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Scan 779

Musik-Lexikon, 1887

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1d’amore« (1611), eins der ältesten Musikdramen, das nicht nur Monodien, sondern auch Ensembles bis zu fünf Stimmen enthielt (es werden aber wohl schlichte Madrigale gewesen sein): ferner »Motetti e dialoghi a 2—8 voci« (1620).
3Quandt, Christian Friedrich, Musikliebhaber und Musikschriftsteller, geb. 17. Sept. 1766 zu Herrnhut (Sachsen), gest. 30. Jan. 1806 in Niesky bei Görlitz; schrieb in der »Lausitzischen Monatschrift« (1795 und 1797) und in der »Allgemeinen musikalischen Zeitung« (1798 bis 1800 über die Aiolsharfe, Harmonita &c. und über die natürliche Begründung der Harmonie.
5Quanon, s. Kanun.
7Quantität der Silben, s. v. w. richtige Betonung (s. Declamation); die antike Prosodie unterschied Längen und Kürzen, daher die Bezeichnung L. (Größe), während wir heute accentuierte und accentlose Silben unterscheiden. Z. B. ist »bei« durch den Diphthong eine lange Silbe, gewöhnlich aber eine accentlose, erscheint daher im modernen Vers da, wo der antike eine Kürze einführte, und ist musikalisch entsprechend zu behandeln.
9Luanz, Johann Joachim, der berühmte Flötenmeister Friedrichs d. Gr., geb. 30. Jan. 1697 zu Oberscheden (Hannover), gest. 12. Juli 1773 in Potsdam. Sein Vater war ein einfacher Schmied, der, als der Knabe zehn Jahre alt war, starb; da dieser musikalische Anlagen zeigte und schon mit acht Jahren in der Dorfschente den Kontrabass strich, so nahm ihn ein Oheim, der Stadtmusikus Justus L. zu Merseburg in die Lehre. L. lernte nun verschiedene Instrument, auch Klavier, und als er 1713 aus der Lehre entlassen wurde, ging er zunächst als »Geselle« nach Radeberg und sodann nach Pirna und 1716 nach Dresden in die Kapelle des Stadtmusikus Heine. 1717 benutzte er einen Urlaub, um in Wien unter Zelenka und Zug Kontrapunkt zu studieren, und wurde 1718 in der königlich polnischen Kapelle zu Dresden und Warschau angestellt, zuerst als Oboist, welches Instrument er indes nach eingehenden Studien unter Buffardin mit der Flöte vertauschte. Der sächsische Hof hat immer viel für die weiitere Ausbildung seiner begabten Musiker gethan; das erfuhr auch L., da er 1724 im Gefolge des sächsischen Gesandten nach Italien geschickt wurde. Er studierte nun in Rom unter Gasparini Kontrapunkt, lernte die Häupter der neapolitanischen Schule kennen und begab sich 1726 über Genf und Lyon nach Paris, wo er sieben Monate blieb. Nachdem er auch noch in London drei Monate verweilt, wo gerade Händels Oper in vollem Flor stand, kehrte er endlich 1727 wieder in seine Stellung nach Dresden zurück. 1728 spielte er in Berlin vor dem Kronprinzen Friedrich, dem er so gefiel, daß der selbe das Flötenspiel selbst anfing und L. zum alljährlichen zweimaligen längern Besuch engagierte. Als Friedrich 1740 den Thron bestieg, engagierte er L. mit 2000 Thlr. Gehalt als Kammermusikus und Hofkomponisten, zahlte aber für jede neue Komposition extra ein Honorar und für jede von L. gelieferte Flöte 100 Dukaten. In solcher Stellung konnte L. es wohl bis zu seinem Tod aushalten. Er schrieb für den König nicht weniger als 300 Konzerte und 200 andre Stücke für eine und zwei Flöten, Flötensoli, -Trios, -Quartette &c., von denen der größte Teil noch in Potsdam aufbewahrt wird; ferner Lieder, eine Serenade &c. Im Druck erschienen: 6 Flötensonaten mit Bass (1734), 6 Flötenduette (1759), Choralmelodien zu 22 Liedern von Gellert (»Neue Kirchenmelodien«, 1760) sowie »Versuch einer Anweisung, die Flöte traversière zu spielen« (1752 [1780, 1789], französisch 1752, holländisch 1755) und »Application pour la flûte traversière à deux clefs« (o. J.). L. selbst verbesserte die Flöte durch Hinzufügung der zweiten Klappe. Eine autobiographische Skizze s. in Marburgs »Beiträgen« (I); daselbst (IV) auch eine Erwiderung L. auf eine Kritik seiner Flötenschule. Eine ausführliche Biographie von L. veröffentlichte sein Urneffe Albert L. (1877). one of two readings
10Lanz, Johann Joachim, der berühmte Flötenmeister Friedrichs d. Gr., geb. 30. Jan. 1697 zu Oberscheden (Hannover), gest. 12. Juli 1773 in Potsdam. Sein Vater war ein einfacher Schmied, der, als der Knabe zehn Jahre alt war, starb; da dieser musikalische Anlagen zeigte und schon mit acht Jahren in der Dorfschente den Kontrabass strich, so nahm ihn ein Oheim, der Stadtmusikus Justus L. zu Merseburg in die Lehre. L. lernte nun verschiedene Instrument, auch Klavier, und als er 1713 aus der Lehre entlassen wurde, ging er zunächst als »Geselle« nach Radeberg und sodann nach Pirna und 1716 nach Dresden in die Kapelle des Stadtmusikus Heine. 1717 benutzte er einen Urlaub, um in Wien unter Zelenka und Zug Kontrapunkt zu studieren, und wurde 1718 in der königlich polnischen Kapelle zu Dresden und Warschau angestellt, zuerst als Oboist, welches Instrument er indes nach eingehenden Studien unter Buffardin mit der Flöte vertauschte. Der sächsische Hof hat immer viel für die weiitere Ausbildung seiner begabten Musiker gethan; das erfuhrt auch L., da er 1724 im Gefolge des sächsischen Gesandten nach Italien geschickt wurde. Er studierte nun in Rom unter Gasparini Kontrapunkt, lernte die Häupter der neapolitanischen Schule kennen und begab sich 1726 über Genf und Lyon nach Paris, wo er sieben Monate blieb. Nachdem er auch noch in London drei Monate verweilt, wo gerade Händels Oper in vollem Flor stand, kehrte er endlich 1727 wieder in seine Stellung nach Dresden zurück. 1728 spielte er in Berlin vor dem Kronprinzen Friedrich, dem er so gefiel, daß der selbe das Flötenspiel selbst anfing und L. zum alljährlichen zweimaligen längern Besuch engagierte. Als Friedrich 1740 den Thron bestieg, engagierte er L. mit 2000 Thlr. Gehalt als Kammermusikus und Hofkomponisten, zahlte aber für jede neue Komposition extra ein Honorar und für jede von L. gelieferte Flöte 100 Dukaten. In solcher Stellung konnte L. es wohl bis zu seinem Tod aushalten. Er schrieb für den König nicht weniger als 300 Konzerte und 200 andre Stücke für eine und zwei Flöten, Flötensoli, -Trios, -Quartette &c., von denen der größte Teil noch in Potsdam aufbewahrt wird; ferner Lieder, eine Serenade &c. Im Druck erschienen: 6 Flötensonaten mit Baß (1734), 6 Flötenduette (1759), Choralmelodien zu 22 Liedern von Gellert (»Neue Kirchenmelodien«, 1760) sowie »Versuch einer Anweisung, die Flöte traversière zu spielen« (1752 [1780, 1789], französisch 1752, holländisch 1755) und »Application pour la flûte traversière à deux clefs« (o. J.). L. selbst verbesserte die Flöte durch Hinzufügung der zweiten Klappe. Eine autobiographische Skizze s. in Marburgs »Beiträgen« (I); daselbst (IV) auch eine Erwiderung L. auf eine Kritik seiner Flötenschule. Eine ausführliche Biographie von L. veröffentlichte sein Urneffe Albert L. (1877). one of two readings
12Quarenghi, Guglielmo, geb. 22. Okt. 1826 zu Casalmaggiore, gest. 4. Febr. 1882 zu Mailand, Domkapellmeister und Kontrabassprofessor am Konservatorium, Verfasser einer Kontrabass-Schule auch Komponist (Kirchenfachen, eine Oper »Il di di San Michele« 1863).

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