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Scan 132
Musik-Lexikon, 1884
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1Bocca — Bochsa.
3ben, doch schwerlich mit Recht, da Mar- senne (»Harm. univers.«, S. 342) nur erwähnt, daß ein Lemaire den Vorschlag des Ramens zu für die letzte Silbe gemacht hat, Brossard aber Lemaire ein Buch zuschreibt, daß gar nicht von ihm herrührt (»Le gamme du Si, nouvelle méthode pour apprendre à chanter en musique sans nuances«, 1646; Verfasser: Rivers). Fast hat es den Anschein, als ob doch schon Anselm von Flandern mit dem si allgemach durchgebrungen sei; denn Seth Galvis, der verdienstvolle Leipziger Thomaskantor, tritt 1594 in dem »Compendium musicae practicae pro incipientibus« für die Bocedisation, 1611 aber in der »Exercitatio musicae tertia etc.« für das si ein, das aber seiner Ausdrucksweise nach schon etwas All- bekanntes zu sein scheint, denn es handelt sich für ihn nicht mehr darum, wie der siebente Ton zu benennen sei, sondern um die Frage, ob die Solmisation mit si (also ohne Mutation) oder die mit Mutation das Richtigere ist. Dass gerade si schließlich accepted wurde, erklärt sich hinreichend daraus, daß es wie die übrigen Solmisationssilben dem bekannten Johannes-Hymnus entnommen ist (die Anfangsbuchstaben der beiden Worte der Schluszeile Sancte Ioannes). Vgl. Solmisation.
5Bocca (ital.), der Mund; a b. chiusa, i. Baurnstimme.
7Boccherini (spr. bokke-), Luigi, bedeutender ital. Komponist auf dem Gebiet der Kammermusik, geb. 19. Febr. 1743 zu Lucca (die abweichenden sonstigen Daten sind falsch), gest. 28. Mai 1805 in Madrid; Sohn eines Kontrabassisten, Schüler des erzbischöflichen Kapellmeisters Abbate Vannucci zu Lucca, später zu weiterer Ausbildung in Rom. Zurügekehrt nach Lucca, unternahm B., der ein vortrefflicher Cellistspieler war, mit dem Violinisten Filippino Mansfredi eine mehrjährige große Konzertreise, welche sie 1768 nach Paris führte; dort veröffentlichte B. seine ersten Streichquartette (Op. 1: »6 sinfonie o sia quartetti per due violini, alto e violoncello dedicati a veri dilettanti e conoscitori di musica«) sowie zwei Hefte Streichtrios (für zwei Violinen und Cello). Der Erfolg war ein außerordentlicher und nachhaltiger. 1769 zogen die beiden Künstler (von denen übrigens der andre mehr Geschäftsmann war) nach Madrid, wo sich B. definitiv festsetzte, zunächst als Kammervirtuose des Infanten Luiz und nach dessen Tod (1785) als Hofkapellmeister des Königs. 1787 erhielt er von Friedrich Wilhelm II. von Preußen für ein ihm debiziertes Opus den Titel eines Hofkomponists und schrieb von der Zeit an nur noch für diesen König, der leider 1797 starb, wodurch B. seinen Gnadengehalt verlor. Auch seine Kapellmeisterstelle scheint B. später ver- loren zu haben, denn er lebte die letzten Jahre in großer Dürftigkeit. Seine Werke wurden schlecht bezahlt, so beliebt sie auch bei Musikern und Musikfreunden wurden. Er hat nicht weniger als 91 Streichquartette und 125 Streichquintette (113 mit 2 Celli, 12 mit 2 Bratschen), 42 Trios, 54 Streichtrios (42 für 2 Violinen und Cello, 12 mit Bratsche), 12 Klavierquintette, 18 Quintette für Streichquartett mit Flöte oder Oboe, 16 Sextette, 2 Oktette, Violinsonaten, Duette etc., 20 Symphonien, eine Orchestersuite, ein Cello- konzert herausgegeben sowie auch Kirchenmusikwerke (Messe, Stabat Mater, Weihnachtskantate, Vilhancicos etc.) und eine Oper geschrieben. Über Boccherinis Leben und Werke existiert eine vortreff- liche Monographie von L. Blicquot (1851). one of two readings
8Boccherini (spr. bokke-), Luigi, bedeutender ital. Komponist auf dem Gebiet der Kammermusik, geb. 19. Febr. 1743 zu Lucca (die abweichenden sonstigen Daten sind falsch), gest. 28. Mai 1805 in Madrid; Sohn eines Kontrabassisten, Schüler des erzbischöflichen Kapellmeisters Abbate Vannucci zu Lucca, später zu weiterer Ausbildung in Rom. Zurügekehrt nach Lucca, unternahm B., der ein vortrefflicher Cellistspieler war, mit dem Violinisten Filippino Mansfredi eine mehrjährige große Konzertreise, welche sie 1768 nach Paris führte; dort veröffentlichte B. seine ersten Streichquartette (Op. 1: »6 sinfonie o sia quartetti per due violini, alto e violoncello dedicati a veri dilettanti e conoscitori di musica«) sowie zwei Heste Streichtrios (für zwei Violinen und Cello). Der Erfolg war ein außerordentlicher und nachhaltiger. 1769 zogen die beiden Künstler (von denen übrigens der andre mehr Geschäftsmann war) nach Madrid, wo sich B. definitiv festsetzte, zunächst als Kammervirtuose des Infanten Luiz und nach dessen Tod (1785) als Hofkapellmeister des Königs. 1787 erhielt er von Friedrich Wilhelm II. von Preußen für ein ihm debiziertes Opus den Titel eines Hofkomponists und schrieb von der Zeit an nur noch für diesen König, der leider 1797 starb, wodurch B. seinen Gnadengehalt verlor. Auch seine Kapellmeisterstelle scheint B. später ver- loren zu haben, denn er lebte die letzten Jahre in großer Dürftigkeit. Seine Werke wurden schlecht bezahlt, so beliebt sie auch bei Musikern und Musikfreunden wurden. Er hat nicht weniger als 91 Streichquartette und 125 Streichquintette (113 mit 2 Celli, 12 mit 2 Bratschen), 42 Trios, 54 Streichtrios (42 für 2 Violinen und Cello, 12 mit Bratsche), 12 Klavierquintette, 18 Quintette für Streichquartett mit Flöte oder Oboe, 16 Sextette, 2 Oktette, Violinsonaten, Duette etc., 20 Symphonien, eine Orchestersuite, ein Cello- konzert herausgegeben sowie auch Kirchenmusikwerke (Messe, Stabat Mater, Weihnachtskantate, Vilhancicos etc.) und eine Oper geschrieben. Über Boccherinis Leben und Werke existiert eine vortreff- liche Monographie von L. Blicquot (1851). one of two readings
10Bocedisation, s. Bobbisationen.
12Bochkov-Faleout, Anna (eigentlich Bocholz), Sängerin, geb. 1820 zu Frankfurt a. M., gest. 24. Dez. 1879 in Paris; trat zuerst 1844 in einem Kon- servatoriumskonzert zu Brüssel auf, so- dann 1845 in den vom Fürsten von der Moskwa (Joseph Napoléon Ney) arran- gierten Concerts de musique ancienne in Paris, ging bei Ausbruch der Revolution 1848 nach London, von da nach Italien, war einige Zeit in Roburg engagiert und ließ sich endlich 1856 als Gesanglehrerin zu Paris nieder. Sie hat Lieder und Gesangstudien veröffentlicht. one of two readings
13Bochkov-Faleoud, Anna (eigentlich Bocholz), Sängerin, geb. 1820 zu Frankfurt a. M., gest. 24. Dez. 1879 in Paris; trat zuerst 1844 in einem Kon- servatoriumskonzert zu Brüssel auf, so- dann 1845 in den vom Fürsten von der Moskwa (Joseph Napoléon Ney) arran- gierten Concerts de musique ancienne in Paris, ging bei Ausbruch der Revolution 1848 nach London, von da nach Italien, war einige Zeit in Roburg engagiert und ließ sich endlich 1856 als Gesanglehrerin zu Paris nieder. Sie hat Lieder und Gesangstudien veröffentlicht. one of two readings
15Bochsa, 1) Karl, Oboist des Theater- orchesters zu Lyon und später in Bordeaux,
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