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Scan 179

Musik-Lexikon, 1887

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1mit nach Benedig genommen. Nach der in Italien so häufigen Sitte nahm er den Namen seines Patrons an. 1617 fungierte er unter den Sängern der Markuskirche mit dem Namen Bruni, 1628 als Caletti und 1640 als zweiter Organist Caletti detto C. 1666 wurde er erster Organist und 1668 Kapellmeister der Markuskirche. Zu seiner Totenfeier wurde sein eigenes, nicht lange vorher komponiertes Requiem aufgeführt. C. war ein geschätzter Organist, guter Kirchenkomponist, vor allem aber ein Opernkomponist (42 Opern) von hoher Bedeutung, der Schüler und würdige Geisteserbe Monteverdes; seine Werke bedeuten einen Schritt über diesen hinaus, sofern die einzelnen Gesangsnummern bei ihm anfangen, größere Gestaltung anzunehmen, und an Wärme des Ausdrucks gewinnen. Rhythmische Kraft und gesunde Melodik erheben sie über einen bloß historischen Wert. Welches Renommee C. genoss, kann man daraus ermessen, daß er es war, der die Festoper (»Serse«) zur Vermählungsfeier Ludwigs XIV. (1660) und zur Feier des Pyrenäischen Friedens (»Ercole amante«, 1662) für das Louvre komponierte; sein »Giasone« ging mit größtem Erfolg (1649—62) über die italienischen Bühnen (neu herausgegeben von Eitner im 12. Bd. der Publ. d. Ges. f. Musikforschung).
3Cavos, Catterino, geb. 1775 zu Benedig, gest. 28. April 1840 in Petersburg; Schüler von Bianchi, ging 1798 nach Petersburg, wo er nach gutem Erfolg seiner auf russischen Text komponierten Oper »Iwan Gussanina« zum kaiserlichen Kapellmeister erwählt wurde, welche Stellung er bis zu seinem Tod innehatte. C. hat 13 russische Opern geschrieben, die günstige Aufnahme fanden und ihm hohe Auszeichnungen eintrugen; außerdem eine französische und mehrere italienische Opern sowie sechs Ballette (»Bephyr und Flora«).
5Caylus (spr. lektüe), Anne Claude Philippe de Lubières, Graf von, geb. 81. Okt. 1692 zu Paris, gest. 5. Sept. 1765 baselbst; hat in seinem »Recueil d'antiquités égyptiennes, étrusques, grecques, romaines et gauloises« (1752 ff., 7 Bde.) manches über die Musik der Alten geschrie-
7ben, desgleichen in den »Mémoires de l'Académie des inscriptions« (Bd. 21).
8C dur-Afford = c. e. g; C dur-Tonart, ohne Vorzeichen (Dur-Grundstala), f. Tonart.
9Celestina, f. Tremulant, vgl. Bifara.
10Celler, Ludovic, Pseudonym von Louis Leclercq, geb. 8. Febr. 1828 zu Paris, veröffentlichte unter dem Namen C. außer andern, nichtmusikalischen Schriften: »La semaine sainte au Vatican« (1867); »Les origines de l'opéra et le Ballet de la Reine« (1868) und »Molière-Lully: Le mariage forcé (le Ballet du Roi)« (1867).
11Cello (ital., spr. tschello), f. v. w. Bioncello.
12Cembal d'amour (franz., spr. sang: ball d'amur), eine von Gottfried Silbermann konstruierte Art des Clavicembalo mit Saiten von doppelter Länge, die genau in der Mitte durch einen Steg geteilt wurden, so daß beide Hälften denselben Ton gaben. Die Saiten wurden durch die Tangenten, je nach der Stärke des Anschlags, verschieden weit vom Steg abgehoben. Der Versuch, auf diesem Weg das ersehnte piano und forte zu finden, wurde aber bald wieder aufgegeben. Vgl. Klavier.
13Combalo (ital., spr. tsch-), f. Klavier.
14Cento (ital., spr. tsch-), 1) das Antiphonar Gregors d. Gr. (f. b.), welches eine Sammlung der in den verschiedenen Kirchen Italiens üblichen Gesänge war. — 2) (Centone), eine Flidoper oder andre größere, aus Bruchstüden anderer Werke zusammengesetzte Komposition (Pasticcio). Das davon abgeleitete Verbum centonizzare, franz. centoniser, bedeutet daher zusammenstellen, und zwar meistens im verächtlichen Sinn (zusammenstoppeln).
15Cercar la nota (ital., spr. tschertar, »die Note suchen«) heißt beim Gesang den auf die folgende Silbe fallenden Ton schon leicht voraus anschlagen, wie dies beim sogen. Portament zu geschehen pflegt:
17statt: io:
19Gerone (spr. tsche-), Domenico Pietro,

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