Books › Die Violine und ihre Meister, 1910 › scan 599
Scan 599
Die Violine und ihre Meister, 1910
12 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 579. See the scan on archive.org.
1Marsick gebietet über eine außerordentlich durchgebildete virtuose Technik. Sein Spiel ist energisch, temperamentvoll, spirituell und im Allegro von schwungvoll schlagfertiger Bravour.
3Ein Schüler von ihm ist Robert Poselt, der 1873 zu Neu-Sandec bei Krakau geboren wurde und als tüchtiger Violinvirtuose genannt wird. Er war zuerst Schüler des Konservatoriums in Lemberg und Ondriczeks in Prag, sodann vollendete er seine Ausbildung unter Garcin und Marsick in Paris. Weitere Nachrichten über ihn fehlen.
5Ein weiterer Schüler Marsicks ist
7Carl Flesch, der unter den jüngeren Vertretern seines Instruments eine hervorragende Stellung einnimmt. Am 9. Oktober 1873 zu Moson in Ungarn geboren, begann er schon als sechsjähriges Kind Geige zu lernen. Im Jahre 1883 kam er nach Wien, um das Gymnasium zu besuchen, und wurde 1886 Schüler Grüns am Wiener Konservatorium, das er nach drei Jahren wieder verließ, um in Paris seine definitive künstlerische Ausbildung zu erhalten. Am dortigen Konservatorium war er von 1890 ab zunächst Schüler Sauzays, sodann Marsicks, der sein eigentlicher Meister wurde. 1894 errang er den ersten Preis und begann im folgenden Jahre die Konzertlaufbahn. Speziell lenkte er durch drei in Berlin 1896 gegebene sehr erfolgreiche Konzerte die Aufmerksamkeit auf sich.
9Demnächst verbrachte der Künstler fünf Jahre in Bukarest als Violinlehrer am königl. rumänischen Konservatorium, wo er auch die Leitung des Streichquartettes der Königin übernahm. 1902 verließ er, zum Kammervirtuosen ernannt, diese Stellung und begab sich nach einem erfolgreichen Konzertwinter 1903 nach Amsterdam, um an Stelle von Gram Eldering als Lehrer seines Instruments am dortigen Konservatorium tätig zu sein. Doch entschloß er sich bei wachsendem Ruf, diese Stellung aufzugeben und siedelte im Jahre 1908 nach Berlin über, wo er jetzt lebt.
11An dem Spiel des Künstlers wird sehr bedeutende, schlackenfreie Technik, Eleganz und geschmackvolle Auffassung im Sinne der Pariser Schule gerühmt. Ein originelles und dankenswertes Unternehmen Fleschs war die in Berlin vor einigen Jahren (1905) veranstaltete Serie von fünf Geigenabenden, in denen er eine Übersicht über die Entwicklung der Violinliteratur von Corelli und F. M. Veracini bis zu Schillings und Reger gab. — Diese ver-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.