Books › Musik-Lexikon, 1884 › scan 121
Scan 121
Musik-Lexikon, 1884
13 lines. Read by computer on 14 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1Bezifferung, s. Generalbass.
2Bezug, die Gesamtheit der auf Saiteninstrumente gespannten Saiten oder auch ein Sortiment sämtlicher für ein Instrument zur Verwendung kommenden Saiten; so begreift z. B. ein vollständiger B. für die Violine je eine g-, d'-, a'- und e"-Saite. Für den B. eines Pianofortes ist eine große Zahl (gegen 20) verschieden starker Saitenarten notwendig. Es ist von größter Wichtigkeit, daß, wenn eine Saite springt, eine von genau derselben Stärke dafür ausgezogen wird, weil sonst leicht der Ton gegen die andern absticht.
3Bl., s. Bobisationen.
4Bial, Rudolf, geb. 26. Aug. 1834 zu Habelschwerdt (Schlesien), war Orchestergeiger in Breslau, machte mit seinem Bruder, dem Pianisten Karl B. (geb. 14. Juli 1833), eine Konzertreise nach Afrika und Australien und ließ sich dann in Berlin nieder, zuerst als Dirigent der Kroll'schen Kapelle, seit 1864 Kapellmeister des Wallnertheaters, das viele amüsante Posen und Operetten von ihm brachte.
5Bianca (ital.), »weiße« (Note), s. v. w. halbe Taktnote.
6Bianchi (pr. biduki), 1) Francesco, geb. 1752 zu Cremona, gest. 24. Sept. 1811 in Bologna; kam 1775 nach Paris als Gambalist am Théâtre italien, wo er mehrere kleine Opern aufführte, 1780 nach Florenz, wo eine Reihe neuer Opern folgte. 1785 wurde er zweiter Organist an der Markuskirche zu Venedig, aber als ungeeignet bald wieder abgezogen. Bis 1758 gab er noch jährlich mindestens eine neue Oper. Ein theoretischer Traktat von ihm blieb Manuskript. — 2) Bianca (eigentlich Schwarz), Bühnensängerin (hoher Sopran), geb. 27. Juni 1858 zu Heidelberg, ausgebildet vom Musikdirektor Wilczek baselbst und von Frau Viardot-Garcia in Paris auf Kosten Pollinis, der sie für zehn Jahre engagierte. Nachdem sie für dessen Rechnung in London gesungen, nahm sie jedoch 1876 Engagement zu Mannheim, danach zu Karlsruhe und 1880 zu Wien.
7Biber, 1) Heinrich Johann Franz von, geb. 1638 zu Wartenberg in Böhmen, gest. 1698 zu Salzburg; Violinist, von Kaiser Leopold I. geadelt, später am bayrischen Hof, gab heraus: 6 Violinsonaten (1681), 7 dreistimmige Partiten, 2 Sonaten »tam aris quam aulis servientes« und ein Buch: »Vespern und Litaneien mit Instrumentenbegleitung« (1693). — 2) Aloys, geb. 1804 zu Ellingen, gest. 13. Dez. 1858 in München als angesehener Pianofortefabrikant.
8Bicinium (lat.), s. v. w. zweistimmige Komposition, besonders für Gesang. Bgl. Tricinium.
9Biedermann, … um 1786 Amtsschösser zu Beichlingen in Thüringen, war einer der letzten Virtuosen auf der Bielle (Drehleier), die er selbst verbessert hat.
10Bierey, Gottlob Benedikt, geb. 25. Juli 1772 zu Dresden, gest. 5. Mai 1840; Schüler von Weinlig, war zuerst Musikdirektor bei wandernden Operntruppen, verschaffte sich durch die erfolgreiche Aufführung seiner Oper »Wladimir« (1807 in Wien) den Ruf als Theaterkapellmeister nach Breslau als Nachfolger R. M. v. Webers, wurde 1824 zugleich Direktor des Theaters, trat 1828 zurück und lebte einige Jahre in verschiedenen deutschen Städten, ging aber schließlich nach Breslau zurück. Außer vielen Opern hat er auch Kantaten, Messen sowie Orchester- und Kammermusikwerke geschrieben, auch eine »Harmonielehre« im Manuskript hinterlassen.
11Biese, Wilhelm, geb. 20. April 1822 zu Rathenow, seit 1853 Pianofortefabrikant in Berlin (besonders Pianinos).
12Bifara (Bifra oder gar Biffara, Biffaro, eigentlich Tibia bifaris, »doppeltredende Pfeife«) ist eine von den Orgelstimmen, welche den Zweck haben, den Tremulanten (s. d.) zu ersetzen und dem Ton ein leichtes Beben zu geben (wie Unda maris, Meersflaut, Telestina x.). Sie wird auf zweierlei Weise gebaut. Bei der ersten Art der B. haben die Pfeifen zwei Auffchnitte (an zwei gegenüberliegenden Seiten) und natürlich auch zwei Kernspalten; der eine Auffchnitt steht ein wenig niedriger als der andre, spricht daher etwas tiefer an, so daß die beiden von derselben Pfeife erzeugten Töne starke Schwebungen geben. Bei der andern Art
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.