Darche, Paul. — Brüssel. Geb. um 1846, † 1881 in Brüssel
23Sohn von Ch. F. Darche und dessen Nachfolger. Seine Lehrzeit machte er in Mirecourt durch und arbeitete dann im väterlichen Geschäfte. Er war nicht ungeschickt sowohl im Neubau wie in der Herstellung alter Geigen.
25Dardelli, Fra Pietro. — Mantua. 1497. 1500
26Ein Franziskanermönch, der sowohl schöne Lauten als Violen gemacht hat. Er stand seinerzeit in hohem Ansehen und wurde von Fürsten beschäftigt. Fétis erwähnt und beschreibt eine seither verschwundene Laute, die Dardelli für die Herzogin von Mantua gemacht haben soll. Daß die seinen Namen tragenden Geigen echt sind, erscheint durchaus zweifelhaft. Vgl. auch Bertolotti, La Musica in Mantova (1400—1600) Mailand, Ricordi & Co., S. 17. 18.
28D’Argent, Michel. — Mirecourt. 1750
29Nur von A. Jacquot erwähnt.
31Dassigny, Jacques. — Mirecourt. 1774. 1779
32Bogenmacher.
34Darte, Auguste. — Mirecourt. 1865. † 1888
35Schüler, Schwiegersohn und Nachfolger von Nicolas Vuillaume. Eine Zeitlang arbeitete er als Gehilfe bei J. B. Vuillaume in Paris. Seine Geigen sind gute Mirecourter Durchschnittsware.
37Daum, Karl Mathias. — Wiener-Neustadt. Geb. 20. April 1825, † 15. Mai 1870 in Wiener-Neustadt
38Sohn von Mathias D. Schüler von Anton Fischer in Wien, bei dem er bis 3. September 1843 lernte. Er arbeitete dann bei verschiedenen Meistern, übernahm 1855 die väterliche Werkstatt und heiratete 1860 Francisca Pajer, die Tochter eines Fleischhauers aus Répce Szemere in Ungarn. Er war nicht ungeschickt, wenn er auch seinem Vater nicht gleichkam, und ist zu früh gestorben, um sich ausreifen zu können. Seine Witwe heiratete 1872 den Geigenmacher Fr. Hiller.
40Daum, Karl Wilhelm. — Pressburg, Wiener-Neustadt, Barmen. Geb. 19. Sept. 1860
41Sohn von Karl Mathias D. Er verlor seinen Vater schon im zehnten Lebensjahr, erlernte die Geigenmacherei bei seinem Stiefvater Franz Hiller und ging dann nach Ungarn, von wo er erst 1901 wieder nach Wiener-Neustadt kam und sich als Geigenmacher niederließ. Vor-

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