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Scan 109

Musik-Lexikon, 1887

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1'Melepœia practica« (1686); 'Aerarium melopoeticum« (1688); 'Organopœia« (1690; neu aufgelegt 1739 als 'Orgelbaukunst«); 'Directorium musicum« (1706); 'Collegium musicum de compositione« (Manuskript, citiert in Matthesons 'Ehrenpforte«).
3Bender, Valentin, geb. 19. Sept. 1801 zu Bechtheim bei Worms, gest. 14. April 1873 als Musikdirektor des königlichen Hauses und der Guiden (Garde) in Brüssel; war vorher niederländischer Militärmusikmeister und dann Dirigent der 'Harmonie« zu Antwerpen, welche Stellung er seinem Bruder überließ, wurde darauf als Klarinettenvirtuose bedeutend und komponierte mehreres für sein Instrument sowie für Militärmusik. — Sein Bruder Jakob, geb. 1798 zu Bechtheim, erst niederländischer Militärmusikmeister, gestorben als Dirigent der 'Harmonie« zu Antwerpen, war ein guter Klarinettenspieler, komponierte hauptsächlich für Militärmusik.
5Bendl, Karl, geb. 16. März 1838 zu Prag, 1864 Opernkapellmeister in Brüssel, sodann Chordirektor an der deutschen Oper zu Amsterdam, seit 1865 wieder in Prag als Dirigent eines Männergesangvereins, schrieb tschechische Nationalopern ('Lejla«, 'Bretislav«, 'Cernahorci«, 'Karel Skreta«) Lieder, Chorwerke &c.
7Bene, ben (ital.), gut.
9Benedict, Julius, geb. 27. Nov. 1804 zu Stuttgart (Sohn eines jüdischen Bankiers), gest. 5. Juni 1885 in London, Schüler von Abeille, Hummel (Weimar 1819) und K. M. v. Weber (1820), 1823 Kapellmeister am Kärnthnerthor-Theater zu Wien, 1825 am San Carlo-Theater in Neapel, wo er seine erste Oper: 'Giacinta ed Ernesto«, zur Aufführung brachte; 1830 folgte in Stuttgart 'I Portoghesi in Goa«. Beide Opern hatten wenig Erfolg. 1835 wandte er sich von Neapel nach Paris und noch in demselben Jahr nach London. Seitdem ist er vollständig akklimatisierter Engländer, von dem die wenigsten wissen, daß er ein geborner Deutscher ist. 1836 als Kapellmeister der Opera buffa im Lyceum brachte er ein kleines Werk: 'Un anno ed un giorno«, ferner 1837 als Kapellmeister am Drury Lane-Theater unter Bunn seine erste englische Oper 'The gypsy's warning« ('Der Zigeunerin Weissagung«), welcher 'Die Bräute von Benedig« und 'Die Kreuzfahrer« folgten. 1850 ging er mit Jenny Lind nach Amerika, wurde bald nach seiner Rückkehr Kapellmeister von Maplesons Opernunternehmern (in Her Majesty's Theatre, später in Drury Lane), wo er unter andern Webers 'Oberon« mit zugesfügten Recitativen aufführte; auch die Direktion der 'populären Montagskonzerte« übernahm er 1859, dirigierte mehrere Musikfeste zu Norwich, wurde Kapellmeister des Covent Garden und war 1876—80 Dirigent der Philharmonischen Gesellschaft in Liverpool. An Anerkennung seiner Verdienste hat es nicht gefehlt, unter andern wurde er 1871 zum Ritter (Sir) ernannt und mit vielen ausländischen Orden dekoriert. Von seinen Kompositionen sind mit Auszeichnung zu nennen: die Oper 'Lilli of Killarney« (1862, deutsch 'Die Rose von Erin«), die Kantaten 'Undine« (1860 Norwich), 'Richard Löwenherz« (1863 daselbst), Oratorien 'St. Cäcilia« (1866 daselbst), 'St. Peter« (1870 Birmingham) und zwei Symphonien (1873 bis 1874 im Kristallpalast).
11Benedictus (lat., 'gebenedeit«), ein Teil des Sanctus, s. Messe.
13Benedictus Appenzelders (B. von Appenzell), Kontrapunktist des 16. Jahrh., Knabenmeister des königlichen Kapellchors zu Brüssel 1539—55, nicht zu verwechseln mit Benedict Ducis, leider aber nicht von ihm zu unterscheiden, da viele Kompositionen nur mit 'Benedict« bezeichnet sind, die sich in den Sammelwerken von Chansons, Motetten &c. 1540—69 vorfinden.
15Benediktiner. Der Orden der B. hat sich um die Musik, ihre Theorie und ihre Geschichte außerordentlich verdient gemacht, besonders im Mittelalter, wo ja die B.-Klöster die Hauptstätten wissenschaftlicher Studien waren. Anfangend mit dem Papst Gregor d. Gr. sind beinahe alle die Männer, welche die Musikgeschichte des Mittelalters mit Auszeichnung zu nennen hat, Benediktinermönche gewesen: Aurelianus Reomensis, Remi d'Auxerre, Regino von Prüm, Notker Balbulus, Hugbald von St. Amand, Odo von Clugny, Guido

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