Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 626

Die Violine und ihre Meister, 1910

13 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 606. See the scan on archive.org.

1waren John Jenkins¹, geb. 1592 zu Maidstone, gest. 27. Oktober 1678 zu Kimberley, und Christopher Simpson, geb. zu Anfang des 17. Jahrhunderts, gest. um 1677. Den letzteren, welcher 1659 eine Violaschule veröffentlichte, haben wir schon als Verfasser einer Violinschule kennen gelernt².
3Von Violinisten jener Zeit werden genannt ein gewisser Paul Wheeler und Davis Mell.
5Über den ersten ist nur eine Notiz Evelyns vorhanden, nach welcher er neben Mell als der beste damalige englische Violinist bekannt war. Einige Stücke in der „Division violin“ sowie in der „Virgin’s Pattern“ tragen die Namensbezeichnungen „Paulwheel“ und „Polewheel“, womit aller Wahrscheinlichkeit nach dieser Musiker gemeint ist. Etwas mehr wissen wir von
7Davis Mell. Er wurde geboren zu Wilton am 15. November 1604. Bis zu Balkars Ankunft in England (1656) als der vorzüglichste Violinist in seinem Vaterlande geschätzt, mußte er freilich vor der überlegenen Technik des Deutschen, gleich Wheeler, die Waffen strecken. Doch genoß er die Entschädigung, hinsichtlich des Tones und des Ausdrucks sogar noch über Balkar gestellt zu werden. Mell stand in Cromwells Diensten, unterzeichnete jedoch gleichfalls die oben von uns erwähnte, auf eine materielle Besserung der Musiker ausgehende Petition im Jahre 1556. Im nächstfolgenden Jahre besuchte er Oxford, woselbst damals Balkar sich aufhielt. Nach den überlieferten Nachrichten war Mell nicht bloß Musiker, sondern zugleich ein guter Uhrmacher. Er starb wahrscheinlich bald nach der Restauration. Komponiert scheint er nicht viel zu haben, Stücke von ihm finden sich in Playfords „Court Ayres“ sowie in der „Division Violin“ (1685).
9Um diese Zeit wurde in England noch das Violinspiel — wahrscheinlich nicht unverdientermaßen — als durchaus zweiten Ranges eingeschätzt. Die Violen standen dagegen im Vordergrunde von Rang und Achtung. Dieses Verhältnis erfuhr jedoch von der Mitte des 17. Jahrhunderts ab eine allmähliche Verschiebung, indem auch
11¹ Die seit Hawkins oft bis in die neueste Zeit wiederholte Angabe, Jenkins habe im Jahre 1660 zwölf Sonaten für zwei Violinen und Bass veröffentlicht, scheint irrig zu sein. (Davey, History of English music, S. 294.)
12² Vgl. S. 100, Anm.

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