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Scan 402

Musik-Lexikon, 1884

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1schiebenen Auflagen kleine Veränderungen auf, was die Bibliographen veranlaßt hat, neben der Bearbeitung des Faberschen noch ein besonderes Gumpeltzhaimersches Kompendium anzunehmen (Féris); die Identität beider ist durch Eitner (»Monatshefte« 1870 u. 1873) festgestellt. Der Titel der ersten Ausgabe von 1591 ist: »Compendium musicae, pro illius artis tironibus a M. Heinrico Fabro latine conscriptum et a Christophoro Rid in vernaculum sermonem conversum nunc praeceptis et exemplis auctum studio et opera Adami Gumpeltzhaimeri T.« [Trossbergensi] (1591 u. öfter). Von Gumpeltzhaimers Kompositionen sind erhalten: »Erster«, beziehungsweise »Zweiter Teil des Lustgärteins teutsch und lateinischer Lieber von 3 Stimmen« (1591 u. 1611, mehrmals aufgelegt); »Erster (zweiter) Teil des Würzgärteins 4stimmiger geistlicher Lieder« (1594 [1619] u. 1619); »Psalmus L octo vocum« (1604); »Partitio sacrorum concentuum octonis vocibus modulandorum cum duplici basso in organorum usum« (1614 u. 1619, 2 Leile); »10 geistliche Lieder mit 4 Stimmen« (1617); »2 geistliche Lieder mit 4 Stimmen«; »5 geistliche Lieder mit 4 Stimmen von der Himmelfahrt Jesu Christi«; »Neue teutsche geistliche Lieder mit 3 und 4 Stimmen« (1591 u. 1592). Eine Anzahl Motetten von G. enthält Bodenschatz »Florilegium Portense«.
3Gumprecht, Otto, geb. 1823 zu Erfurt, studierte in Breslau, Halle und Berlin Jura und promovierte zum Dr. jur., übernahm aber 1849 die Redaktion des musikalischen Feuilletons der »Nationalzeitung« und zählt zu den besten deutschen Musikkritikern. In Buchform gab er eine Reihe seiner Arbeiten heraus mit den Titeln: »Musikalische Charakterbilder« (1869); »Neue musikalische Charakterbilder« (1876) und »Richard Wagner und dessen Bühnenfestspiel, Der Ring des Nibelungen« (1873; G. ist kein Anhänger Wagners). Seit einer Reihe von Jahren ist G. erblindet.
5Gungl, 1) Joseph, geb. 1. Dez. 1810 zu Zsambek (Ungarn), zuerst Oboist, später Musikmeister des 4. österreichischen Artillerieregiments, machte große Konzerttouren mit seiner Kapelle, durch die er hauptsächlich Tänze und Märsche eigener Komposition zur Aufführung brachte, errichtete 1843 in Berlin ein eigenes Orchester, mit dem er unter andern 1849 Amerika besuchte, wurde 1850 zum königlichen Musikdirektor ernannt, übernahm 1858 die Militärkapellmeisterstelle des 23. Infanterieregiments zu Brünn, lebte seit 1864 in München und zog 1876 nach Frankfurt a. M. Die Tänze von G. genießen neben denen von Strauß eine ausgezeichnete Popularität. — 2) Virginia, Tochter des vorigen, ist eine tüchtige Opernsängerin, debütierte 1871 an der Hofoper zu Berlin und ist jetzt in Frankfurt a. M. engagiert. — 3) Johann, geb. 5. März 1828 zu Zsambek, ist gleichfalls ein beliebter Tanzkomponist, konzertierte in Petersburg, Berlin etc. und lebt seit 1862 zurückgezogen zu Fünfkirchen in Ungarn. one of two readings
6Gungl, 1) Joseph, geb. 1. Dez. 1810 zu Zsambek (Ungarn), zuerst Oboist, später Musikmeister des 4. österreichischen Artillerieregiments, machte große Konzerttouren mit seiner Kapelle, durch die er hauptsächlich Tänze und Märsche eigener Komposition zur Aufführung brachte, errichtete 1843 in Berlin ein eigenes Orchester, mit dem er unter anderem 1849 Amerika besuchte, wurde 1850 zum königlichen Musikdirektor ernannt, übernahm 1858 die Militärkapellmeisterstelle des 23. Infanterieregiments zu Brünn, lebte seit 1864 in München und zog 1876 nach Frankfurt a. M. Die Tänze von G. genießen neben denen von Strauß eine ausgezeichnete Popularität. — 2) Virginia, Tochter des vorigen, ist eine tüchtige Opernsängerin, debütierte 1871 an der Hofoper zu Berlin und ist jetzt in Frankfurt a. M. engagiert. — 3) Johann, geb. 5. März 1828 zu Zsambek, ist gleichfalls ein beliebter Tanzkomponist, konzertierte in Petersburg, Berlin etc. und lebt seit 1862 zurückgezogen zu Fünfkirchen in Ungarn. one of two readings
8Gunn, John, geboren um 1765 zu Edinburg, 1790—95 Musiklehrer in London, sodann wieder zu Edinburg, gab heraus: »40 scotch airs arranged as trios for flute, violin and violoncello« (1793, nebst einer Abhandlung über Streichinstrumente); »The art of playing the german flute on new principles« (1794); »Essay theoretical and practical on the application of harmony, thorough-bass and modulation to the violoncello« (1801) und »An historical inquiry respecting the performance on the harp in the highlands of Scotland« (1807).
10Gura, Eugen; geb. 8. Nov. 1842 zu Pressern bei Saaz in Böhmen, ursprünglich zum Techniker bestimmt, besuchte das Polytechnikum und später die Akademie in Wien, sodann die Malerschule von Anschütz und das Konservatorium zu München, trat 1865 zuerst auf der Münchener Hofbühne als Graf Liebenau im »Wassenschmied« auf, worauf er engagiert wurde. Seitdem war er nacheinander die Zierde der Opern zu Breslau (1867—70), Leipzig (1870—76) und Hamburg. G. ist einer der intelligentssten Bühnensänger der Gegenwart und

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