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Scan 100
Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874
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1Meisters betreffs des von tieferem künstlerischen Ernst besseelten Gehaltes und einer stylvollen Behandlung der Geige unbedingt den Vorrang.
3Dasselbe gilt auch hinsichtlich des sechsten und letzten Werkes Corelli's: „Concerti grossi con due Violini e Violoncello di concertino obligati a due altri Violini, Viola e Basso di concerto grosso ad arbitrio che si potranno radoppiare, op. 6. Roma, Decembre 1712.“ Die Dedication ist vom 3. December 1712 und an den Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz gerichtet.
5Die in dieser Sammlung vereinigten Musikstücke entstanden ohne Zweifel auf Anregung der Torelli'schen „Concerti grossi“, welche bereits 1709, also drei Jahre vor den gleichnamigen Compositionen Corelli's im Druck erschienen. Es sind acht Kirchen- und vier Kammerconcerte, deren Gestaltung zur Hauptsache auf der bisherigen üblichen Anordnung beruht. Die vier Kammerconcerte bestehen demgemäß aus einer Zusammenstellung von Tanzformen und Tonsätzen freier Erfindung. Unterscheiden sich mithin die „Concerti grossi“ hinsichtlich ihrer äusseren Erscheinung nicht von der zwei-, drei- und vierstimmigen „Sonate“ jener Periode, so erhalten sie doch etwas Eigenartiges durch die, schon von Torelli realisirte Einführung von Solo- und Ripienstimmen. Diese Anordnung ist aber bei Corelli wesentlich abweichend von Torelli's Behandlungsweise der obligaten und accompagnierenden Instrumente. Nicht um Solostimmen mit untergeordneter Begleitung, sondern um drei concertirende Partien, vertreten durch 2 Violinen und 1 Violoncello, mit Hinzufügung einer harmonieergänzenden Bratsche, handelt es sich in Corelli's Conzerten. Die beiden Ripiengeigen sind nur im Tutti beschäftigt, gehen dann aber fast immer im strengen Unisono mit den Solostimmen. Der Satz ist daher im Wesentlichen vierstimmig. Nur in vereinzelten Fällen und vorübergehend sind die Violinen in den Ripienstimmen anders geführt als die entsprechenden Soloinstrumente, wodurch sich denn stellenweise eine sechsstimmige Behandlung ergibt. Der „Continuo“ führt die einfachen Fundamentalbässe aus.
7So entfaltet sich ein wechselndes Tonspiel zwischen zwei
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