Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 78

Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874

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1sich entwickelnde Thema wird nach der damals üblichen Weise fugenartig in den beiden Oberstimmen bearbeitet. Violoncello und Orgel bilden den Bass dazu. Aber während das letztgenannte Instrument die Fundamentalbässe einfach giebt, führt das Violoncello in mannichfacher Weise das erste Glied des Thema's als Gegensatz zu den Hauptstimmen durch, so dass ein sinnreiches Tonspiel entsteht. Unwillkürlich wird man hier hinsichtlich der thematischen Behandlung an einzelne Partien im ersten Satz von Beethoven's Cmoll-Symphonie erinnert, so weit und tief auch immer die Kluft ist, welche beide Werke in geistiger Beziehung von einander trennt.
3Dass diese Gestaltungsweise bei Bassani keine zufällige war, dass der Meister sie vielmehr mit klar bewusster Absicht anwendete, beweist ihre Wiederkehr im ersten Allegro (Presto) der achten Sonate desselben Werkes (s. dieselbe unter N. XXXIV der Musikbeilagen). Hier ist es das dem Thema entnommene Quintintervall, welches im Verlaufe des Satzes, auf verschiedenen Tonstufen wiederkehrend, eine selbstständige Rolle neben der Durchführung des Hauptmotives spielt.
5Eine derartige geistreiche Anwendung der thematischen Arbeit, mit der Bassani, ähnlich wie Monteverde betreffs einer weit vorgreifenden Ausdehnung der Violintechnik, seiner Zeit voraneilte, blieb vor der Hand ohne bestimmenden Einfluss auf die Produktion. Immer war man noch mit Bewältigung nötigerer und näher liegender Forderungen beschäftigt. Die Formen der „Sonate“ mussten zunächst mehr noch ausgestaltet und bestimmt werden, ehe man sich einem im Detail feiner zugespitzten Musikbildern hingeben konnte.
7Sodann war auch die Violintechnik, welche seit Mitte des 17. Jahrhunderts in keiner Hinsicht eine wesentliche Bereicherung erfahren hatte, weiter zu entfalten.
9Hier nun ward demnächst das Wirken Giuseppe Torelli's, geb. gegen Mitte des 17. Jahrhunderts in Verona, gest. 1708, von Wichtigkeit. Er wurde im September 1686 als Violettspieler (suonatore di Violetta) bei der Capelle von S. Petronio in Bologna angestellt. Vom Jahr 1689 erscheint er in den Registern der genannten Kirche als Spieler der „Tenor-Viola“.

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