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Scan 150
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1eins- bis zweimal, und läßt sie dann zuletzt in freier Luft trocknen, was bei schönem warmem Wetter in 5 Stunden der Fall sein wird. Dann dürfen sie sich, vom Rahmen losgemacht, nicht mehr zusammenziehen und die Saite, 4 oder 5 Zoll von ihrem fernen Ende gehalten, darf sich durch ihr eigenes Gewicht nicht mehr biegen.
3Nun werden diese fertigen Saiten mit seinem Olivenöl leicht bestrichen, in Stücke von 6—8 Fuß geschnitten und über einen hölzernen Cylinder gewunden, in welcher Form sie bekanntlich verschifft werden.
5Es ist hier zu bemerken, daß man von dem Bestreichen der Saiten mit Oel jetzt größentheils abgekommen ist. Gewiß ist, daß die Saite erst dann wieder normal klingt, wenn das Oel entfernt ist. Auch das Schwefeln ist von zweifelhaftem Werthe; es macht zwar die Saite hell und weiß, aber in der Folge der Zeit ist es schädlich. Priali in Padua schwefelt gar nicht, und dennoch sind seine Saiten beim Aufziehen klar und hell.
7Im Jahre 1780 kostete ein Mazzo (aus 30 Saiten, jede drei Ellen lang und aus drei Sorten bestehend) in Neapel fünf Carolini, also nicht einmal einen Gulden. Herr Dr. H. kaufte im Jahre 1838 in Neapel bei Avalone den Mazzo dreizügiger Saiten zu 90, vierzügige zu 120 grani (schwere Kreuzer).
9Eine gute Saite muß einen vollkommenen, homogenen Cylinder bilden ohne Wülste oder Knoten. Sie muß durchscheinend sein, darf während des Aufziehens Farbe und Durchsichtigkeit nicht verlieren und muß, wenn sie bis nahe zum Berreisen gespannt wird, sich
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