Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 6

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, unter Mitwirkung der Literarischen Commission des Berliner Tonkünstlervereins, so wie der Herren Musikdirector Billert, Concertmeister F. David … etc., 1870

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1Vorwort.
3Das unabsehbare Bedürfniss nicht minder, als die berechtigte Forderung der Jetztzeit haben das vorliegende »Musikalische Conversations-Lexikon« ins Leben gerufen und es bewirkt, dass von allen betheiligten Seiten her die Idee als eine glückliche aufgefasst und die Ausführung des Unternehmens mit Liebe und seltenem Eifer befördert wurde. Diese Factoren sind unablässig mit thätig, dem Werke auch seine Berechtigung zu ertheilen.
5Es kann Niemandem entgangen sein, dass der Sinn und das Interesse für Musik immer grösser und allgemeiner geworden ist und sich über alle Kreise der Gesellschaft verbreitet hat, allenthalben hin Freude, Genuss und Erbauung verbreitend, sodass endlich die Ueberzeugung Platz griff, diese Kunst sei ein unentbehrliches Hülfsmittel der Erziehung und Gesittung und müsse gehegt, gepflegt und hoch in Ehren gehalten werden. Mit der immer breiteren Ausdehnung, welche sonach der Musik wurde, gingen die gesteigerten Ansprüche an die künstlerische Intelligenz der Musiker, wie des Publicums Hand in Hand und fanden einen Ausdruck in dem kräftigen Aufschwung, der sich seit zwanzig Jahren auf musik-literarischem Gebiete kundgegeben hat, und in dem rasch gewachsenen Absatz der Bücher kunstphilosophischen, historischen und theoretischen Inhalts. Der Dilettantismus, welcher zuerst die Feder ergriffen hatte und mit naiver Prätension führte, wurde bald von der immer nothwendiger werdenden Wissenschaftlichkeit mehr und mehr verdrängt, der Forschungseifer und neue wichtige Entdeckungen, namentlich auf akustischem und physiologischem Gebiete, traten hinzu, sodass das Reich des gesammten musikalischen Wissens ein vordem ungeahnt grosses und weitverzweigtes wurde. In dasselbe einzudringen und sich an der blossen Empfänglichkeit für die Welt der Töne nicht genügen zu lassen, ist die berechtigte Forderung der Jetztzeit, an die Fachmusiker ganz selbstverständlich, aber auch an das gesammte gebildete Publicum, welches sich an der Ausübung oder an dem Genusse der Musik irgendwie betheiligt. Man hat schon längst erkannt, dass eine wünschenswerthe allseitige Belehrung am zweckmässigsten durch Enceyklopädien erzielt wird, insofern dieselben eine Schatzkammer des gesammten Wissens sind, in der Jeder, da Alles darin alphabetisch aufgestapelt liegt, für jede wissbegierige Frage auf leichtestem und kürzestem Wege Rede und Antwort findet, und dass derartige Sammelwerke die geeignetsten Mittel sind, Wissenschaften und Künste zu verallgemeinern und zu popularisiren, so wie Belehrung und Verständniss mit verhältnissmässig geringstem Zeitaufwand an die Hand zu geben, da jeder Artikel das greifbare Resultat vorangegangener eingehender Forschung in dem betreffenden Gegenstande sein soll.

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