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Scan 120

Musik-Lexikon, 1884

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1Aug. 1826 zu Carlisle, hochbedeutender Orgelvirtuose, zuerst 1840 an Pembroke Chapel in Liverpool, 1847 an der Blindenkirche und 1848 Organist der Philharmonischen Gesellschaft, 1852 zu London an der berühmten Panoptikumorgel und der Martinikirche, 1854 an Lincoln's Inn Chapel und 1855 an St. George's Hall zu Liverpool; außerdem ist er noch Organist der Musical Society (1868) und Philharmonic Society (1872) da selbst. Außer Anthems und andern Kirchenkompositionen hat er besonders Fugen, Sonaten und andre Orgel- und Klavierstücke, auch zwei Ouvertüren herausgegeben. Seine Hauptwerke sind aber: 'The modern school for the organ' (1853) und 'The art of organ playing' (1870, Teil 1 u. 2; zwei weitere Teile sind noch Manuskript).
3Bettlerleiter, s. Drebleier.
4Bettleroper, s. Ballad Opera.
6Betz, Franz, geb. 19. März 1835 zu Mainz, einer der vorzüglichsten Bühnenjäger der Gegenwart (Bariton), 1856 bis 1859 an den Bühnen zu Hannover, Altenburg, Gera, Bernburg, Köthen und Rostock, seitdem am königlichen Opernhaus zu Berlin, wo er zuerst 1859 als Don Carlos in 'Ernani' debütierte. B. ist einer der besten Wagner-Sänger; in Bayreuth 1876 sang er den Botan.
8Bewin, Elway, 1589 Organist der Kathedrale zu Bristol, 1605 außerordentliches Mitglied der Chapel Royal, verlor 1637 beide Stellungen, weil er der römisch-katholischen Kirche zugethan war; er gab Kirchenmusiken heraus (Anthems &c.) und 'Brief and short introduction to the art of music' (1631).
10Bewegungssort, 1) die durch Worte (adagio, allegro) oder Metronombestimmung (s. Metronom) vorgeschriebene absolute Geltung der Notenwerte im einzelnen Fall, welche eine so verschiedene Zeitigkeits kann, daß im Presto die Halben schneller genommen werden als im Largo die Achtel; vgl. Tempo. — 2) Bei gleichbleibendem Tempo ist eine verschiedene B möglich, je nachdem Noten von längerer oder kürzerer Geltung eingesetzt werden. Den Begriff der B. in diesem Sinn erklärt am besten irgend ein Variationenwerk, z. B. das Andante von Schuberts A moll-Sonate; bei diesem wird zuerst das Thema in ruhiger Achtelbewegung vorgetragen (Takt 1—32), dann folgt die erste Variation in doppelter B., d. h. das Thema behält dieselben Werte, wird aber von Sechzehnteln umspielt (Takt 33—40), und weiterhin die zweite in viersacher B. (in Zwei- und dreißigsteln), nach einer wieder ruhiger gehaltenen (in Sechzehnteln) die vierte in Zweiunddreißigstel-Triolen (As dur) und endlich die letzte wieder in Sechzehntel-Triolen, alles bei gleichbleibendem Tempo. — 3) Im melodischen Sinn verschiedene Bewegungssarten sind das Steigen und Fallen der Tonhöhe; zwei Stimmen haben entweder gleiche B., nämlich wenn sie parallel miteinander steigen oder fallen (motus rectus, Parallelbewegung), oder verschiedene, wenn die eine steigt, während die andre fällt (motus contrarius, Gegenbewegung), oder wenn die eine liegen bleibt, während die andre steigt oder fällt (motus obliquus. Seitenbewegung).
12Bexfield, William Richard, geb. 27. April 1824 zu Norwich, gest. 29. Okt. 1853 in London; war zuerst Organist zu Boston (Lincolnshire), seit 1848 an der Helenenkirche zu London. 1846 wurde er in Oxford zum Bakkalaureus und 1849 in Cambridge zum Doktor der Musik ernannt. Er schrieb ein Oratorium: 'Israel restored', eine Kantate: 'Hektors Tod', sowie Orgelfugen und Anthems.
14Beyer, 1) Joh. Samuel, geb. 1669 zu Gotha, gest. 9. Mai 1744 in Karlsbad; 1697 Kantor zu Freiberg i. S., 1722 zu Weißensfels und 1728 wieder als Musikdirektor zu Freiberg; gab heraus: 'Prima lineae musicae vocalis' (Elementargasangschule, 1703) sowie 'Musikalischer Vorrath neu variirter Festchoralgesänge &c.' (1716) und 'Geistlich-musikalische Seelenfreude, bestehend aus 72 Konzertarien &c.' (1724). — 2) Ferdinand, geb. 25. Juli 1805 zu Quersfurt, gest. 14. Mai 1863 in Mainz; war ein dem schlechten Geschmack huldigender Komponist von Potpourris, Arrangements &c.

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