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Scan 85
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Guarnierio hat aller Wahrscheinlichkeit nach ein anderes Geschäft betrieben, denn man kennt keine Instrumente dieses Namens, auch erlernte sein Sohn die Lautenmacherfunktion nicht bei einem der Guarnierios, sondern bei Stradivario. — Joseph Guarnierio hat in Cremona von 1725 bis 1745 gearbeitet. Seine ersten Versuche zeichnen sich durch kein charakteristisches Zeichen von Originalität aus, dieselben beweisen vielmehr eine gewisse Gleichgültigkeit in der Wahl der Materialien sowohl, als auch in den Formen, die sehr verschieden sind, und in dem Firma. — Erst einige Jahre später findet man Instrumente von ihm, die einen sorgfältigen Bau, ausgezeichnet schönes Holz und einen Firma haben, der mit jenem des Stradivario rivalisieren kann. Die Instrumente aus dieser Zeit sind von kleinem Format und sehr schöner, gefälliger Zeichnung, wenig gewölbt; die inneren Theile von gutem Tannenholz. Ein einziger Tadel fällt auf diese Geigen: nämlich daß sie in den Schallpunkten zu stark sind, welcher Umstand einer freien und energischen Vibration der Taseln sehr hinderlich ist. Nach der Art und Weise der Zeit, in welcher sie gebaut wurden, bezogen, mußten diese Instrumente an Kraft und Tragweite des Tones Mangel haben. Trotz der Verschiedenheit der Form tragen diese Geigen im Wesentlichen ein übereinstimmendes Gepräge ihres Meisters, welches sich selbst im dritten Abschnitt seiner künstlerischen Tätigkeit nirgend verändert, obwohl wir hier in der äußeren Gestaltung eine noch größere, aber immer gewisse Mannigfaltigkeit und Ungebundenheit des Genie's wahrnehmen. Aus dieser Zeit haben wir einige Instrumente, besonders von größeren Patronen, welche durch
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