Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 284

Die violine und ihre meister, 1883

9 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1spiel dort im Vergleich zu andern deutschen Städten sich erst verhältnismässig spät zu wirklicher Bedeutsamkeit und Geltung erhob. Der Schwerpunkt des Wiener Musiklebens lag eben infolge der von Joseph Haydn eingeschlagenen Richtung, die alle Herzen und Hände in Bewegung versetzte, zu entschieden in dem Bestreben nach gemeinsamer Kunstübung, um eine exlusivere Pflege der Geige sogleich zu begünstigen. Deshalb tritt die letztere daselbst als Soloinstrument nicht viel vor dem Schlusse des 18. Jahrhunderts in das zeitgemäße Stadium der Specialkunst. one of two readings
2spiel dort im Vergleich zu andern deutschen Städten sich erst verhältnismässig spät zu wirklicher Bedeutsamkeit und Geltung erhob. Der Schwerpunkt des Wiener Musiklebens lag eben infolge der von Joseph Haydn eingeschlagenen Richtung, die alle Herzen und Hände in Bewegung versetzte, zu entschieden in dem Bestreben nach gemeinsamer Kunstübung, um eine exclusivere Pflege der Geige sogleich zu begünstigen. Deshalb tritt die letztere daselbst als Soloinstrument nicht viel vor dem Schlusse des 18. Jahrhunderts in das zeitgemäße Stadium der Specialkunst. one of two readings
4Als eine der ersten bemerkenswerthen Erscheinungen in dieser Beziehung ist, wie schon bemerkt wurde, Anton Wranitzky zu betrachten. Geboren 1761 im mährischen Marktflecken Neureisch, wurde er ursprünglich für das Studium der Rechte bestimmt, welches er zu Brünn betrieb. Doch war er seit seinem Kindesalter mit Musik beschäftigt, und namentlich widmete er sich eifrig dem Violinspiel. Dieses vervollkommnete er, als er von Brünn nach Wien gegangen, bis zu ungewöhnlichem Grade, und bald sammelte sich um ihn eine Schaar Lernbegieriger, denen er neben seinem Capellmeisterdienst ein hochgeschätzter Mentor wurde. Seine Maximen hat er in einem kurzgefassten „Violin-Fondament“ von nicht mehr als 18 Seiten niedergelegt, welches sich als ein schwacher Nachhall der Mozart'schen Schule erweist. Bemerkenswerth ist darin der ausdrückliche Hinweis auf die Anlehnung an die Hauptmeister der italienischen Schule. Nachdem er die „Violinexempel von Fux“ zur Übung empfohlen hat, sagt er: „Mitunter können auch andere Galanterie-Beispiele, um den Schüler bey dem Geschmack zu erhalten, angewendet werden. Da aber die gebundene Art die vorzüglichste ist, so sollen die Schüler dazu am meisten verhalten werden. Hierin wird ihnen der unsterbliche Corelli und Tartini den wesentlichsten Dienst einstweilen verschaffen“.
6Wranitzky hat einiges für Violine componirt, darunter die ehedem sehr beliebten Variationen über das Thema: „ich bin liederlich“ &c., die mit allerhand Virtuosenstückchen ausgeputzt sind.
8Unter seinen zahlreichen Schülern gelangten zu grösserer Geltung Türke und Schuppanzigh. Namentlich war es der zweitgenannte, schon aus Beethoven's Leben bekannte Künstler, welcher sich bedeuten-

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.