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Scan 543
Die Violine und ihre Meister, 1893
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1Britten bleibt es immer, daß sie auch in neuerer Zeit noch keinen einzigen wahrhaft bedeutenden Komponisten hervorgebracht haben. Sterndale Bennett, wohl der namhafteste englische Tonsetzer dieses Jahrhunderts, erscheint als eine abgeblasste Kopie Mendelssohn-Bartholdy's und hat sich zu einer selbstständigen Produktivität nicht zu erheben vermocht. Auch als ausübende Musiker zeichneten sich bisher nur verhältnismäßig wenige Engländer aus. Unter den Violinspielern haben wir seit Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts an hervorragenderen Persönlichkeiten nur zu verzeichnen: Banister den jüngeren, William Corbett, Dubourg, Clagg, Fisher, Linley, Ashley, Bridgetower, Blagrove und die Gebrüder Holmes sowie Carrodus.
3John Banister der jüngere, geb. gegen 1663 zu London, ein Sohn des schon (S. 518) erwähnten Violinisten gleichen Namens, war der Schüler seines Vaters und gehörte nach vollendeter Ausbildung dem Orchester des Drury-Lane-Theaters an. In demselben wirkte er bis 1720 mit. Fünf Jahre danach starb er. In der Sammlung „Division Violin“ veröffentlichte man von seiner Komposition variirte „Capricen.“ Außerdem gab er um 1690 im Verein mit dem deutschen Tonsetzer Gottfried Finger, welcher damals in London lebte, folgendes Werk heraus: „Ayres, Chacones, Divisions, and Sonatas for Violins and flutes!“
5William Corbett, ein für seine Zeit namhafter Violinist, war mehrere Jahre hindurch Orchesterchef des Hay-Market-Theaters. 1710 begab er sich nach Rom, von wo er nach Gerber 1724 (nach Fétis 1740) zurückkehrte und in London in einem Konzert auftrat. Im Übrigen ist von seiner Tätigkeit als ausübender Künstler nichts bekannt. Unter den von ihm herausgegebenen Kompositionen befindet sich ein Kuriosum. Der Titel desselben lautet: „XXXV Concertos or universal bizzaries in 7 parts, in 3 books, op. 5“. Die Vorrede desselben besagt, daß der Verfasser sich die Aufgabe gestellt habe, den in den verschiedenen europäischen Königreichen, sowie in den Hauptstädten oder Provinzen Italiens üblichen Styl nachzunehmen. Gerber bemerkt dazu, daß diese Kompositionen „Ladenhüter“ blieben, also keine Abnehmer fanden.
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