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Scan 330

Musik-Lexikon, 1887

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1franz. Grosse flûte, engl. Stopped diapason, Unison covered, span. Tapada de 18, lat. Pileata major; 4' Kleingedacht, Pileata minor, Flûte zc. Noch kleinere Gedachte finden sich nur in alten Orgeln (Bauernflöte, Feldflöte zu 2' und 1'). Auch die Doppelflöte (Duisflöte) und Quintatön (Quintadena) sind Gedachte. Da die Gedachte einen (annähernd) um eine Oktave tiefen Ton geben als die gleichlangen offenen Flöten, so sind sie aus Sparsamkeitsgründen für tiefe Register sehr beliebt; ihr Ton ist jedoch etwas dumpf und steht durchaus hinter dem des Prinzipals zurück. Vgl. Blasinstrumente.
3Gefährte (Comes), s. Fuge.
5Gegenbewegung ist das Gegenteil der Parallelbewegung, vgl. Bewegungsart s). Über das Verbot mancher Parallelsortschreibungen und ihre Vermeidung durch G. vgl. Parallelen und Stimmführung. Über G. im andern Sinn, nämlich als Umkehrung eines Themas (Thema in der G.), welche im imitatorischen Stil eine Rolle spielt vgl. Umkehrung.
7Gegensfuge, eine Fuge, in welcher der Comes die Umkehrung des Dur ist und zwar meist so, daß Tonika und Dominante einander entsprechen; vgl. Umkehrung. Gegensfugen finden sich z. B. in J. S. Bachs »Kunst der Fuge« (Nr. 5, 6, 7, 14).
9Gehör, s. Ohr.
11Geige, s. Streichinstrumente, Violine, Viola.
13Geigenharz, s. Kolophonium.
15Geigenlabietimbal, s. Bogenflügel.
17Geigenprinzipal (engl. Violin diapason, auch Crisp toned diapason), gewöhnlich zu 8', seltener zu 4', eine der Mensur und dem Klang nach zwischen den Prinzipal- und Gambenstimmen die Mitte haltende offene Labialstimme von etwas streichendem, aber leicht ansprechendem Ton.
19Geigenwerk, s. Bogenklavier.
21Geller, Erik Gustaf, geb. 12. Jan. 1783 zu Ransätter (Vermaland), gest. 23. April 1847 als Professor der Geschichte an der Universität Upsala; komponierte und veröffentlichte geschmackvolle Lieder von schwedisch-nationaler Färbung, gab mit Lindblad eine Sammlung neuerer schwedischer Lieder heraus (1824) und war der Hauptredakteur des musitalischen Teils der von ihm mit Auzelius herausgegebenen altschwedischen Volkslieder (»Svenska folkvisor«, 1814—16, 3 Bde.; 2. Aufl. 1846).
23Geisler, 1) Johann Gottlieb, lebte zu Zittau und starb daselbst 18. Febr. 1827. Verfasser einer »Beschreibung und Geschichte der neuesten und vorzüglichsten Instrumente und Kunstwerke für Liebhaber und Künstler« (1792—1800, 12 Teile; darin unter andern einiges über das Bogenklavier). — 2) Paul, begabter Komponist, geb. 10. Aug. 1856 zu Stolp in Pommern, Schüler seines Großvaters (Musikdirektor in Marienburg) sowie einige Zeit von Konstantin Decker, lebt seit 1873 meist in Leipzig. (v. komponierte eine Oper: »Ingeborg« (Text nach Peter Lohmanns »Frithjof«), Gesänge, Monologe, Episoden; er befindet sich noch in der Sturm- und Drangperiode, zeigt aber offenbar naturwüchsiges Talent. Seine symphonische Dichtung »Der Rattenfänger von Hameln« wurde 1880 auf dem Musikfest des Allgemeinen deutschen Musikvereins zu Magdeburg aufgeführt (Partitur gedruckt); diese sowie die weiteren symphonischen Dichtungen »Till Eulenspiegel«, »Mira« und »Maria Magdalena« erschienen im Druck.
25Geisterharfe, s. v. w. Äolsharfe.
27Gelinet, Hermann Anton, genannt Cervetti, geb. 8. Aug. 1709 zu Horzeniowec in Böhmen, gest. 5. Dez. 1779 zu Mailand; Prämonstratensermönch in Seelau, entwich aus dem Kloster und machte sich als Violinvirtuose einen Namen; in Italien nahm er, um nicht entdeckt zu werden, den Namen Cervetti an, kehrte später in sein Kloster zurück, aber nur, um zum zweitenmal zu entsfliehen. Von seinen Kompositionen erschienen Violinkonzerte und Sonaten; Orgelstücke und Kirchenwerke blieben Manuskript.
29Geminiani (spr. diche-), Francesco, geb. 1680 zu Lucca, gest. 17. Dez. 1762 in Dublin; bedeutender Violinvirtuose, Komponist und Musikschriftsteller, Schüler von Lunati (»il Gobbo«) und Corelli, ging 1714 nach London, wo er zu hohem Ansehen als Lehrer gelangte, als Virtuose jedoch fast nur in Salons auftrat. Er

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