Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 122

Die violine und ihre meister, 1904

11 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1Kompositionen wurde nichts gedruckt. Er starb (nach Gerber) in London (nach Pohl in Dublin) am 3. Juli 1767.
3Sein Schüler John Clagg soll ihn an Fertigkeit und Gewandtheit übertroffen haben. Derselbe verlor, wie Gerber berichtet, durch übermässiges Studieren den Verstand, und endigte im Bedlamhospital, welchem er 1742 übergeben wurde.
5Ein weiterer Schüler Geminianis ist Michael Christian Festing, der in London geboren wurde und am 24. Juli 1752 starb. Er war königl. Kammermusiker, um 1742 Kapellmeister in Ranelagh Gardens und Mitbegründer der Londoner „Society of Musicians“ zur Unterstützung bedürftiger Musiker. Einige Violinwerke, sowie Vokalkompositionen von ihm sind bekannt.
7Eine andere Bedeutung als Geminiani gewann für das Violinspiel Pietro Locatelli. Er ist mit Rücksicht auf sein drittes Werk „L’arte del Violino, XII Concerti con XXIV Capricci ad Libitum etc.“ als Vater des modernen Violinvirtuosentums anzusehen. Diese zweifelhafte Ehre wird ihm selbst im Hinblick darauf nicht streitig zu machen sein, daß er, wie die Violinsliteratur des vorigen Jahrhunderts deutlich zeigt, mit dem genannten Opus nur in vereinzelten Fällen und erst verhältnismässig spät Einfluss gewann. Der Entwicklung des Violinspiels war durch Corelli und die ihm folgenden Meister im ganzen und großen zunächst eine andere Bahn vorgezeichnet, als die von Locatelli hier betretene. Es fehlte im allgemeinen noch an hinreichendem Zündstoff für das blendende und täuschende Brillantfeuerwerk des absoluten Virtuosentums, dem wir später als einer in gewissem Sinne wohl erklärenlichen Ausgeburt der Kunst begegnen. Nichtsdestoweniger hat Locatelli die ersten Ingredienzen und Requisite zu demselben geliefert. Unsre Aufmerksamkeit nehmen die 24 Capriccios1) vorzugsweise in Anspruch. Es sind etüdenartige Musikstücke, in denen neben verwertbarem Material eine Fülle schwierigster Aufgaben für das Fingerheldentum der one of two readings
8Eine andere Bedeutung als Geminiani gewann für das Violinspiel Pietro Locatelli. Er ist mit Rücksicht auf sein drittes Werk „L’arte del Violino, XII Concerti con XXIV Capricci ad Libitum etc.“ als Vater des modernen Violinvirtuosentums anzusehen. Diese zweifelhafte Ehre wird ihm selbst im Hinblick darauf nicht streitig zu machen sein, daß er, wie die Violinsliteratur des vorigen Jahrhunderts deutlich zeigt, mit dem genannten Opus nur in vereinzelten Fällen und erst verhältnismässig spät Einfluß gewann. Der Entwicklung des Violinspiels war durch Corelli und die ihm folgenden Meister im ganzen und großen zunächst eine andere Bahn vorgezeichnet, als die von Locatelli hier betretene. Es fehlte im allgemeinen noch an hinreichendem Zündstoff für das blendende und täuschende Brillantfeuerwerk des absoluten Virtuosentums, dem wir später als einer in gewissem Sinne wohl erklärenlichen Ausgeburt der Kunst begegnen. Nichtsdestoweniger hat Locatelli die ersten Ingredienzen und Requisite zu demselben geliefert. Unsre Aufmerksamkeit nehmen die 24 Capriccios1) vorzugsweise in Anspruch. Es sind etüdenartige Musikstücke, in denen neben verwertbarem Material eine Fülle schwierigster Aufgaben für das Fingerheldentum der one of two readings
101) Acht derselben sind von C. Witting bei Holle in Wolfenbüttel herausgegeben worden, ein „Labyrinth de l’harmonie“ von D. Alard in den „Maîtres classiques du Violon“.

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