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Scan 356
Die Violine und ihre Meister, 1893
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1Kunst. Aus dem Militärdienste entlassen, kehrte er nach Paris und zu seiner früheren Tätigkeit zurück. Bei der Bewerbung um die durch Gaviniés’ Tod (1800) erledigte Violinprofessur erhielt er den Vorzug vor mehreren trefflichen Künstlern, unter denen Guénin, Gervais und Guérillot die namhaftesten waren. An der italienischen Oper wurde er Bruni’s Nachfolger als Konzertmeister; diese Stellung verwaltete er 25 Jahre lang. Um den Anstrengungen des Dienstes zu entgehen, trat er 1829 von seiner amtlichen Tätigkeit zurück. An Violinkompositionen veröffentlichte er 3 Konzerte und 5 Hefte Violinduette. Er wurde gegen 1769 in Paris geboren.
3Ein anderer durch die Revolution aus seinem Vaterlande vertriebener Künstler war der treffliche Violinist Lacroix, geb. 1756 in Remberville. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung von dem Kapellmeister Lorenziti 1) an der Kathedrale zu Nancy. Von 1780—1792 lebte er in Paris; dann wandte er sich nach Bremen und 1800 nach Lübeck, wohin ihn eine Berufung als Musikdirektor zog. In letzterer Stadt starb er Ende 1812. Sein Spiel war von angenehmem, und nach französischer Weise lebhaft bewegtem Charakter. Als Komponist widmete er sich vorzugsweise der Kammermusik. Unter anderem schrieb er einige Hefte Violinduetten, welche ehedem bei den Liebhabern dieses Genres gute Aufnahme fanden.
5Der am 23. April 1758 zu Lauterburg geborene Elsässer Mathieu Frédéric Blasius, jedenfalls von deutscher Abkunft, zeichnete sich ebenso sehr durch sein Violinspiel, wie durch die geschickte Handhabung verschiedener Blasinstrumente, namentlich der Klarinette, Flöte und des Fagott aus, für deren Kultivierung er auch im Hinblick auf seine produktive Tätigkeit nicht ohne Verdienst war.
71) Antonio Lorenziti, der Sohn eines Musikers in Diensten des Prinzen von Oranien, wurde gegen 1740 im Haag geboren, und war ein Schüler Locatelli’s. 1767 erhielt er die Kapellmeisterstelle in Nancy. Er verfasste mehrere Violinkompositionen. Sein Bruder und Schüler, mit Vornamen Bernardo, geb. in Kirchheim (Württemberg) gegen 1764, war 1787 Mitglied des pariser Opernorchesters als zweiter Geiger. Außer einer beträchtlichen Anzahl von Kompositionen schrieb er eine Violinschule: „Principes ou nouvelle Méthode pour apprendre facilement a jouer du Violin (Paris, Nadermann).“
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