Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 172

Die violine und ihre meister, 1904

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1tut. Sie hat etwas von dem Mozartschen Schönheitssinn, ja mehrere Themen erinnern direkt an diesen Meister. Sonsthin finden sich in Nardinis Sonaten einzelne Kantilenensätze, denen eine anmutende Süßigkeit des Ausdrucks eigen ist, während die mit Passagen nicht selten überladenen Allegros meist etwas Konventionelles und, man darf sagen, Veraltetes an sich tragen. Es fehlt hier offenbar an ersfinderischer Kraft. Übrigens gehört Nardini zu jenen Violin-Komponisten des achtzehnten Jahrhunderts, die auf der Grenzscheide des kirchlichen und weltlichen Musiktones stehen.
3Als Schüler des Nardini sind anzumerken: der Pisaner Giulio Maria Lucchesi, Giuseppe Moriani, geb. 16. August 1752 zu Livorno (war im Vortrag Haydnischer und Boccherinischer Quartette ausgezeichnet), die Florentiner Francesco Sozzi (zu Anfang des 19. Jahrh. Violinist in Augsburg) und Francesco Giuliani, Francesco Baccari, geb. 1773 zu Modena (lebte hauptsächlich in Spanien), Pollani in Rom, und der Engländer Thomas Linley.
5Thomas Linley, geb. zu Bath 1756, ließ sich bereits mit 8 Jahren als Konzertspieler hören, nachdem er in London bei Boyce Violinunterricht gehabt. 1770 reiste er nach Florenz, um unter Nardini zu studieren. Zwei Jahre später kehrte er in seine Heimat zurück. Der talentvolle Künstler ertrank bei einer Wasserpartie am 7. August 1778.
7Francesco Giuliani, geb. um 1760 zu Florenz, war dort vielseitig tätig als Violinist, Harfenist, Gesang- und Klavierlehrer. Nardini und Bartolomeo Felici waren seine Lehrer. Eine Zeitlang war er Violinist am nuovo teatro in Florenz. Sodann finden wir ihn 1795 als Direktor und ersten Violinisten am königl. Theater ebenda. Im Mailänder Opernverzeichnis wird er 1785 auch unter die Opernkomponisten gerechnet. (Nach Eitners Quellenlexikon, dort auch die Aufzählung seiner Werke.)
9Der Lucchese Filippo Manfredi, geb. gegen 1738 (gest. 1780), war ein Landsmann und Freund Boccherinis. Mit diesem verband er sich zu einer Kunstreise (Boccherini war bekanntlich Violoncellist), welche ihn 1768 auch nach Paris führte. Hier machte er, namentlich durch den Vortrag der Boccherinischen Trios und Quartette, denen

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