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Scan 758

Musik-Lexikon, 1887

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1sich zuerst als Violinist bekannt, ging 1831 nach Leipzig, trat hier in die Wunderliche Kapelle ein, konzertierte als Geiger, machte in der Folge aber das Klavier zu seinem Hauptstudium und wandte als Klavierlehrer den technischen Grundlagen besondere Aufmerksamkeit zu. Bei Begründung des Leipziger Konservatoriums (1842) wurde er von Mendelssohn als Klavierlehrer gewonnen; er gehörte dieser Anstalt bis 1865 an und erzielte die schönsten Resultate. Die letzten Jahre seines Lebens war er Privatlehrer zu Leipzig. Seine «Technischen Studien für das Pianoforte» (besonders die dritte wesentlich verbesserte Auflage) sind ein vorzügliches Unterrichtswerk und haben vielfach Nachahmung gefunden; außerdem schrieb er eine Broschüre: «Der Klavierlehrer» (1874).
3Plain-chant (franz., spr. pläng-schäng), lat. Cantus planus, f. v. m. Gregorianischer Gesang (s. d.), so genannt, weil der selbe im Lauf der Jahrhunderte seiner ehemaligen Rhythmik verlustig gegangen und bereits im 12. Jahrh. zur monotonen Folge gleichlanger Töne erstarrt war (planus, franz. plain = eben, gleichmäßig).
5Planquette (spr. plangkett), Robert, Opernkomponist, geb. 21. Juli 1850 zu Paris, eine Zeitlang Schüler des Konservatoriums, doch ohne Auszeichnung, machte sich zuerst mit Romanzen beliebt, versuchte sich aber bald genug auf der Bühne mit dem Genre der «kleinen Musik» (musiquette) und schrieb 1872—82 ein Dutzend Operetten, darunter: «Le serment de Mine. Grégoire», «Paille d’avoine», «Les cloches de Corneville» (1877), «Le chevalier Gaston» (1879), «Les voltigeurs de la XXXII.» (1880), «La cantinière» und «Rip van Winkle» (1882).
7Plantade (spr. plangtah), 1) Charles Henri, Komponist, geb. 19. Okt. 1764 zu Pontoise, gest. 18. Dez. 1839 in Paris; machte sich zuerst als Romanzenkomponist bekannt, wurde 1797 Gesanglehrer am Campischen Institut zu St. Denis, wo auch die nachmalige Königin von Holland, Hortense Beauharnais, seine Schülerin war; dieselbe berief ihn später als Kapellmeister an ihren Hof, und er blieb auch 1810 nach der Abdankung ihres Gatten ihr Musikdirektor zu Paris bis 1815. Bereits 1802 war P. als Gesanglehrer am Konservatorium angestellt worden, hatte aber die Stellung aufgegeben, als er nach Holland ging. 1812 wurde er Gesangdirektor und Opernregisseur an der Großen Oper und 1813 auch Mitglied der Novitätenjury; 1816 wurde er an dem wieder eröffneten Konservatorium (École royale de chant et de déclamation) von neuem als Gesanglehrer angestellt (bis 1828) und gleichzeitig Nachfolger Beruís’ als Orchesterchef der königlichen Kapelle. Die Revolution 1830 löste ihn alle seine Ämter; er zog sich grollend und kränkend nach Batignolles zurück und kam nur als sterbender Mann wieder nach Paris. Außer einem Dutzend Opern für verschiedene Pariser Theater schrieb P. Messen, Motetten, ein Requiem, Te Deum &c. für die Chapelle royale. Im Druck erschienen die Partituren der Opern: «Palma» und «Le mari de circonstance», eine Harfensonate, 20 Hefte Romanzen und 3 Hefte 2stimmiger Nocturnen. — 2) Charles François, Sohn des vorigen, geb. 14. April 1787 zu Paris, gest. 26. Mai 1870 daselbst als hoher Beamter im Ministerium des kaiserlichen Hauses und dem der Künste; machte sich als Romanzenkomponist bekannt und war 1828 einer der Mitbegründer der Concerts du Conservatoire.
9Plante (spr. plangtè), François, bedeutender Pianist, geb. 2. März 1839 zu Orthez (Basses Pyrénées), trat Ende 1849 in die Klavierklasse Marmontels am Konservatorium zu Paris, erhielt bereits nach sieben Monaten den ersten Preis und wurde sofort von Alard und Franchomme als Klavierspieler für ihre Triosoirien gewählt. Später (1853) machte er noch einen Kursus in der Harmonielehre und dem Generalbasspiel in Bazins Klasse durch. P. verschwand zehn Jahre lang vollständig aus den Augen der Pariser und tauchte sodann als Pianist ersten Ranges wieder auf, nachdem er in Zurückgezogenheit in seiner Heimat seine Technik und seinen Stil voll entwickelt hatte. Als Komponist ist er nicht aufgetreten.
11Platania, Pietro, Direktor des Kon-

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