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Scan 329

Musik-Lexikon, 1887

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1ren x. und eine Fragottschule. — 3) Etienne François, geb. 1777 zu Versailles, 1801—22 Flötist der Komischen Oper, gest. 1823; schrieb Flötenduos, Violinduos, Sonaten für Flöte und Vok, Soli für Flöte, Klarinette und Übungen für Flöte. — 4) Pierre Paul, geb. 1775 zu Versailles, starb jung und hat nur 20 Hornduette herausgegeben. — 5) Franz Xaver, mit den vorigen nicht verwandt, geb. 1784 zu Edersdorf bei Wlak, gest. 13. Dez. 1822 in Wien; 1804 Organist zu Frankenstein, 1810 als Musiklehrer in Wien, 1816 Chordirektor der Augustinerkirche, thätiges Mitglied der Gesellschaft der Musikfreunde, Begründer (1819) und erster Dirigent der Concerts spirituels. G. hat nur wenige Lieder und Evangelsange herausgegeben. Er war befreundet mit Beethoven.
3Gebel, 1) Georg (Vater), geb. 1685 zu Breslau, entlief als Schneiderlehrling seinem Brotherrn und wurde Musikus, 1709 Organist in Brieg, 1713 zu Breslau, wo er 1750 starb; beschäftigte sich mit Verbesserungsversuchen des Klaviers (Pedalklavier, Klavier mit Vierteltönen) und komponierte Klavierstücke, Kanons (bis zu 30 Stimmen), Psalmen, Messen, Kantaten, ein Passionsoratorium, 24 Klavierkonzerte, figurierte Choräle und Präludien für Orgel, welche Werke aber sämtlich Manuskript blieben. — 2) Georg (Sohn), geb. 25. Okt. 1709 zu Brieg, gest. 24. Sept. 1753 in Rudolstadt; Schüler seines Vaters, 1729 zweiter Organist an St. Maria Magdalena, ausgezeichnet durch den Titel eines Kapellmeisters des Herzogs von Öls, wurde 1735 Mitglied der gräflich Brühlschen Kapelle zu Dresden, wo er unter Hebenstreit das Spiel des Pantaleons erlernte, und 1747 fürstlicher Konzert- und Kapellmeister zu Rudolstadt. Seine Fruchtbarkeit war sehr groß. Er schrieb in Breslau für den Herzog von Öls zwei vollständige Kirchenjahrgänge Kantaten, eine Messe, viele Mammertstücke, eine Symphonie, Trios, Fruette, Konzerte für Flöte, Laute, Gambe, Mauer, Violine x., in Rudolstadt aber in sechs Jahren über 100 Orchestersymphonien, Partien, Konzerte, 2 Weihnachtskantaten, mehrere Kirchenjahrgänge, 2 Passionen, 12 Opern und noch andres. — 3) Georg Sigismund, jüngerer Bruder des vorigen, Organist an der Elisabethkirche zu Breslau, gest. 1775; komponierte Fugen und Präludien für Orgel. — 4) Franz Xaver, geb. 1787 zu Fürstenau bei Breslau, gest. 1843 in Moslau; Schüler von Abt Vogler und Albrechtsberger, 1810 Kapellmeister am Leopoldstädter Theater zu Wien, danach Theaterkapellmeister in Pest und Lemberg, lebte seit 1817 als Musiklehrer zu Moslau. Er komponierte mehrere Opern, viele Klavierstücke, eine Messe, vier Symphonien, mehrere Ouvertüren, Streichquartette, Streichquintette x.
5Gebhard, Martin Anton, geb. 1770 in Bayern, Mönch zu Benediktbeurn, nach Unterdrückung des Ordens Pfarrer zu Steinsdorf bei Augsburg, wo er noch 1831 lebte, schrieb zwei philosophische Werke: »Versuch zur Begründung einer Wissenschaft, Chronometrie genannt« (1808) und »Harmonie«, Erklärung dieser Idee in drei Büchern und Anwendung derselben auf den Menschen in allen Beziehungen (1817). Die Gedanken Gebhards sind voll Geist, laufen aber auf unfruchtbare Symbolik hinaus.
7Gebhardi, Ludwig Ernst, geb. 1787 zu Rottleben (Thüringen), gest. 4. Sept. 1862 als Organist und Musiklehrer am Seminar in Erfurt; gab heraus: Schulgesänge, Orgelstücke, ein Choralbuch, eine Orgelschule und eine Generalbassschule (1828—35, 4 Bde.; mehrmals aufgelegt).
9Gebäße nennt man die Gesamtheit der Bälge (s. d.) einer Orgel.
11Gebunden, s. Legato. Gebundener Stil, s. v. w. strenger Stil; vgl. Stil, Stilo osservato, Galanter Stil, Rüststimmen.
13Gedacht (Gedakt), gewöhnliche Bezeichnung der gedachten Labialstimmen der Orgel (engl. Covered stops, franz. Jeux bouchés). G. 32 Fuß heißt gewöhnlich Untersack, Majorbass, Großsubbass, Infrabass, Subkontrabass, lat. Pileata maxima, franz. Sous-bourdon, engl. Great bourdon, span. Tapada de 52; 16' G. auch Grobgédacht, Großgedacht, Bourdon, Bordun, Verduna, Subbass, engl. Double stopped diapason, lat. Pileata magna, span. Tapada de 26; 8' Mittelgedacht,

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