Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 99

Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874

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1Cembalo, a Roma, 1700" 1), welches 12 Kammersonaten für Violine solo enthält, zeigt ganz in ähnlicher Weise, wie die vier ersten Sonatenwerke des Meisters, die Formgebung der kirchlichen sowohl, als auch der weltlichen Instrumentalmusik. Die ersten 6 Sonaten in viertheiliger Bildung 2) sind nach dem Modus der Kirchensonate, die übrigen dagegen nach dem der bisherigen Kammersonate gestaltet. In der ersten Hälfte dieser Sammlung tritt also Corelli, dem Beispiele Torelli's und Ant. Veracini's folgend, nun auch für die Umbildung der Kammersonate nach Maassgabe der Kirchensonate entschieden ein. Er legt aber hierbei den Schwerpunkt der Composition in die Violinstimme. Die bisherige polyphone Bildweise des Sonatensatzes zeigte das Prinzip der möglichsten Gleichberechtigung aller Stimmen, wodurch der Violine eine coordinirte Stellung zugewiesen war. Die Geige, in eine erste und zweite eingetheilt, erschien nur insofern bevorzugt, als sie führend und leitend auftrat. Die ersten Versuche einer Solo-Violin-Sonate mit Bass, denen wir bei Fontana und Marini begegneten, zeigen dasselbe Prinzip: Beide Stimmen halten sich das Gleichgewicht und concertiren, so zu sagen, miteinander. Auch in Veracini's Kammersonatenwerk (op. 3) ist noch durchaus dieser Standpunkt festgehalten. Corelli nun geht, wie auch schon Torelli, theilweise von dem hierin beobachteten Herkommen ab, indem er die Violinpartie mit besonderer Bevorzugung behandelt. Der Bass tritt dadurch in ein mehr untergeordnetes, begleitendes Verhältniss. Hiermit war die eigentliche Solo-Violinsonate gegeben und zugleich die entschiedene prinzipielle Ausscheidung des specifischen Violinsatzes (ähnlich wie in Torelli's "Concerti grossi") innerhalb des Gebietes der Instrumentalcomposition vollzogen.
3Stellen wir nun die Solo-Violinsonaten Torelli's und Corelli's nebeneinander, so behaupten diejenigen des letzteren
51) Diese Sonaten existiren in neuer Ausgabe.
62) Nur die sechste Sonate enthält als fünften Theil eine "Follia" mit 16 Variationen, neuerdings in freierster Bearbeitung von Ferd. David herausgegeben.

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