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Scan 1054
Musik-Lexikon, 1887
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116. Jahrh. kannte eigentlich nur die B. eines einzigen b oder eines einzigen #; dieses bedeutete die Transposition der Grundskala in die Oberquinte (Cantus durus), jenes die Transposition in die Unterquinte (Cantus mollis). Wie aber heute bei einem # oder einem b die Tonart ebenso gut Dur wie Moll sein kann, so konnte sie damals ebenso gut dorisch wie phrygisch oder lydisch oder mixolydisch oder äolisch etc. sein (vgl. Kirchentöne). War nichts vorgezeichnet, so hatten die Kirchentöne ihre natürliche Lage (Cantus naturalis). Sehr selten finden sich im 16. Jahrh. zwei b vorgezeichnet (die sogen. Transposition der Transposition); man darf nicht die zweimalige B. des b vor zweierlei h auf demselben Liniensystem für zwei verschiedene Beene ansehen, z. B.: ; auch findet sich beim Violinschlüssel häufig ein b vor f, das man nicht etwa auf e beziehen darf: (vgl. Chiavette.) one of two readings
216. Jahrh. kannte eigentlich nur die B. eines einzigen b oder eines einzigen #; dieses bedeutete die Transposition der Grundskala in die Oberquinte (Cantus durus), jenes die Transposition in die Unterquinte (Cantus mollis). Wie aber heute bei einem # oder einem b die Tonart ebenso gut Dur wie Moll sein kann, so konnte sie damals ebenso gut dorisch wie phrygisch oder lydisch oder mixolydisch oder äolisch z. seien (vgl. Kirchentöne). War nichts vorgezeichnet, so hatten die Kirchentöne ihre natürliche Lage (Cantus naturalis). Sehr selten finden sich im 16. Jahrh. zwei b vorgezeichnet (die sogen. Transposition der Transposition); man darf nicht die zweimalige B. des b vor zweierlei h auf demselben Liniensystem für zwei verschiedene Seen ansehen, z. B.: ; auch findet sich beim Violinschlüssel häufig ein b vor f, das man nicht etwa auf e beziehen darf: (vgl. Chiavette.) one of two readings
4Voss, 1) Gerhard Johann (Vossius), geb. 1577 zu Heidelberg, 1618 Professor der Beredsamkeit in Leiden, 1633 Professor der Geschichte zu Amsterdam, wo er 19. März 1649 starb; schrieb: »De artium et scientiarum natura« (1650—58, 2. Aufl. 1660), ein Werk, das ausführlich von der Musik handelt. — 2) Isaak (Vossius), Sohn des vorigen, geb. 1618 zu Leiden, ein gelehrter Philolog, der anfänglich am Hof zu Stockholm lebte, 1652 nach Holland zurückkehrte, 1670 nach England ging und 21. Febr. 1689 als Kanonifus in Windsor starb; schrieb: »De poëmatum cantu et viribus rhythmi« (1673). — 3) Charles, Pianist und Komponist, geb. 20. Sept. 1815 zu Schmarow bei Demmin, gest. 28./29. August 1882 zu Verona, erhielt seine Ausbildung in Berlin und ließ sich 1846 zu Paris nieder, wo er als Klavierlehrer geschätzt wurde und auch eine Unzahl von Klavierstücken brillanten Genres (Phantasien, Potpourris, Tänze, Salonstücke aller Art) auf den Markt brachte, unter denen sich jedoch auch einige Werke von höherem Wert, Konzerte, Etüden, Variationen etc., befinden. one of two readings
5Voss, 1) Gerhard Johann (Vossius), geb. 1577 zu Heidelberg, 1618 Professor der Beredsamkeit in Leiden, 1633 Professor der Geschichte zu Amsterdam, wo er 19. März 1649 starb; schrieb: »De artium et scientiarum natura« (1650—58, 2. Aufl. 1660), ein Werk, das ausführlich von der Musik handelt. — 2) Isaak (Vossius), Sohn des vorigen, geb. 1618 zu Leiden, ein gelehrter Philolog, der anfänglich am Hof zu Stockholm lebte, 1652 nach Holland zurückkehrte, 1670 nach England ging und 21. Febr. 1689 als Kanonifus in Windsor starb; schrieb: »De poëmatum cantu et viribus rhythmi« (1673). — 3) Charles, Pianist und Komponist, geb. 20. Sept. 1815 zu Schmarow bei Demmin, gest. 28./29. August 1882 zu Verona, erhielt seine Ausbildung in Berlin und ließ sich 1846 zu Paris nieder, wo er als Klavierlehrer geschätzt wurde und auch eine Unzahl von Klavierstücken brillanten Genres (Phantasien, Potpourris, Tänze, Salonstücke aller Art) auf den Markt brachte, unter denen sich jedoch auch einige Werke von höherem Wert, Konzerte, Etüden, Variationen z., befinden. one of two readings
7Vox (ital. Voce), die Stimme. V. humana (griech. Anthropoglossa, »Menschenstimme«) ist in der Orgel eine 8 Fußstimme, die fast jeder Orgelbauer anders konstruiert; meist jedoch ist sie eine Zungenstimme mit kurzen Auffäzen, die teilweise gedekt sind; sie kommt aber sogar als Labialstimme vor (zu Breslau in St. Elisabeth und 11,000 Jungfrauen, in Italien fast allgemein) und nicht selten mit doppelten Pfeifen, einer Labial- und einer Zungenpfeife. Eine gute V. humana ist der Stolz einer Orgel, es gibt aber nur sehr wenige (Madeleine zu Paris, Dom in Freiberg, dgl. zu Freiburg i. d. Schweiz, St. Johannes zu Gouda); wahrscheinlich spielt die Akustik der Kirche dabei eine große Rolle. Zu 4 Fuß heißt die Stimme gewöhnlich V. virginea, Jungfernstimme, Jungferngal, oder V. angelica, Engelsstimme.
9Bredemann, 1) Jakob, Musiklehrer zu Leeuwarden um 1600—40, gab heraus: »Musica miscella o mescolenza di madrigali, canzoni e villanelle a 4 e 5 voci« (1603, mit holländ. Lekt) und »Isagoge musicae, dat is korte perfecte ende grondighe instructie vandt principale musijcke etc.« (1618). — 2) Michael, Musiklehrer zu Arnheim, gab heraus: »Der violen-cyther mit vyf snaaren, en niewe sorte melodiense inventie twe naturen hebbende vier parthyen spelende, licht te leeren, half violen, half cyther« (1612).
11Broye (spr. wroa), Theodor Joseph de, gelehrter Kenner der Kirchenmusik, geb. 19. Aug. 1804 zu Billers la Ville (Brabant), 1835 Kanonikus und Musikdirektor (grand-chantre) der Kathedrale zu Lüttich, gest. 29. Juli 1873 dafelbst; hat sich um die Reform des Gregorianischen Gesangs in Belgien verbient gemacht durch Herausgabe eines »Vesperal« (1829), »Graduel« (1831), »Manuale cantorum« (1849), »Processionale« (1849), »Rituale Romanum« (1862), sowie eines »Traité de plainchant à l'usage des séminaires« (1859) und der Schrift »De la musique religieuse etc.« (1866, mit Elewyd, f. b.).
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