Books › Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864 › scan 86
Scan 86
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
5 lines. Read by computer on 1 October 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1ihre schöne Form, die sorgfältige Auswahl des Holzes, die sichere Berechnung aller Verhältnisse durch die Feinheit, Elasticität und das Feuer des Backes; den edelsten Produkten Stradivario's gleich zu stellen sind.
3Unmittelbar nach dieser ruhmvollen Zeit seiner Künstlerlaufbahn haben die Instrumente Guarnerio's fast plötzlich nichts mehr von den erwähnten Vorzügen aufzuweisen, und man erkennt sie bloss mehr an einem gewissen, eigenthümlichen Gepräge, welches sich selbst in den leisten seiner Arbeiten nicht verläugnet. Eine solche Verwandelung würde unbegreiflich sein, wenn das unglückliche Ende des Künstlers, das wir nur gerichtweise kennen, nicht die Ursache dieser großen und bedauernswürdigen Veränderung erkennen ließe. Die in Italien verbreiteten Gerüchte über die Unglücksfälle, mit denen Guarnerius in seinen letzten Jahren zu kämpfen hatte, sind schwankend und sich widersprechend; soviel aber erkennt man daraus, daß das Ende dieses ausgezeichneten Lautenmachers jedenfalls nicht das eines wohlhabenden Mannes war. Vergonz (Entel des erwähnten Karl), der in einem Alter von 80 Jahren starb, erzählte, daß Guarnerio der Jesu ein unregelmäßiges Leben führte; daß er faul, nachlässig, beim Wein und dem Vergnügen ergeben war; und mit seiner Frau nicht glücklich lebte. Aus unbestimmten Ursachen sei er einige Jahre im Gefängnisse eingesperrt gewesen und dort auch im Jahre 1745 gestorben. — Andere Gerüchte stimmen zu diesen Entschuldigungen Vergonz's. Man sagt, daß die Tochter des Gefängniswärters Guarnerio das nötigste Holz und einige schlechte Werkzeuge verschafft habe, mit welchen er die Instrumente hervorbrachte, die ihm so wenig one of two readings
4Unmittelbar nach dieser ruhmvollen Zeit seiner Künstlerlaufbahn haben die Instrumente Guarnerio's fast plötzlich nichts mehr von den erwähnten Vorzügen aufzuweisen, und man erkennt sie bloss mehr an einem gewissen, eigenthümlichen Gepräge, welches sich selbst in den leisten seiner Arbeiten nicht verläugnet. Eine solche Verwandelung würde unbegreiflich sein, wenn das unglückliche Ende des Künstlers, das wir nur gerüchtweise kennen, nicht die Ursache dieser großen und bedauernswürdigen Veränderung erkennen ließe. Die in Italien verbreiteten Gerüchte über die Unglücksfälle, mit denen Guarnerius in seinen letzten Jahren zu kämpfen hatte, sind schwankend und sich widersprechend; soviel aber erkennt man daraus, daß das Ende dieses ausgezeichneten Lautenmachers jedenfalls nicht das eines wohlhabenden Mannes war. Vergonz (Entel des erwähnten Karl), der in einem Alter von 80 Jahren starb, erzählte, daß Guarnerio der Jesu ein unregelmäßiges Leben führte; daß er faul, nachlässig, beim Wein und dem Vergnügen ergeben war; und mit seiner Frau nicht glücklich lebte. Aus unbestimmten Ursachen sei er einige Jahre im Gefängnisse eingesperrt gewesen und dort auch im Jahre 1745 gestorben. — Andere Gerüchte stimmen zu diesen Entschuldigungen Vergonz's. Man sagt, daß die Tochter des Gefängniswärters Guarnerio das nötige Holz und einige schlechte Werkzeuge verschafft habe, mit welchen er die Instrumente hervorbrachte, die ihm so wenig one of two readings
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.