Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 372

Die Violine und ihre Meister, 1910

10 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 352. See the scan on archive.org.

1der Stelle zum Selbstmord trieb. Seine Ruhestätte fand er zu Châville.
3Guillemain veröffentlichte im ganzen 18 Werke (nicht 17, wie Fétis angibt), deren letztes 1760 in Paris erschien. Von seinen Violinkompositionen gibt Cartier aus einem 1734 erschienenen Werke (Op. 1) eine vollständige Sonate in fünf Sätzen und außerdem ein Adagio. Der Inhalt dieser Stücke erweckt unser Interesse nicht allein durch eine für die damalige Zeit auffallend brillante Technik, sondern auch durch das rhythmisch bewegte Leben, welches sich in ihnen ausspricht 1.
5Jean Joseph Cassanea de Mondonville war der Sprößling einer vornehmen, doch verarmten Adelsfamilie und wählte seinen Namen nach der Herrschaft Mondonville, die in dem Besitz seiner Vorfahren gewesen war. Geboren am 24. Dezember 1711 zu Narbonne, begann er sich frühzeitig mit Musik zu beschäftigen. Als Hauptinstrument hatte er die Violine erwählt. Ob er bei seinen Studien durch die Lehre eines anderen unterstützt wurde oder nicht, ist unbekannt. Seine künstlerische Laufbahn begann er als erster Violinist in Lille. Von hier wandte er sich 1737 nach Paris, wo er bereits drei Jahre zuvor im Concert spirituel aufgetreten war, trat dann in die Kammermusik des Königs und wurde 1745 zum Surintendanten der Kapelle in Versailles befördert. Zehn Jahre später übernahm er nach Royers Tode die Leitung des Concert spirituel, mit dem er schon länger in Verbindung gestanden hatte. Royer nämlich, der das Konzert 1748 unter ziemlich ungünstigen Umständen gepachtet hatte, verband sich mit dem Violinisten und Gesanglehrer Caperan und sagte Mondonville 1200 Livres jährlich zu gegen die Verpflichtung, daß dieser nur im Concert spirituel als Virtuose auftrete, auch seine neuen Kompositionen Royer zur Aufführung überlasse.
7Nachdem Mondonville Royer, der am 11. Jan. 1755 starb, in der Direktion des Orchesters und der artistischen Leitung abgelöst hatte, führte er unglaublich viel seiner — sehr beliebten — Kompositionen auf, dergestalt, daß sein Name auf jedem Programm und gelegentlich bis zu drei Malen erschien. 1762 jedoch zog er sich in den Ruhestand zurück und starb am 8. Oktober 1772 auf seinem bei Paris gelegenen Landhause Belleville.
91 Eine Sonate (II) in Allards „Maîtres classiques du Violon“.

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