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Scan 719

Musik-Lexikon, 1887

20 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1Leben, gab heraus 1 Buch 4 stimmiger Madrigale (1570), 7 Bücher 5 stimmiger Madrigale (1581, 1593, 1596 [1604], 1596 [1605], 1597, 1612, 1613), ein Buch 6 stimmiger Madrigale (1587), ferner ein Buch 8-, 12- und 16 stimmiger Motetten: »Sacrae dei laudes« (1595), von denen die »Cantiones sacrae« zu 8, 12 und 16 Stimmen von 1605 wohl die zweite Auslage sind. Einige Madrigale finden sich auch in Sammlungen der Zeit. P. ist einer der ersten Komponisten, die für so viele Stimmen geschrieben. — 2) Carlo, Opernkomponist, geb. 1630 in Brescia, gest. 27. Jan. 1688 in Dresden; 1667 Bizekapellmeister, 1672 Kapellmeister am Hof zu Dresden, lebte sodann einige Jahre in Italien, von 1685 aber wieder zu Dresden und zwar als Kapellmeister der neu begründeten Italienischen Oper, komponierte zahlreiche Opern für italienische Bühnen und für Dresden; seine »Gerusalemme liberata« wurde 1695 als »Armida« zu Hamburg aufgeführt; sein letztes Werk »Antiope«, hinterließ er unvollendet, es wurde beendet von Strungk 1689 zu Dresden gegeben. P. war der Kompositionslehrer Legrenzi.
3Palme, Rudolf, vortrefflicher Organist, geb. 23. Okt. 1834 in Barby a. E., Schüler A. G. Ritters, königlicher Musikdirektor und Organist an der Heiligen Geist-Kirche zu Magdeburg, veröffentlichte eine größere Anzahl Orgelkompositionen (Sonaten Op. 12 u. 27, Choralvorspiele, Konzertphantasie mit Männerchor Op. 5 rc.) sowie gemischte und gleichstimmige Gesänge (Männerchöre, kirchliche Gesänge, Schulgesänge), die sich großer Verbreitung erfreuen.
5Paloschi (spr. =losti), Giovanni, der thätigste Angestellte des Mailänder Musikverlags Ricordi, gab 1876 und in 2. Ausl. 1878 ein »Annuario musicale universale« (»Allgemeinen Musikkalender«) heraus, der indes ganz anders angelegt ist als deutsche Publikationen solcher Art und eine sehr sorgfältige Zusammenstellung der Geburts- und Todesstage berühmter Musiker, der ersten Aufführungen von Opern rc. auf 144 sehr großen Quartsseiten enthält mit vielen originalen Berichtigungen falscher Daten, so daß er auch für vorliegendes Lexikon eine wichtige Quelle war. P. ist Mitarbeiter der »Gazetta musicale« (Mailand), redigierte den umfangreichen Verlagstatalog des Hauses Ricordi und übersetzte für denselben Verlag eine Reihe ausländischer Werke ins Italienische.
7Palotta, Matteo, Kirchenkomponist, geb. 1680 zu Palermo (daher il Panormitano genannt), Schüler des Conservatorio Sant' Onofrio in Neapel, 1733 Hofkomponist zu Wien, 1741 entlassen, 1749 wieder angestellt, gest. 28. März 1758 in Wien; komponierte vier- und achtstimmige Motetten, Messen rc. im Palestrina-Stil, von denen eine Anzahl in der Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde aufbewahrt wird; auch schrieb er einen Traktat: Gregoriani cantus enucleata praxis et cognitio«.
9Baminger (Bammigerus, Bannigerus), Leonhardt, einer der gewandtesten deutschen Kontrapunktisten, geb. 1494 zu Aschau in Oberösterreich, gest. 3. Mai 1567 als Schulrektor und Sekretär des Klosters St. Nikolaus zu Passau, in dem er seine erste, später in Wien vervollständigte Ausbildung genossen; hinterließ 4 Bde. Motetten, welche sein Sohn Sophonias P. in Nürnberg herausgab: »Ecclesiasticarum cantionum 4, 5, 6 et plurium vocum, a prima dominica adventus usque ad passionem Dei« (1573). Bei seinen Lebzeiten erschienen nur einzelne Stücke in Sammelwerken.
11Bandero, so nennen die Gitanoz (spanischen Zigeuner) die baskische Trommel (in Deutschland unkorrekt Tambourin genannt). one of two readings
12Bandero, so nennen die Gitanos (spanischen Zigeuner) die baskische Trommel (in Deutschland unkorrekt Tambourin genannt). one of two readings
14Pandora (Pandura, Bandürchen), s. Vandola. one of two readings
15Pandora (Pandura, Bandürchen), s. Bandola. one of two readings
17Pansflöte (Syrinx), ein der Urvorfahren der Orgel, nämlich die Hirtenpfeife der Alten, bestehend aus mehreren mit Wachs aneinander geklebten Rohrpfeifen, welche mit dem Mund angeblasen wurden (das Instrument Papagenos in der »Zauberflöte«).
19Panny, Joseph, Violinist und Komponist, geb. 23. Okt. 1794 zu Kolnitzberg in Österreich, gest. 7. Sept. 1838 zu Mainz, wo er nach einem unruhigen Wanderleben eine Musikschule gegründet

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