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Scan 414

Musik-Lexikon, 1884

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1somm- und wochentägigen Gottesdienst auf katholischen Gymnasien« (1820). — 2) Albert, geb. 29. Sept. 1828 zu Thorn, gest. 14. Juli 1880 in Lindenau bei Leipzig; dirigierte 1867—70 den Musikverein und die Liedertafel zu Bielefeld, lebte so- dann abwechselnd in Berlin und Königsl- berg, begründete 1876 eine Musikzeitung: »Die Tonkunst«, in der er für die sogen. »chromatische Bewegung« eintrat.
3Hähnel, f. Gallus.
5Hainauer, Julius, Musikverleger, geb. 24. Nov. 1827 zu Glogau, übernahm 1851 die Förster-Michaelische Buchhand- lungen in Breslau und verband mit ihr einen schnell aufblühenden Musikverlag.
7Halal, François George, geb. 19. Nov. 1807 zu Issuire (Puy de Dôme), gest. 2. Juni 1873 in Paris; 1829 Schüler des Pariser Konservatoriums (Norblin), übernahm, nachdem er längere Zeit als Cellovirtuose gereist, 1840 die Kapell- meisterstelle am Grand Théâtre zu Lyon, 1863 die des ersten Dirigenten der Großen Oper in Paris (mit Gevaert als zweitem Kapellmeister), leitete auch vorübergehend die Konservatoriumskonzerte und mit dem Titel eines kaiserlichen Kapellmeisters die Hofkonzerte, desgleichen die Festaufführungen der Pariser Weltausstellung 1867. H. hat einiges für Violoncello geschrieben, auch eine Abhandlung: »De la musique à Lyon depuis 1713 jusqu’à 1852« (1852).
9Hatzinger, Anton, ausgezeichneter Bühnensänger (Tenor), geb. 14. März 1796 zu Wilfersdorf (Österreich), gest. 31. Dez. 1869 in Wien; war zuerst Lehrer zu Wien, wurde 1821 vom Grafen Palffy für das Theater an der Wien engagiert und einige Jahre später lebenslänglich am Hoftheater zu Karlsruhe angestellt, von wo aus er mit großem Erfolg in Paris und London gastierte. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er während seines Wiener Engagements durch Galieri. 1850 zog er sich nach Wien zurück.
11Halb- hat (ähnlich wie das lateinische semi- oder griechische hemi- in der Ter- minologie des 16.—18. Jahrh., z. B. semidiaspente = verminderte Quinte) oft nicht die Be bedeutung des um die Hälfte Kleinern, sondern überhaupt des Kleinern.
13So sind die Halbvioline, das Halb- cello kleinere, für Kinder bestimmte In- strumente, die aber immerhin bedeutend größer als die Hälfte sind. Auch die Bezeichnung Halbbass, Halbviolon (deutscher Bass), ist ähnlich zu verstehen, wenn auch dies Instrument nicht für Kin- der bestimmt war, sondern in kleinen Or- chestern zugleich Cello und Kontrabass ver- trat. Eine halbe Orgel ist eine solche, die eines 16'-Registers, das zum minde- sten fürs Pedal zu den notwendigen Be- standteilen einer ganzen (richtigen) Orgel gehört, entbehrt; eine Viertelorgel nannte man eine solche, die auch kein 8'- Register hatte — ein Nonsens, der heute nicht mehr vorkommt. Halbe Stim- men heißen in der Orgel solche, welche nur durch die obere oder untere Hälfte der Klaviatur gehen, z. B. Oboe und Fa- gott, die einander in den meisten Orgeln ergänzen. Halbinstrumente heißen endlich diejenigen Blechblasinstrumente, die so eng mensuriert sind, daß ihr tiefster Eigenton nicht anspricht (s. Ganzinstrumente).
15Halbe Taktnote (J ), f. Roten.
17Halbmond (Schellenbaum, Mohammedsfahne), ein zur Zeit der Tür- kenkriege in die deutschen Regimentsmu- siken gekommenes, ursprünglich türkisches Rassel- oder Klingelinstrument.
19Halbschlüssel, s. Gansschlüssel.
21Halbton, das kleinste Intervall, das in unserem Musiksystem als Tonfolge oder Zusammenklang zur Anwendung kommt; denn die enharmonisch benachbarten Töne werden identifiziert, die enharmonische Verwechselung hat praktisch die Bedeutung der Ligatur, des ausgehaltenen Tons. Man unterscheidet den diatonischen und chromatischen H. Der diatonische H. findet sich nur zwischen Tönen, die auf be- nachbarten Stufen der Grundskala ihren Sitz haben; z. B.:
23Im Verhältniß des chromatischen Halb- tons stehen Töne, die von demselben Ton der Grundskala abgeleitet sind; z. B.:

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