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Scan 181
Die violine und ihre meister, 1904
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1des Violinspiels, äußerte sich gegen Burney mit Entzücken über den reinen, vollen, weichen Ton, über den edlen Vortrag und das seltene Improvisationstalent Giardinis. Nicht minder wird er als Führer des Orchesters gerühmt. Trotz hochfahrenden, eigenwilligen, zänkischen und nicht leicht zur Anerkennung geneigten Wesens, wußte er sich bei seinen Untergebenen durch bewährte Tüchtigkeit in Respekt zu setzen, um so mehr, als sein Tadel überzeugend war. In der italienischen Oper zu London führte er zuerst die gleiche Streichart bei den Violinen ein.
3An Giardinis Kompositionen — er schrieb auch fünf zu London aufgeführte Opern, sowie ein Oratorium „Ruth“, — möchte die musikalische Welt nichts verloren haben. Man darf dies aus seinen sechs, als Op. 7 zu London herausgegebenen Solosonaten schließen, die sich in dem Fahrwasser einer gewöhnlichen Gestaltungsweise bewegen und jedes geistigen Auffchwunges entbehren. Ebenso ist die in Cartiers „L’art de Violin“ mitgeteilte Komposition Giardinis von unbedeutender Beschaffenheit.
5Als namhafter Schüler Giardinis ist hier Giuseppe Maria Festa, geb. 1771 in Trani (Neapel), einzureihen. Den ersten Unterricht empfing er von seinem Vater. Nachdem er dann unter Giardini studiert, hatte er noch Lolli zum Lehrer. 1816 wurde er Konzertmeister am Theater San Carlo in Neapel. Denselben Rang bekleidete er später auch bei der Privatmusik des Königs beider Sizilien. Er soll ein ungewöhnliches Direktionstalent besessen haben und Gerber bemerkt von ihm, daß er „einer der wenigen (?) großen Geiger Italiens“ gewesen sei. Seinen Tod fand er zu Neapel am 7. April 1839. Nach Rossinis Mitteilung soll Festa ein ausgezeichneter Quartettspieler gewesen sein. Auch erfahren wir aus dieser Quelle, daß Festa, seiner eigenen Äußerung zufolge, das Beste, was er gekonnt, Ludwig Spohr zu verdanken hatte, mit dem er in Neapel lebhaft verkehrte. 1)
7Francesco Chiabran (auch Chabran), ein geborner Piemontese und Nesse Somis’, trat 1723 ins Leben. Nachdem er den Unterricht seines Onkels genossen; wurde er 1747 bei der königlichen Musik in Turin angestellt. Doch verließ er seinen Platz 1751 und wandte sich
91) Ferd. Hillers „Tonleben unserer Zeit“. Leipzig 1868.
10v. Wasielewski, Die Violine u. ihre Meister. 4. Aufl.
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