Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 66

Die Violine und ihre Meister, 1869

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1erschienen, um ihre Kunst gleich einer seltenen Waare mit Gold aufwiegen zu lassen, und so hatte Geminiani in der Folge mit manchen seiner Genossen unter dem Druck einer bedeutenden Concurrenz zu leiden.
3Geminiani hat eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Violincompositionen, sowohl Sonaten als Concerte, geschrieben*). Es offenbart sich in ihnen ein solides Wesen, zugleich aber auch ein Mangel an völlig durchgebildetem Geschmack und Schönheitsgefühl, der sich ganz besonders in einer unsicheren Behandlung der melodischen und rhythmischen Verhältnisse fühlbar macht. Diese Schwäche der Geminiani'schen Geistesprodukte hat schon Burney richtig erkannt und angedeutet. Wenn aber der englische Kunstrichter von „verwegenen, wilden Ergießungen" dieses Componisten berichtet, so fühlt man sich zum Widerspruche aufgefordert. Wir möchten seine Musik eher unfertig, unregelmäßig und eckig nennen, als verwegen und wild. Wahrscheinlich hat Burney die Eigenschaften seines Spiels unwillkürlich mit auf seine Compositionen übertragen.
5Geminiani's Arbeiten entbehren einer schönen Sinnlichkeit. Es fehlt ihnen an Prägnanz, Gedankenkraft, Unmittelbarkeit des Ausdrucks so wie an natürlichem melodischen und modulatorischen Fluß. Und die in seiner Musik etwa durchbrechenden sympathischen Momente erscheinen vielmehr als ein Ergebniß angeeigneter als ursprünglicher Ausdrucksweise. Steht somit seine produktive Tätigkeit dem Gehalt nach gegen die seines Lehrers Corelli entschieden zurück, so zeigt sie doch den Fortschritt wesentlich gesteigerter Violintechnik.
7Das Hauptverdienst Geminiani's gründet sich wohl in seiner Violinschule, die als Erstlingswerk der Violinpädagogik gerechtes Aufsehen erregen mußte. Sie erschien 1740 in englischer Sprache unter dem Titel: „The art on playing the violin, containing rules necessary to attain perfection on that instrument etc.“; London. Diese Violinschule erlebte kurz nach einander wiederholte Auflagen in England und Frankreich; auch eine deutsche Übersetzung
9*) Das vollständige Verzeichnis derselben, so wie der theoretischen Werke Geminiani's s. b. Fétis.

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