Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, unter Mitwirkung der Literarischen Commission des Berliner Tonkünstlervereins, so wie der Herren Musikdirector Billert, Concertmeister F. David … etc., 1870 › scan 267
Scan 267
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, unter Mitwirkung der Literarischen Commission des Berliner Tonkünstlervereins, so wie der Herren Musikdirector Billert, Concertmeister F. David … etc., 1870
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1rührung der Glocken ähnlich der des Harmoniums und der Tasteninstrumente überhaupt. Bei denjenigen Instrumenten, welche weniger Saiten, und dafür ein Griffbrett, mit oder ohne Bunde, haben, müssen die Finger der linken Hand die Saiten durch Niederdrücken verkürzen und den Ton derselben dadurch erhöhen, während das Erklingen der Saiten durch die rechte Hand entweder mittelst Anschlags der Saiten mit den Fingern, wie bei der Guitarre, oder mit einem Ringe, wie bei der Zither, oder mit einem Federkiele, wie bei der Mandoline, Mandora u. s. w., oder durch Streichen mit einem Bogen, wie bei der Violine, Viola, dem Violoncell, Contrabass, der Viola d’amore, Streichzither u. s. w. hervorgebracht wird, so dass die rechte Hand, mit Ausnahme bei der Zither, keine A., nur eine bestimmte Haltung hat. Diese Griffbrettinstrumente sind theils in Terzen oder Quarten, oder gemischt, meist aber in reinen Quinten gestimmt und die Fortschreitung der Töne geht, nachdem die Finger sämtlich auf Einer Saite aufgesetzt waren, auf die folgende Saite über. Die Stimmung der Saiten dieser Instrumente richtet sich meist nach der Zahl der anwendbaren Finger und diese wieder nach der Möglichkeit ihrer Verwendung und Bequemlichkeit der A. Sie unterscheiden sich von den Tasteninstrumenten in der A. besonders dadurch, dass benützte Finger stumm liegen bleiben können oder über ihren Plätzen schwebend erhalten werden müssen, wodurch Ruhe und stetes Orientirtsein erzielt wird. Ein zweites Unterscheidungsmoment liegt in der anderen Auffassung des Begriffes: »Applicatur«, die bei den Griffbrettinstrumenten die tieferen und höheren Lagen oder Positionen des Fingersatzes bezeichnet. Man nimmt nämlich jeden diatonischen Stammtone der ersten Octave jeder Saite als Anfangston einer A. an, und rechnet so von der Tiefe nach der Höhe bei der Violine, Viola und Zither sieben Lagen oder Applicaturen, von welchen besonders die erste A., dann die dritte und fünfte als Hauptlagen sich auszeichnen. Die Zahl dieser Applicaturen könnte in der Höhe noch weiter geführt werden, diese höheren Lagen werden aber aus praktischen Gründen nicht weiter benannt, hingegen wird eine halbe A., vor der ersten liegend, noch als A. bezeichnet. Jede dieser Applicaturen ist ein genaues, verkleinertes Abbild der ersten und innerhalb jeder sind sämtliche Dur- und Molltonleitern mit gleichem Fingersatze wie in der ersten, dem Klange nach jedoch je um einen diatonischen Ton höher transponirt als die der vorhergegangenen Lage, zu spielen. Jeder chromatische Ton wird dabei zur gleichen A. wie sein Stammtone gezählt. Für das Violoncell werden in der Regel nur vier Applicaturlagen oder Positionen angenommen und die Finger für jeden halben Ton reservirt, da die Entfernung des ganzen Tones zu gross und unbequem wäre; in den höheren Positionen und in besonderen Fällen wird der Daumen mit in Gebrauch gezogen. Der Contrabass stimmt in Quarten, wodurch die vier halben Töne, welche auf die folgende leere Saite überführen, vollständig von vier Fingern beherrscht werden können; er wird fast nur in der ersten Position gespielt. Bei der Guitarre werden mehrere Applicaturlagen gebraucht, welche in gleicher Weise wie bei den bereits genannten Instrumenten anzuwenden sind, und nur kleine Modificationen in Folge der Stimmung der Guitarre (gewöhnlich in Quarten und einer Terz) erleiden. Hingegen kann bei der Guitarre und Gambviola durch den Capotasto das Griffbrett derart verkürzt, und durch die Verrückung dieses Hauptbundes oder Hauptgriffes die A. so festgestellt werden, dass selbst in den höheren Lagen noch leere Saiten mitwirken können und diese neue, höhere A. somit vollständig gleich der ersten, ursprünglichen, behandelt werden kann. Unter den Griffbrett-Saiteninstrumenten sind die Streichinstrumente (mit Ausnahme der Streichzither) dadurch von den übrigen unterschieden, dass mit der A. die genaue Theilung der Saitenlänge für jeden Ton jederzeit erst geschehen muss, weshalb die Reinheit des Tones hinsichtlich seiner Höhe von bequemer A. abhängig ist. Das Griffbrett der übrigen Instrumente, der Zither und der lautenartigen Instrumente, wie Guitarre, Mandoline u. s. w., ist durch feststehende, chromatisch folgende Bunde bereits eingetheilt, weshalb die A. nur gutes Aufsetzen der Finger zu berücksichtigen hat. Dadurch ist es auch ermöglicht, dass bisweilen Ein Finger bequem zwei bis drei Saiten niederdrücken kann, und da einige der lautenartigen Instrumente (die Mandoline, Thüringer Bergmannszither u. s. w.) doppelchordig besaitet
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