Books › Die Violine und ihre Meister, 1910 › scan 537
Scan 537
Die Violine und ihre Meister, 1910
10 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 517. See the scan on archive.org.
1Die Kunst des Violinspiels im 19. Jahrhundert.
3Direktorstellung des Musikinstitutes in Coblenz anzunehmen, die er noch jetzt bekleidet. Res hat verschiedenes komponiert, darunter ein vom niederländischen Tonkünstlerverein preisgekröntes Violinkonzert. Veröffentlicht sind bis jetzt aber nur Lieder und „Charakteristische Tanzweisen“ für Violine.
5Ein ausgezeichneter Geiger ist Henri Wilhelm Petri, der am 5. April 1856 in Zeyst bei Utrecht geboren wurde. Seine Jugendjahre verlebte er in Utrecht selbst, wo sein Vater als Oboist in der städtischen Kapelle angestellt war. Er unterrichtete seinen Sohn in den Anfangsgründen des Violinspiels, starb aber bald, so daß an seine Stelle der Utrechter Konzertmeister Dahmen (gest. 1881) trat, welcher den jungen Petri nicht nur wesentlich förderte, sondern ihn auch 1871 zu Joachim nach Berlin brachte. Die Lehre dieses Meisters genoß der Kunstjünger drei Jahre hindurch, wozu ihm der König von Holland die nötigen Mittel gewährt hatte. Schließlich ging Petri auch noch für 18 Monate nach Brüssel, um sich mit der belgischen Schule vertraut zu machen. Unter der Algide Joachims trat er dann 1877 in London während der Saison auf, folgte hierauf einem Ruf als Konzertmeister nach Sondershausen, wo er unter Max Erdmannsdörfer drei und ein halbes Jahr wirkte. Nach Ablauf dieser Zeit ging er in gleicher Eigenschaft 1881 nach Hannover. Dort war er bis zu seiner im Oktober 1883 erfolgten Berufung nach Leipzig tätig, wo er an Stelle Schradiecks das Konzertmeisteramt im Gewandhaus- und Theaterorchester übernahm. Seit 1889 bekleidet er den Konzertmeisterposten in der königl. Kapelle zu Dresden als Nachfolger von Lauterbach. In Verbindung hiermit erhielt Petri die Stellung eines ersten Violinlehrers am königl. Konservatorium der sächsischen Hauptstadt. In beiden Eigenschaften ist der allseitig hochgeschätzte Künstler, seither auch zum königl. Professor ernannt, noch heute tätig.
7Petri hat von Dresden aus ausgedehnte Konzertreisen unternommen, die ihn durch den größten Teil Europas geführt haben. Auch mit dem von ihm gegründeten Streichquartett ist er mehrfach mit großem Erfolg auswärts aufgetreten, so u. a. im Jahre 1903 in Paris.
9Für Unterrichtszwecke hat Petri eine Anzahl wichtiger Werke der Violinliteratur neu bezeichnet herausgegeben, Konzerte von Bach, Mozart, Spohr, Davids Hohe Schule des Violinspiels u. a. m. Auch schrieb er eigene Kompositionen, hauptsächlich Lieder und Violinstücke.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.