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Scan 132

Musik-Lexikon, 1887

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1der Künste ernannte ihn 1875 zum ordentlichen Mitglied, neuerdings zum Senatsmitglied; auch wurden ihm seitens der Regierung die Titel Königlicher Musikdirektor und Professor verliehen.
3Blüthner, Julius Ferdinand, geb. 11. März 1824 zu Falkenhain bei Merseburg, Begründer und Leiter einer Pianofortefabrik zu Leipzig (seit 7. Nov. 1853), erhielt 1856 ein Patent für Verbesserungen der Konstruktion des Pianofortes und brachte sein Etablissement schnell zu einem bedeutenden Renommee, so daß dasselbe seit längeren Jahren mit Dampfbetrieb arbeitet, bis 1. Jan. 1880: 15,000 Instrumente fertig gestellt hatte und über 500 Arbeiter beschäftigt. Wiederholt wurden Blüthners Instrumente mit höchsten Preisen ausgezeichnet (Paris 1867, Wien 1873, Philadelphia 1876, Sydney 1880 u. a.). Eine Spezialität Blüthners sind die »Aliquotflügel«, bei welchen der Ton durch doppelten Saitenbezug verstärkt wird (die höher liegenden, vom Hammer nicht getroffenen Saiten sind in der höheren Octave gestimmt).
5B moll-Akkord = b. des. f; B moll-Tonart, 5 b vorgezeichnet. S. Tonart.
7Bobisationen, zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen Benennungsarten des siebenten Tons der Grundstala mit einer Solmisationssilbe, welche im 16. und 17. Jahrh. von einer Reihe von Tonleitern und Theoretikern vorgeschlagen wurden, bis man endlich das »si« allgemein acceptierte. Wir Deutschen, Holländer und Engländer müssen, um die Wichtigkeit zu begreifen, welche man dieser Sache beilegte, uns vergegenwärtigen, daß die heute bei uns allgemein übliche Buchstabbenennung der Töne ehedem nur in Deutschland und den Niederlanden, aber auch da nicht ausschließlich, sondern neben der Solmisation im Gebrauch war (hauptsächlich für die Instrumentalmusik, speziell die Tasteninstrumente); in Italien und Frankreich kannte man sie nur noch in Verbindung mit den Solmisationsnamen (c solfaut, f faut x.). Als man nun anfing, diese letztern zu schwerfällig und, was wichtiger ist, nicht ausreichend zu finden (nämlich für die Benennung der chromatischen Töne), und den einfachen Silben ut, re, mi, fa, sol, la ein für allemal feststehende Bedeutung anwies, um sie durch b und # beliebig verändern zu können, bemerkte man, daß ein Ton (unser h) gar keinen Namen hatte; indem man nun auch diesem Tone einen Namen gab, versehte man der Solmisation den Todesstoß, denn die damit beseitigte Mutation war deren Wesenskern. Einfacher wäre es freilich gewesen, zur schlichten Buchstabbenennnnung zurückzukehren, wie sie durch die Schlüsselzeichen (F, c, g = ) ein für allemal in unsrer Tonschrift implicite enthalten ist. Statt dessen soll um 1550 Hubert Waelrant, ein belgischer Tonleiter und Begründer einer Musikschule zu Antwerpen, die sogen. belgische Solmisation mit den sieben Silben: bo, ce, di, ga, lo, ma, ni (Vocediation) vorgeschlagen und eingeführt haben, während um dieselbe Zeit der bairische Hofmusikus Anselm von Flandern für h den Namen si, für b aber bo wählte (beide galten nach alter Anschauung für Stammtöne). Henri van de Putte (Buteanus, Dupuy) stellte in seiner »Modulata Pallas« (1599) bi für h auf, Adriano Banchieri in der »Cartella musicale« (1610) dagegen ba und Don Pedro d'Urena, ein spanischer Mönch um 1620, ni. Ganz andre Silben wünschte Daniel Hikler (1628): la, be, ee, de, me, fe, ge (Bebisation), unserm a, b, c, d, e, f, g entsprechend, und noch Graun (1750) glaubte mit dem Vorschlag von da, me, ni, po, tu, la, be etwas Rügliches zu thun (Damenisation). Die meisten dieser Vorschläge sind nur zu lokaler Bedeutung gelangt; der schließlich zu allgemeiner Geltung gelangte, daß si für h (aber ohne bo für b), wird einem Franzosen, Lemaire, zugeschrieben, doch schwerlich mit Recht, da Mercenne (»Harm. univers.«, S. 342) nur erwähnt, daß ein Lemaire den Vorschlag des Namens za für die letzte Silbe gemacht hat, Brossard aber Lemaire ein Buch zuschreibt, das gar nicht von ihm herrührt (»Le gamme du Si, nouvelle méthode pour apprendre à chanter en musique sans nuances«, 1646; Verfas-

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