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Scan 353
Die Violine und ihre Meister, 1869
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1des Violinspiels an der Musikschule, und betätigte sich überdies vielfach als Solo- und Quartettspieler auch außerhalb seiner Berufssphäre. In letzterer Beziehung vertritt er die gediegene, dem Virtuosenthum entgegengesetzte künstlerische Richtung. Von seinen zahlreichen Violincompositionen veröffentlichte er im Laufe der Jahre Variationen, Concerte, Etüden und eine Reihe verschiedenartiger kleinerer Piecen; außerdem schrieb er Kammermusikstücke, Sinfonien und eine Oper „Hans Wacht“. Auch eine Violinschule ist von ihm vorhanden. Obwohl kein Mangel an derartigen Erzeugnissen herrscht, so hat diese Arbeit doch ihre volle Berechtigung. Den meisten neueren Violinschulen fehlt es mehr oder minder an instructiven, stetig fortschreitenden und systematisch geordneten Notenbeispielen, namentlich für ungeübtere Kräfte. David wird nicht nur diesen Forderungen gerecht, sondern vermeidet auch den Fehler vieler seiner Vorgänger, Dinge lehren zu wollen, die sich entweder nicht lehren lassen, oder doch nur im persönlichen Umgange zwischen Meister und Schüler erfolgreich zur Sprache gebracht werden können. Demgemäß beschränkt er sich auf rein technische Zwecke; er bietet eine umfängliche Folge von kleineren und größeren Etüden, in denen ein reichhaltiges, sowohl für die linke Hand als für die Bogenführung ergiebiges und leicht verwerthbares Übungsmaterial niedergelegt ist. Ein anderer Vorzug des Werkes ist, daß der Text, alle Breiten und Längen umgehend, nur die wesentlichsten und unvermeidlichsten Erklärungen enthält. Der Verfasser hat sich durch diese Arbeit als ein Künstler von vollkommener Einsicht in die Forderungen der Technik, so wie von reicher Erfahrung und seiner Beobachtungsgabe bewährt.
3Ein weiteres anerkennenswerthes Verdienst erwarb sich David durch die mit Fleiß und fundiger Hand veranstaltete Herausgabe theils vergessener, theils bisher ungedruckter Violincompositionen. Als solche sind zu bezeichnen: die von ihm in neuerer Zeit veröffentlichten Violinconcerte von Bach, Händel, Mozart, Viotti, Rode u., so wie die in der „Hohen Schule des Violinspiels“ zusammengestellten Violinsonaten von anerkannten Meistern des 17. und 18. Jahrhunderts*). Wenn
5*) Leipzig bei Breitkopf und Härtel.
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