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Scan 198
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1weil sie ihm keinen entsprechenden Verdienst ot, und er erlernte nun das Geschäft seines Vaters und Bruders. Die damals in Paris lebenden Violinvirtuosen, welche das Bestreben hatten, auf ihren Instrumenten die Manieren italienischer Gesangskünstler in allen ihren Nuancen nachzuahmen, verlangten mehr und stärker nach Bogen, die mehr Leichtigkeit, mehr Schwung und dabei doch mehr Elasticität hätten. Somit hatte die Fabrikation wenigstens vorerst ein deutlich vorgezeichnetes Ziel, das sie zu erstreben sich angelagen sein lassen mußte. Franz Tourte hatte seine ersten Versuche mit Holz gemacht, welches er aus Dauben von Zuckerfässern genommen hatte; denn er sollte sich eine geschickte Hand erwerben, ohne dabei kostspieliges Holz zu verderben. Seine ersten Produkte verkaufte er zu 20 bis 30 Sous. Unbeugsam in dem Eifer, einen wichtigen Zweck zu erreichen, machte er später Versuche an allen Holzgattungen, die ihm nur irgend tauglich schienen; aber es stand lange an, bis er zu der Überzeugung kam, daß nur mit Brasilienholz die gesuchten Resultate zu gewinnen seien, da es Leichtigkeit, Festigkeit und Elasticität in wünschenswertestem Grade verbinde.
3Diese ersten und wichtigen Entdeckungen Tourte's fielen in die Zeit von 1775—80. Unglücklicherweise waren damals die Seekriege zwischen Frankreich und England ein großes Hinderniß für die Einfuhr des Brasilienholzes auf dem Festlande, und das zum Färben gebrauchte war auf 6 Fr. per Pfund gestiegen. Das zum Färben bestimmte Brasilienholz wird in Scheiten versandt; dasjenige aber, welches den meisten Färbestoff enthält, ist zugleich auch das tauglichste zur Fabri-
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