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Scan 314
Die Violine und ihre Meister, 1910
11 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 294. See the scan on archive.org.
1Wranitzky hat einiges für Violine komponiert, darunter die ehemalig sehr beliebten Variationen über das Thema: „Ich bin liederlich“ usw., die mit allerhand Virtuosenstückchen ausgeputzt sind.
3Unter seinen zahlreichen Schülern gelangten zu größerer Geltung Türke und Schuppanzigh. Namentlich war es der zweitgenannte, schon aus Beethovens Leben bekannte Künstler, welcher sich bedeutendes Ansehen als Violinist in und außerhalb Wiens errang. Er tat sich indes vorzugsweise als Konzertmeister und Quartettspieler hervor. In letzterer Beziehung galten seine Leistungen lange als Muster für Auffassung und entsprechende Darstellung der betreffenden Kunstgattung. Schuppanzigh erwarb sich das Verdienst, die Quartettmusik durch regelmäßige Aufführungen zuerst in die Öffentlichkeit eingeführt zu haben, womit er in tonangebender Weise allen gleichartigen Unternehmungen anderer Städte voranging. Der Beginn dieser Quartettakademien fällt in das Winterhalbjahr 1804—1805. Außer Schuppanzigh, als Führer derselben, waren dabei zunächst beteiligt: dessen Schüler Mayeder (Violine II), sodann Schreiber, fürstl. Lobkowitzscher Kammermusikus (Viola) und Anton Krafft (Violoncello). Dieser Verband löste sich auf, nachdem Schuppanzigh in die Dienste des Grafen und späteren Fürsten Rasumowsky getreten war1. Schindler berichtet darüber in seiner Beethoven-Biographie: „Das schon in jener Zeit ausgezeichnete Quartett: Schuppanzigh — I. Violin, Sina — II. Violin, Weiß — Bratsche, Kraft (Vater) abwechselnd mit Linke — Violoncello, — das späterhin unter dem allgemeinen Namen das Rasumowsky'sche Quartett2 die ausgebreitetste und wohlverdiente Celebrität erlangte — dieses Quartett verherrlichte die musikalischen Zirkel des Fürsten Lichnowsky, und diesen vier echten Künstlerseelen hauchte Beethoven nach und nach seinen erhabenen Geist ein.“ (l. c. Seite 39.) one of two readings
4Unter seinen zahlreichen Schülern gelangten zu größerer Geltung Türke und Schuppanzigh. Namentlich war es der zweitgenannte, schon aus Beethovens Leben bekannte Künstler, welcher sich bedeutendes Ansehen als Violinist in und außerhalb Wiens errang. Er tat sich indes vorzugsweise als Konzertmeister und Quartettspieler hervor. In letzterer Beziehung galten seine Leistungen lange als Muster für Auffassung und entsprechende Darstellung der betreffenden Kunstgattung. Schuppanzigh erwarb sich das Verdienst, die Quartettmusik durch regelmäßige Aufführungen zuerst in die Öffentlichkeit eingeführt zu haben, womit er in tonangebender Weise allen gleichartigen Unternehmungen anderer Städte voranging. Der Beginn dieser Quartettakademien fällt in das Winterhalbjahr 1804—1805. Außer Schuppanzigh, als Führer derselben, waren dabei zunächst beteiligt: dessen Schüler Mayeder (Violine II), sodann Schreiber, fürstl. Lobkowitzscher Kammermusikus (Viola) und Anton Krafft (Violoncello). Dieser Verband löste sich auf, nachdem Schuppanzigh in die Dienste des Grafen und späteren Fürsten Rasumowsky getreten war1. Schindler berichtet darüber in seiner Beethoven-Biographie: „Das schon in jener Zeit ausgezeichnete Quartett: Schuppanzigh — I. Violin, Sina — II. Violin, Weiß — Bratsche, Kraft (Vater) abwechselnd mit Linke — Violoncello, — das späterhin unter dem allgemeinen Namen das Rasumowsky'sche Quartett2 die ausgebreitetste und wohlverdiente Celebrität erlangte — dieses Quartett verherrlichte die musikalischen Zirkel des Fürsten Lichnowsky, und diesen vier echten Künstlerseelen hauchte Beethoven nach und nach seinen erhobenen Geist ein.“ (l. c. Seite 39.) one of two readings
6„Dieser Quartettverein, für dessen musikalisch reine Sitten Beethoven nie aufhörte Sorgfalt zu tragen, galt mit Recht für die einzig wahre Schule, die Quartettmusik Beethovens, diese neue Welt voll erhabener Bilder und Offenbarungen, kennen zu lernen.“ one of two readings
7„Dieser Quartettverein, für dessen musikalisch reine Sitten Beethoven nie aufhörte Sorgfalt zu tragen, galt mit Recht für die einzig wahre Schule, die Quartettmusik Beethovens, diese neue Welt voll erhobener Bilder und Offenbarungen, kennen zu lernen.“ one of two readings
91 E. Hanslick: Geschichte des Konzertwesens in Wien, S. 203.
102 Fürst Rasumowsky war zu jener Zeit k. russischer Gesandter am Wiener Hofe und ein großer Kunstfreund. Ihm widmete Beethoven die drei Streichquartette Op. 59.
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