Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 101

Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874

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1und drei Solostimmen und dem Ensemble, ohne dass es zu einem absoluten Dominieren der obligaten Instrumente kommt. Dem zur Anwendung gebrachten Style gemäss erscheint vielmehr Alles musikalisch gleichberechtigt. Einfachheit, Schlichtheit und klare, folgerichtige Bestimmtheit ist ein Grundzug dieser Musik. Aber dabei hat sie zugleich etwas vornehm Pathetisches, eine gewisse Grösse, die in dem ernst gemessenen Schritt kräftig gesunder Tonfolgen sich ausspricht. Freilich verbindet sich damit nicht selten eine an Monotonie streifende Stabilität des Ausdruckes, die sowohl in der einseitigen Modulationsmanier wie auch in dem oft gleichartigen Metrum des Periodenbaues fühlbar wird. Eine wechselreichere Mannichfaltigkeit in diesen Beziehungen herbeizuführen, war der sich anschliessenden Epoche vorbehalten.
3Genau betrachtet, ist hier die Basis zu orchestraler Schreibweise gelegt. Corelli's mehrstimmiger Instrumentalsatz im sogenannten „Concerto grosso“ wurde in der That maassgebend für die nächste Folgezeit. Er erinnert bisweilen sehr stark an Händel's Orchesterstil. Dieser Meister trat während seines längeren römischen Aufenthaltes in nahe Beziehung zu Corelli, und es ist unverkennbar, dass er dessen methodisch normale Behandlung des Streichquartetts in sich aufnahm, um sie, seiner eminenten künstlerischen Begabung entsprechend, in gesteigerter Wirkung für die eigene schöpferische Thätigkeit zu verwerthen.
5Corelli's Ruhm als Violinspieler und Tonsetzer drang so schnell in die musikalische Welt, dass er bald Gegenstand allgemeinster Aufmerksamkeit wurde. Begabte Kunstjünger von nah und fern wendeten sich an ihn, um seiner Lehre theilhaftig zu werden, und thätige Musikhändler lieferten dem Publikum verschiedene und wiederholte Auflagen seiner Werke. Nächst den Originalausgaben erschienen Nachdrucke von den 4 ersten Sonatensammlungen in Amsterdam, Paris und London. Die gesuchteste und populärste seiner Schöpfungen, opus 5, erlebte sogar kurz hintereinander fünf Editionen. Diese Sonatencollection wurde überdies von Francesco Geminiani, dem Schüler Corelli's, zu Konzerten für Streichinstru-

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