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Scan 272
Die Violine und ihre Meister, 1869
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1er als erster Geiger bei der kaiserl. Privatmusik engagirt. Den 20. März 1820 ereilte ihn der Tod. Geboren war er 1752 zu Paris.
3Als einer seiner besten Schüler wird Jean Jacques Grasset, ehemal Vor Spieler bei der italienischen Oper in Paris, bezeichnet. Er soll im Wesentlichen die Eigenschaften seines Lehrers, nämlich eine saubere, sanfte Tonbildung von geringem Volumen und viel Fertigkeit besessen haben. Während der französischen Revolution wurde er unter die Fähnen gestellt. Dieser Umstand führte ihn nach Italien. Die musikalischen Eindrücke dieses Landes verwerthete er für seine Kunst. Aus dem Militärdienste entlassen, kehrte er nach Paris und zu seiner früheren Tätigkeit zurück. Bei der Bewerbung um die durch Gaviniés' Tod (1800) erledigte Violinprofessur erhielt er den Vorzug vor mehreren trefflichen Künstlern, unter denen Guénin, Gervais und Guérillot die nahmhaftesten waren. An der italienischen Oper wurde er Bruni's Nachfolger als Concertmeister; diese Stellung verwaltete er 25 Jahre lang. Um den Anstrengungen des Dienstes zu entgehen, trat er 1829 von seiner amtlichen Tätigkeit zurück. An Violincompositionen veröffentlichte er 3 Concerte und 5 Hefte Violinduette. Er wurde gegen 1769 in Paris geboren.
5Ein anderer durch die Revolution aus seinem Vaterlande vertriebener Künstler war der treffliche Violinist Lacroir, geb. 1756 in Remberville. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung von dem Capellmeister Lorenziti*) an der Kathedrale zu Nancy. Von 1780—1792 lebte er in Paris; dann wandte er sich nach Bremen, und 1800 nach Lübeck, wohin ihn eine Berufung als Musikdirektor zog. In letzterer Stadt starb er Ende 1812. Sein Spiel war von angenehmem, und nach französischer Weise lebhaft bewegtem Charakter. Als
7*) Antonio Lorenziti, der Sohn eines Musikers in Diensten des Prinzen von Oranien, wurde gegen 1740 im Haag geboren, und war ein Schüler Locatelli's. 1767 erhielt er die Capellmeisterstelle in Nancy. Er verfasste mehrere Violincompositionen. Sein Bruder und Schüler, mit Vornamen Bernardo, geb. in Kirchheim (Württemberg) gegen 1764, war 1787 Mitglied des pariser Operorchesters als zweiter Geiger. Außer einer beträchtlichen Anzahl von Compositionen schrieb er eine Violinschule: „Principes ou nouvelle Méthode pour apprendre facilement a jouer du Violin (Paris, Nadermann).“
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