Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 37

Die Violine und ihre Meister, 1910

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1Intonation im Gebrauch standen. Nur jene mandolinenförmigen, von der mittelalterlichen „lira“ abstammenden „Geigen“ hatten aus Gründen der abweichenden Fingertechnik keine Bünde. Es wurden nämlich auf diesen Tonwerkzeugen mit dem ersten und zweiten Finger je zwei nebeneinanderliegende Halbtöne gegriffen, wobei die Bünde hinderlich gewesen wären. Auf den übrigen ausschließlich mit Bünden versehenen Geigenarten fiel dieser Grund fort, da jeder Ton seinen besonderen Finger hatte.
3Im Verlaufe des 16. Jahrhunderts, insbesondere aber in der zweiten Hälfte desselben, vermanigfaltigte sich die Viola, so daß dieser Name nicht mehr eine besondere Spezies von Streichinstrumenten, sondern eine mehrgliedrige Gattung derselben bezeichnete. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts zählte Prætorius in seinem Syntagma mus. folgende in der Musikpraxis gebräuchliche Arten auf:
41) Gar große Bass-Viol. 2) Groß Bass Viol de Gamba in drei verschiedenen Stimmungen. 3) Klein Bass Viol de Gamba in fünf verschiedenen Exemplaren. 4) Tenor- und Alt-Viol de Gamba in je zwei verschiedenen Stimmungen. 5) Cant Viol de Gamba (Violetta picciola) in vier verschiedenen Exemplaren. 6) Viol Bastarda in fünf verschiedenen Stimmungen und 7) Viola de Braccio in vier verschiedenen Exemplaren.
6Aus diesen Violenarten gingen nach und nach der Kontrabass, das Violoncell, die Bratsche¹ und die Violine hervor.
8Das zuletzt genannte Instrument, welches hier unsre besondere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, ist, wie schon der Name desselben zeigt, durch eine modifizierte Verkleinerung der Viola entstanden; denn Violino bedeutet das Diminutiv von Viola, gleichwie Violone (Kontrabass) das Augmentativ zu diesem Wort bildet.
10Die Violine oder „rechte Discantgeig“, wie sie Prætorius auch nennt, existiert nachweislich seit Mitte des 16. Jahrhunderts. Ihre Geburtsstätte ist in Oberitalien oder in Frankreich zu suchen. Wie weit Weckerlins² Vermutung begründet ist, man habe wahrscheinlich schon im 15. Jahrhundert in Frankreich die Viola in kleineren Proportionen hergestellt und daraus die Violine (zunächst in einer
12¹ Der Name „Bratsche“ war schon im 13. Jahrh. für eine gewisse Schmucknadel gebräuchlich.
13² Weckerlin, Musiciana. 3 Teile. Paris.
14v. Wasielewski, Die Violine u. ihre Meister.

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